04. Dezember 2012

Niederländisch Marokko Die Scheinheilige Mär von den „jugendlichen Tätern“

Wie deutsche Medien sich an Richard Nieuwenhuizen vergehen

In den Niederlanden ist am Sonntag der Linienrichter Richard Nieuwenhuizen totgeprügelt worden. Deutsche Medien geben sich schockiert. Die drei Täter, so klären sie auf, seien „jugendliche Amateurfußballer“ gewesen.

Erinnern Sie sich noch? Im September wurde in einem Neusser „Jobcenter“ eine Frau erstochen. Auch da waren die Medien alarmiert und berichteten auffällig beiläufig über den Täter, einen „52-jährigen arbeitssuchenden Neusser“. Vor knapp einem Jahr lief ein Mann im belgischen Lüttich Amok. Mindestens sechs Menschen wurden getötet und 124 weitere teilweise schwer verletzt. Der Schütze, klärten die deutschen Medien auf, sei ein verzweifelter „33-jähriger Belgier“ gewesen.

Nordine Amrani, der schwer bewaffnete und wild um sich schießende Amokläufer aus Lüttich, war Sohn marokkanischer Einwanderer. Auch der Mann mit dem Messer aus Neuss, der dreimal wie von Sinnen auf die wehrlose Frau einstach, kommt aus Marokko. Und die drei „Jugendlichen“, die auf den Kopf des am Boden liegenden Richard Nieuwenhuizen noch mehrfach brutal eintraten, waren, wie niederländische Medien anders als die deutschen melden, marokkanischer Herkunft.

Das aber ist nichts als unwichtiger Zufall, wissen deutsche Journalisten besser. Und verschweigen deshalb das kleine Detail. Richard Nieuwenhuizen würde es schließlich auch nicht wieder lebendig machen, wenn die Wahrheit über seinen Tod berichtet würde.


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Mehr von André F. Lichtschlag

Über André F. Lichtschlag

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige