03. April 2013

Bitcoin Digitalwährung auf der Überholspur

Zentralbankster zetern

Der Wert der Internet-Währung Bitcoin schießt derzeit durch die Decke. Vor 48 Stunden konnte ein Bitcoin noch für weniger als 80 Euro erstanden werden. Nunmehr müssen über 100 Euro auf die virtuelle Theke geblättert werden. Am 3. März lag der Kurs noch bei 27 Euro. Auch medial macht Bitcoin von sich reden. Nick Colas von „The Economist“ urteilte zuletzt, Bitcoins seien gut zur Absicherung von Ersparnissen zwischen 1.000 und 10.000 Dollar. Und Zyprioten, Spanier und Portugiesen schichten ihre Vermögen seit Tagen fleißig um.

Angst vor dem Konkurrenzprodukt aus dem Internet treibt schon seit geraumer die Europäische Zentralbank um. Bereits im Oktober 2012 bezeichnete die EZB die Bitcoin-Währung als Schneeballsystem. Sie gewinne nur dadurch an Wert, dass mehr Nutzer der Alternativwährung Wert beimessen: „Benutzer gehen ins System und kaufen Bitcoins mit echten Währungen, aber sie können ihr Geld nur zurückerlangen, wenn sie andere Nutzer finden, die ihre Bitcoins kaufen wollen, d. h. wenn neue Teilnehmer in das System einsteigen wollen“, heißt es in dem Bericht der Zentralbanker. Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Was macht den Wert der „echten Währungen“ aus? Vertrauen ist alles. Und während die EU-Zentralbanker ihren Geldscheinen die Unterschrift ihres Chefs als ominöse Sicherheit beifügen, bemühen ihre Kollegen in Übersee gar göttliche Kräfte: „In God we trust.“

Die US-Behörden haben die existenzielle Bedrohung durch Bitcoin schon erkannt. Vor wenigen Tagen unterwarfen sie virtuelle Währungen den Regulierungen gegen Geldwäsche. Nutzer von Bitcoins müssen nun entsprechend den US-Regulierungen Buch führen. Bitcoin-Transfers von über 10.000 Dollar müssen zudem den Finanzbehörden gemeldet werden. Die Brüsseler Bürokratie kündigte ähnliche Schritte an.

Weiterführende Links

Bericht auf Deutsche Wirtschaftsnachrichten


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