08. September 2013

Energiewende Der Geldfluss ist sicher

Netzbetreiber haben immer größere Probleme

Der große deutsche Stromnetzbetreiber Tennet muss laut eigenen Angaben die deutsche Infrastruktur nahezu täglich vor dem Kollaps retten. Allein im ersten Halbjahr 2013 musste an 177 von 181 Tagen in das Netz eingegriffen werden, um Ausfälle und Überlastungen zu vermeiden, heißt es aus dem Firmensitz in Bayreuth. Insgesamt habe es bislang 502 Eingriffe gegeben. Dabei wurden unter anderem Kraftwerke heruntergefahren und Windräder gestoppt.

Die TenneT TSO GmbH wurde im Dezember 2007 als deutsches Tochterunternehmen des niederländischen Stromnetzbetreibers Tennet gegründet. Es übernahm das Höchstspannungsnetz des E.ON-Konzerns und betreibt in Deutschland mit ca. 900 Mitarbeitern heute ein Netz mit einer Gesamtlänge von rund 11.000 Kilometern. 40 Prozent der Fläche Deutschlands deckt Tennet ab und versorgt rund 20 Millionen Bürger vorwiegend in den Bundesländern Bayern, Bremen, Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, sowie in Teilen von Nordrhein-Westfalen mit Energie.

Im Zuge der staatlich verordneten Energiewende häufen sich die technischen Probleme der Versorger seit Jahren. Schon 2011 hagelte es Kritik aus Bayreuth. Damals wurde die zunehmende Größe von Offshore-Windparks kritisiert. Notwendige Anschlüsse ans Versorgungsnetz konnten nicht in der geforderten Zeit und Form realisiert werden. Alle Beteiligten stießen schon damals an die Grenzen ihrer Ressourcen. „Hinzu kommen massive Probleme bei der Beschaffung des notwendigen Kapitals", schrieb Tennet in Richtung Bundesregierung. Ohne Netzanschluss verpuffte der teure Strom.

Die Energiewende wird zum Milliardengrab. An den Eckpfeilern des Konzepts, den Windparks, wird nicht gerüttelt. Bis zum Jahr 2030 sollen diese 15 Prozent des gesamten deutschen Strombedarfs decken. Zur Kasse gebeten werden auch Geringverdiener, die einen erheblichen Teil ihrer monatlichen Einnahmen für den Strombedarf aufwenden müssen. Während diese oft nicht wissen, wie sie die nächste, mittels EEG-Umlage aufgeplusterte Energierechnung begleichen sollen, werden die Eigentümer von Solaranlagen und Windrädern gemästet. Ihr Eigentum bringt ihnen staatlich garantierte Renditen. Auch wenn der Strom nicht zum Endverbraucher fließt, wird jede Kilowattstunde pauschal aus dem EEG-Topf vergütet. Im Dezember 2012 hatte das Berliner Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) in einer Modellrechnung die Einnahmen eines großen Windrads auf 450.000 Euro pro Jahr beziffert.

Der Lauf des Geldes scheint sicher. Der Fluss des Stromes allerdings weniger.

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