11. Oktober 2013

Lampedusa Kooperation statt Almosen

Entwicklungshilfe zerstört jeden Entwicklungsprozess

Am 3. Oktober 2013 ertranken 400 Menschen im Mittelmeer auf ihrer Flucht vor der Planwirtschaft in Afrika. Ihr Tod führt uns einmal mehr die schrecklichen Folgen größenwahnsinniger Politik vor Augen.

Ungeachtet dessen lautet das politisch korrekte Mantra: „Wir dürfen Afrika in dieser schweren Zeit nicht alleine lassen. Die Menschen dort brauchen unsere Hilfe. Wir benötigen Einwanderung in unsere Sozialsysteme und einen Ausbau unserer Entwicklungshilfe.“

Doch dem ist nicht so. Beide Lösungsansätze – die Einwanderung in das Sozialsystem wie auch der Ausbau der Entwicklungshilfe – sind zum Scheitern verurteilt. Sie werden das Problem der massiven existentiellen Armut in Afrika nicht lösen können. Der jahrhundertelang praktizierte Kolonialismus findet vielmehr seine konsequente, aber weichgespülte Fortsetzung in der heute umjubelten Entwicklungshilfe.

Nachdem im Kolonialismus Nationen auf dem Reißbrett zusammengeschweißt wurden, werden nun ihre korrupten, sozialistischen Regierungen von den zahlreichen Nichtregierungsorganisationen und den Entwicklungshilfeministerien aus der nördlichen Hemisphäre per Tropf am Leben gehalten. Anstatt die natürlich gewachsenen Gesellschaften Afrikas mit ihren stolzen Traditionen ihren natürlichen Entwicklungsprozess gehen zu lassen, werden künstliche Machthaber und ihre Gewalttäter mit Almosen versorgt.

Die Bevölkerung vieler afrikanischer Länder wurde und wird zudem massiv enteignet. Eigentumsrechte werden geschliffen. Unternehmergeist, Selbstständigkeit und das Streben nach Glück bleiben dadurch nur viel zu zarte Pflänzchen. Hinzu kommen selbstgefällige Protagonisten des Öko-Industriellen Komplexes, die den verbliebenen Unternehmern solch närrische Ideen wie Kohlekraftwerke und Fabrikanlagen mit etwas Papiergeld und vielen warmen Worten austreiben.

Menschen unter solchen Bedingungen können ihre Lebensqualität nicht steigern. Gesellschaften können unter solchen Bedingungen nicht gedeihen. Doch Chinesische Unternehmer zeigen, wie eine effektive und zugleich eigennützige Hilfe aussehen kann. Sie treiben Handel mit Afrika und investieren in die dortigen Unternehmen. Dambisa Moyo, Ökonomin aus Sambia, schrieb in ihrem Buch „Dead Aid“ aus dem Jahr 2011: „Die Chinesen haben in zehn Jahren das erreicht, worin der Westen sechzig Jahre versagt hat. Sie haben eine Infrastruktur aufgebaut und weit über 100.000 Jobs geschaffen. Allein im Jahr 2004 investierte China 900 Millionen Dollar in Afrika, die USA nur zehn Millionen. China kaufte Kupfer- und Kobaltminen im Kongo, Eisen- und Platinminen in Südafrika, Textilfabriken in Lesotho, kaufte sich mit 20 Milliarden in Afrikas größte Bank ein, beteiligte sich für drei Milliarden Dollar an einem nigerianischen Ölfeld. Mittlerweile stammen 30 Prozent der Rohölimporte Chinas aus Afrika. China baute Straßen in Äthiopien, Pipelines im Sudan, Elektrizitätswerke in Ghana. Man baute 30 Spitäler, 100 Schulen, 2.000 Studenten erhalten jedes Jahr Stipendien für chinesische Universitäten.“

Fest steht: Weder die Sozialindustrie noch die Entwicklungshilfe werden den Menschen helfen – ganz gleich auf welchem Kontinent. Allein die Chance auf einen natürlichen zivilisatorischen Entwicklungsprozess wird auch Afrika auf die Beine helfen können. Das Recht auf Eigentum sowie berufliche und unternehmerische Freiheit sind die wichtigsten Stützpfeiler des Aufbruchs. „Wirtschaftliche Kooperation statt Bevormundung und Almosen“ lautet das Motto. Gelingt dies, wären auch die unmenschlichen Auffanglager der Europäischen Union auf Lampedusa keine Option mehr für die Bürger Afrikas.

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