19. Dezember 2013

Die Geschichte vom ewigen Betrug Die fiese Gerüchteratte

Der Zug in Richtung Bankrott nimmt Fahrt auf

Wenn die Menschen heute die Geschichte unserer jüngeren Vorfahren bewerten, dann gibt es doch eine ganze Menge Zeitgenossen, die sich mit der ganzen Macht ihrer Moralarroganz im noch besseren Fall über die „dummen“ und „ignoranten“ Menschen der damaligen Zeiten echauffieren. „Wie konnte man all das Unrecht nur zulassen?“ oder „Warum haben die denn nichts getan?“ Auch schön ist: „Nie wieder Verhältnisse wie in der Weimarer Republik, das hat das ganze Unglück ausgelöst!“

Nun, ich stehe dann immer staunend daneben und kann mich nur wundern. Einen Kurs im Wundern erlebe ich seit nun schon geraumer Zeit in der Dauerschleife. Es ist absolut faszinierend und von erhabener Dreistigkeit, Menschen Vorwürfe zu machen, die auch nicht nur im Ansatz über unsere heutigen Möglichkeiten der Informationsbeschaffung rund um den ganzen Globusverfügen konnten und sich trotzdem stets dem Vorwurf ausgesetzt sehen, dass sie dem Treiben einfach zugesehen und „nichts“ getan haben.

Immer häufiger frage ich mich, welche Vorwürfe uns die nachfolgenden Generationen wohl machen werden, wenn sie uns in ihrer – aus heutiger Sicht – sehr unerfreulichen Zukunft bewerten werden. Welche Entschuldigungen müssen wir uns wohl einfallen lassen, damit uns die Menschen, die in der Zukunft unser Chaos beseitigen müssen, verzeihen werden?

Was aber noch viel wichtiger erscheint – welche Entschuldigungen werden wir uns für uns selbst einfallen lassen müssen, um für uns Absolution einfordern zu dürfen? Was soll da gelten? Dummheit? Einfältigkeit? Ignoranz? Vielleicht auch Ahnungslosigkeit oder Gutgläubigkeit? Oder müssen wir härter mit uns ins Gericht gehen und uns gar Faulheit und damit stillschweigende Unterstützung für das heutige Treiben von Politikern und deren „enge Freunde“ vorwerfen?

Es scheint fast so, als würden wir uns mit Begeisterung selber quälen wollen. Wir lieben es ganz offensichtlich, uns für die Herrschaften „da oben“ in den Schmutz zu schmeißen. Wir lassen uns instrumentalisieren, wenn es darum geht „Steuerhinterziehung“ als „asozial“ zu geißeln und Steuerverschwendung zu ignorieren.

Wir stimmen mit Freude zu, wenn der gutmenschliche Papst den „Kapitalismus“ durch den Kakao zieht und erklärt, dass die Armut das neue Coco Chanel ist, gleichzeitig aber vergisst, den Menschen die Kirchensteuer zu erlassen. Wir haben anscheinend kaum ein Problem damit, dass sogar inzwischen die „Mainstreampresse“ berichtet, dass unser staatliches Rentensystem ein Riesenbetrug ist.

Es stört uns auch nur wenig bis gar nicht, dass die nicht vom Volk gewählten Machthaber in Brüssel einen totalitären Polizei- und Überwachungsstaat um uns herum zusammenzimmern, um die europäischen Völker in Zukunft sozial gerecht auszupressen und verelenden zu lassen.

Merken wir nicht, dass wir im Grunde in eine Zwangswirtschaft mit lauter „Sklaven“ hineinsteuern, die sich für die Aufrechterhaltung des betrügerischen Geldsystems im Hamsterrad tot laufen und dabei zusehends ihrer Rechte beraubt wird? Dass wir geradewegs und mit fliegenden Fahnen ein Volksgefängnis herbeisehnen? Dass wir in unserem Wunsch nach noch mehr Staat genau den falschen Weg einschlagen?

Ich komme mir vor wie in einer Horror-Achterbahn, wenn vor allem Menschen, die noch keinen einzigen Tag die „Segnungen“ der sozialistischen oder gar kommunistischen Supersysteme ertragen mussten, sich genau für diese Weltanschauung stark machen. Wenn Menschen, die den Kapitalismus noch nicht einmal richtig definieren können, diesen aber für alles Elend dieser Welt verantwortlich  machen. Wenn „Experten“ die Gutgläubigkeit der Bevölkerung ausnutzen, um ihre Status Quo so zu betonieren, dass kein Mensch ihnen mehr etwas anhaben kann. Wenn Politiker vor allem im EU-Parlament die „Gier des Bankenwesens“ anprangern, selber alle Vergünstigungen abgreifen, die sie sich selber geschaffen haben.

Die fiese Gerüchteratte ist mir bei einem Spaziergang durch Berlin begegnet und sie hat ihr allergemeinstes Grinsen aufgesetzt. Leise hat sie mir folgendes ins Ohr geflüstert: „Das massenhafte Drucken von staatlich monopolisiertem Falschgeld – angeblich um die Wirtschaft zu stützen – ist schon ein seit Jahrzenten wunderbar funktionierender Trick, um Aktien- Immobilien und Anleiheblasen zu erzeugen und damit ausschließlich den Reichtum der Menschen massiv zu vermehren, die das Geldsystem verstanden haben und vom ihm profitieren. Damit das so toll klappt, werden durch Meinungskartelle und durch die freundliche Unterstützung politischer Korrektheit die Bürgerrechte zunehmend ausgehebelt. Preis- und Zinsmanipulationen sowie die Unterdrückung echten Geldes tun ihr Übriges.

Die Regierungen lullen währenddessen die Menschen mit Phrasen, Versprechungen und Zukunftsvisionen ein, die dankbar sämtliche Warnsignale ignorieren und so tun können, als wäre alles in Ordnung. Der Betrug läuft schon ewig, aber er ist bis heute in der Masse nicht aufgeflogen.

Kein Mensch glaubt den paar armen Irren, die durch die Gegend rennen und die Missstände wie eine zunehmend marode Infrastruktur, ein katastrophales Bildungssystem und die verheerende Schuldensituation anprangern. „Umverteilen“ ist angesagt und glauben Sie mir, hier stehen wir noch ganz am Anfang, da wird sich gerade erst warmgelaufen. Übrigens – noch viel weniger will jemand Ihre kruden Theorien von echtem Geld hören – nix da, unser „Geld“ ist super! Nichts ist besser geeignet, um Ihnen in regelmäßigen Abständen alles wegzunehmen, was Sie sich aufgebaut haben.

Der „Staat“ hat immer Recht – Aus! Basta! Und kommen Sie mir nicht mit der Realität – Realität ist das, was der Staat draus macht. Wenn Sie etwas anderes mit Ihren eigenen Augen sehen, dann liegt das einzig und allein an Ihrer falschen Wahrnehmung.“

Die fiese Gerüchteratte verschwand so schnell wie sie gekommen war, es war beinahe so, als wäre sie mir nie begegnet.

Als ich an einem Kiosk vorbeikam, las ich die Schlagzeile, dass Sigmar Gabriel neuer Wirtschafts- und Energieminister wird und Andrea Nahles als Ministerin für Arbeit und Soziales vorgesehen ist.

Es ist ein bitteres Lächeln; ein Lächeln, was den zunehmend an Fahrt aufnehmenden Zug in Richtung Bankrott begleitet. Es ist anscheinend wirklich so, dass wir es nicht anders haben wollen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog der Autorin.


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