27. Dezember 2013

Nivea-Werbung zu Weihnachten Familien- und männerverachtende Creme

Deutschland schafft sich ab – und alle machen mit

Dossierbild

NIVEA war mal ein Familienprodukt – das heißt als man hierzulande unter einer Familie noch Papa, Mama und Kinder unter einem Dach verstand und nicht „Familie ist, wo ein Kühlschrank steht“, wie mal eine Politikerin aus ihrem Sprechorgan gefurzt hat. Diese Zeiten sind anscheinend vorbei, denn offenkundig hat man inzwischen auch dem Beiersdorf-Konzern eingeredet, dass Mama heutzutage ein feuchter Durchlauferhitzer für herumstreunende Männer ist und Papa irgendso ein Depp, der mit seinem Kind und der „Mutter“ über das Jugendamt und teure Anwälte kommuniziert.

Die Wirklichkeit sieht freilich anders aus, denn 80 Prozent der Kinder in diesem Land leben immer noch in einer richtigen Familie. Wieso sendet aber dann NIVEA ausgerechnet zur Weihnachtszeit, also in Tagen eines traditionellen Familienfestes, diesen familienfeindlichen Clip? Kaufen die Alleinerziehenden mehr Creme? Nein, die Herren, mehr jedoch die in völlig zerrütteten Familienverhältnissen lebenden Damen in den Vorstandsetagen, leiden daran, was man als Medienmalaise bezeichnet. Das heißt, obgleich sie zwecks der Verkaufe durch die Medien die Leute zu manipulieren versuchen, werden sie von den Medien selbst manipuliert. Oder einfach ausgedrückt: Sie glauben, was in der Zeitung steht. In der Tat sind sie offenkundig der Überzeugung, dass eine normale Familie in Deutschland heutzutage nur noch aus einer Frau, einem Einzelkind (das ist sehr wichtig, ein weiteres Kind würde nämlich das Bild näher an eine Familie bringen) und irgendwelchen Leuten besteht, die mal reinschneien.

Der ursprüngliche Off-Ton des Clips war übrigens viel wahrheitsgetreuer, aber die in den Vorstandsetagen haben es sich doch „familienfreundlicher“ gewünscht. Hier der Originaltext:

„Endlich Weihnachten ... Das ist so ein von Nazis und kinderliebenden Priestern erfundener Quatsch, um die Frauenemanzipation einzudämmen ... Mein Onkel ist da. Der ist aber schwul. Und meine Tante eine Lesbe. Ich glaube, ich habe noch eine andere Tante, aber die weiß nicht, welchem Geschlecht sie angehört, deshalb ist sie wohl auch mein Onkel oder so. Wenn ich groß bin, will ich auch mein Geschlecht wechseln und mich ganz doll dafür schämen, dass ich blonde Haare habe ... Mein Onkel hilft mir beim Anziehen, weil ich ja keinen Papa habe. Das ist so eine Kombination aus Arschloch und Geldautomat. Die richtigen Papas sind diese besoffenen Fremden, die an Wochenenden bei uns reinschauen und Mama „besuchen“ und wieder verschwinden. Ich sitze oft alleine vor der Glotze und esse Kekse, während das geschieht. Im Kindergarten haben sie erklärt, dass man einen Papa auch gar nicht braucht – das wäre nur bei Verrückten und Perversen und Rechtsradikalen so. Ich will später auch kein Papa sein, weil das total altmodisch ist. „Fuck and go!“ soll meine Devise sein ... Aber am allermeisten freue ich mich auf Oma und Opa, also auf diese komischen Greise, von denen schon in zehn Jahren das gesamte Land bevölkert sein wird, weil solcherlei verbrecherische Ideologien mitunter auch durch die NIVEA-Werbung verbreitet worden sind.“

(Danke an Oliver Mitzig für den Tipp.)

Hier der gesendete Videoclip: Nivea-Weihnachten

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Facebook-Seite des Autors.


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