23. April 2014

Eliten Geld- und Machtausdehnung im maximal möglichen Maß

Wie geht es weiter?

Es ist für die Charakterbildung niemals von Nachteil, mit Niederlagen umgehen zu können und diese innerlich zu verarbeiten. Jeder Sportler weiß, dass er im Falle eines Misserfolgs entweder noch härter trainieren oder einfach in wichtigen Situationen besser die Nerven behalten muss. Schmerzhafte Klatschen oder ärgerliche Last Minute-Entscheidungen verursachen zwar häufig ein paar schlaflose Nächte, letztendlich – und vor allem, wenn man sich durch Engagement und Mut aus misslichen Lagen wieder befreit hat – geht man gestärkt weiter seinen Weg. Ein Unternehmer sollte ebenfalls schnell aus Fehlern lernen und die richtigen Schlüsse ziehen, damit er am Markt auch zukünftig noch eine Chance hat. Diese Liste ließe sich natürlich beliebig fortführen. Unserer Überflussgesellschaft hingegen, die sich im staatlich verbrieften Vollkasko- und Komfortmodus befindet, die (glücklicherweise) keinen Krieg, keinen Hunger, keine Bedrohung und keine existenziellen Probleme kennt, scheint im Zuge dessen die „Nehmerqualität“ allerdings abhanden gekommen zu sein. Wir leben zudem in einer Zeit, in der sich der Pestgestank eines perfiden und im Zusammenbruch befindlichen Geldsystems – mit all seinen Auswüchsen – nicht mehr auf Dauer übertünchen lässt und uns alle vor große Herausforderungen stellen wird. Der momentane Status quo geht seinem Ende entgegen; die kaum auszuhaltenden gesellschaftlichen Dekadenzen, das Propaganda-Trommelfeuer vieler Mainstream-Medien, die überbordende Bürokratie, die unerträglich wachsenden Steuerlasten und die Narreteien des überwiegenden Teils der Funktionseliten – um nur einige Ausschweifungen zu benennen – weisen eindeutig darauf hin, dass das Kartenhaus unserer wohlfahrtsstaatlichen Bequemlichkeitszone, die nur auf Pump aufrecht erhalten werden kann, bald zusammenbricht. „Was wir in den letzten Jahrzehnten im Kreditrausch vorausgefressen haben, werden wir in den nächsten Jahrzehnten nachhungern müssen“, sagte der große Freiheitskämpfer Roland Baader und fügte hinzu: „Es wird furchtbar werden.“

Viel entscheidender wird in Zukunft aber die Frage sein, wie es um das Nervenkostüm der wahren Machteliten bestellt ist, die ihrerseits natürlich genau wissen, dass in endlichen Räumen eine unendliche  Machtausdehnung schlicht unmöglich ist. Wie reagieren also elitäre Zirkel, deren Reichtum und Einfluss zwar unermesslich sind, die jedoch Zeit ihres Lebens keinerlei Widerspruch kennen, wenn sie bei der Durchsetzung ihrer Ziele einmal nicht weiterkommen? Angela Merkels Freundin und Präsidentschaftskandidatin Julia Tymoschenko ginge dabei ziemlich weit. Sie wäre wohl nicht nur in der Lage, Wladimir Putin mit einem Maschinengewehr in den Kopf zu schießen; nein, sie würde darüber hinaus auf acht Millionen Russen noch Atombomben regnen lassen und ihre Verbindungen nutzen, um ganz Russland in ein verbranntes Feld zu verwandeln. Wer weiß also genau, was in den Köpfen der wahren Eliten, der grauen Eminenzen, die im Hintergrund die Strippen ziehen, so alles vorgeht? Verfährt vielleicht im Ernstfall eine kleine Clique, der unsere Welt ihrer Meinung nach jetzt schon gehört, dann wirklich nach dem vielzitierten Motto: „Eine Welt, in der wir nicht das alleinige Sagen haben, die braucht es auch in Zukunft nicht mehr zu geben"?

Vieles spricht momentan dafür und wird, wenn man genau hinhört, bereits kommuniziert: „Es fiel mir auf, als ich versuchte eure Spezies zu klassifizieren. Ihr seid im eigentlichen Sinne keine richtigen Säugetiere! Jedwede Art von Säugern auf diesen Planeten entwickelt instinktiv ein natürliches Gleichgewicht mit ihrer Umgebung. Ihr Menschen aber tut dies nicht.“ Dieser Monolog (Agent Smith zu Morpheus) aus dem Spielfilm Matrix leitete ein neues Jahrtausend ein, das mit einem Gleichgewicht der Kräfte, dem gesunden Austarieren, ja selbst mit dem oberflächlichen Wahren des Scheins nichts mehr zu tun hat!Es ist tatsächlich zu vermuten, als stünden wir vor einer grundlegenden „Welt-Wende“, die aufgrund ihrer Dimension und Komplexität unbeherrschbar scheint und somit alle Hemmungen bei den Eliten beseitigt hat; auch weil sie es eben niemals gelernt haben, mit Niederlagen umzugehen oder sich zu bescheiden. „Wo endet es?“, wurde im Jahr 2005 einmal Hedgefonds-Legende Julian Robertson gefragt, worauf er kurz und bündig antwortete: „Vollständiger globaler Zusammenbruch.“ Ohne Rücksicht auf ihre eigenen Nachkommen, ohne eine Spur von Verantwortungsgefühl gegenüber der eigenen Spezies und des höher entwickelten Lebens, ließ ein Großteil der wahren Eliten, die laut Robertson „jetzt ihre Macht und ihr Geld auf diesem Planeten in das maximal mögliche Maß der Ausdehnung gebracht haben“, Entwicklungen zu oder befeuerte solche, die zwangsläufig in die Katastrophe führen werden. „Wir haben den Göttern das Feuer gestohlen. Hoffentlich bekommen wir es unter Kontrolle, bevor es uns verbrennt“, brachte beispielsweise Bilderberger-Urgestein und „Politneulinge, die noch was werden wollen“-Chefeinnorder Henry Kissinger die Gefahren rund um die Nukleartechnik auf den Punkt. Die Zeit seit dem Abwurf der ersten Atombomben bis heute wirkt nur wie ein Wimpernschlag. Und was ist nicht alles schon seither passiert. So zerstörten die USA im Jahr 1961, wie ein aufgehobener Geheimbericht beweist, bei einem B-52-Bomberabsturz fast ihre eigene Ostküste. Und alles, was passiert ist oder noch passieren wird, hat tödliche Auswirkungen über Zeiträume „kosmischen Ausmaßes“ hinweg; der militärisch-industrielle Komplex und die Atomlobby werden trotzdem auch zukünftig sakrosankt bleiben. Ich frage mich manchmal, was wir denn von unseren Vorfahren hielten, hätten uns diese strahlende oder giftige Grüße hinterlassen, die noch heute ihre Wirkung entfalten und intensiv unsere Lebensgrundlagen zerstören. Was werden also die kommenden Generationen über uns sagen, wenn es keine Strände ohne Plastikteilchen mehr gibt und noch mehr Kunststoff-Müllstrudel von kontinentaler Größe vor sich hin treiben, deren völlige Zersetzung bis zu 400 Jahre dauern kann und viele Giftstoffe wie Weichmacher oder Flammschutzmittel enthalten? Diese Aufzählung könnte man endlos fortsetzen. Am perfidesten erscheint jedoch das momentan laufende biologische Experiment mit gentechnisch veränderten Lebensmitteln an uns Menschen, dem sich – insbesondere wegen der massenhaften und unkontrollierbaren Verwendung von genmanipulierten Ingredienzien – leider keiner mehr entziehen kann.

Der ungeschminkte und immer aggressivere Umgang der wahren Machthaber mit ihren „Freunden“, den sie unter anderem bei den Spionageskandalen oder den „Verhandlungen“ zum Freihandelsabkommen an den Tag legen, sollte uns überdies aufhorchen lassen. Die Meldung, dass der US-Geheimdienst Stratfor das Bundesverfassungsgericht für einen Bremsklotz der Politik Angela Merkels hält und dringend rät, seine Kompetenzen zu beschneiden, braucht dabei – auch angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Bundestag – gar nicht mehr kommentiert zu werden. Wir sehen also Eliten, die hemmungslos ihre eigennützigen Interessen verfolgen und dabei den Wert des gesellschaftlichen Gleichgewichts völlig aus den Augen verloren haben. Sie scheren sich einen Dreck um die wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und politischen Interessen der Völker. Die Frontalangriffe auf die bürgerliche Freiheit, die unter dem Deckmantel der Terrorismusbekämpfung stattfinden, nehmen Formen an, von deren Umfang wir uns alle wohl noch keine richtige Vorstellung machen und schlussendlich diese Eliten – ein Trost soll uns ja bleiben – eines Tages selbst in große Erklärungsnöte bringen könnte. Und weil auch sie essen, trinken und irgendwo leben wollen, wird vieles von dem, was sie aus der Büchse der Pandora haben entweichen lassen, früher oder später den Weg zu ihnen und ihren Familien finden; eben weil es nur eine Mutter Erde und dadurch selbst für die „erlauchtesten Hoheiten“ keine Fluchtmöglichkeiten mehr gibt. 


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Udo Geißler

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