29. April 2014

Deutschland von Sinnen Treffen sich drei Schwachsinnige

Warum kann ich mich immer noch in den Feuilletons halten?

Dossierbild

In der nicht zum Aushalten oberwichtigen Publikation „Leipziger Internet Zeitung“ äußern sich zwei ebenfalls nicht zum Aushalten schöne Damen über mein Buch, für die sich jeder Chippendales-Boy in Stücke hauen lassen würde. Sie üben, naja, Beruf imitierende Tätigkeiten aus, ohne die unsere Volkswirtschaft schon nach drei Tagen der von Nordkorea gleichen würde. Die eine Hübsche ist „Landesvorsitzende der SPD-Frauen“, die andere telefoniert während der Arbeitszeit im „Gleichstellungsbeirat“ mit ihrem Gesichtsorthopäden. Beide zusammen verdienen schätzungsweise 8.000 Euro im Monat, also 96.000 Euro im Jahr, und da ihre Pension etwa die gleiche Summe betragen wird und sie ebenfalls schätzungsweise noch 35 Jahre leben werden, werden sie bis dahin hart und ehrlich arbeitende Menschen um 3.360.000 Euro per Steuereinzug erleichtert haben. Nicht mit eingerechnet in diese Rechnung sind die durch ihre Quatschentscheidungen zum Fenster rausgeschmissenen Steuergelder in achtstelligem Bereich. Aber wie gesagt, ihr Aussehen entschädigt für alles.

Die beiden Knaller-Frauen haben mein Buch nicht gelesen, aber zum Glück werden sie von einer Journalistenkomikerin interviewt, die das Buch auch nicht gelesen hat.

„Es mehren sich die Publikationen von Männern (o.k. und leider auch Frauen), die der Menschheit mit dem Verbalhammer ihre Sicht der Welt eintrichtern wollen. Das ist ja prinzipiell nichts Neues, dennoch erschreckt doch die sprachliche Schlichtheit der Texte …“

… beginnt die Nobelpreisträgerin für Literatur, die von der Schlichtheit oder Raffinesse eines Textes soviel Ahnung hat wie Maria Magdalena vom Zuhältergeschäft. Denn ihr eigener Text klingt in etwa so, als käme er geradewegs vom „Verbalhammer“-Textbaustein in Word. Dann geht es richtig zur Sache:

„… Was will der Autor also? Heimchen am Herd, die selbst dann nicht gehen, wenn der Mann abgrundtief nervt – so wie Akif Pirinçci? Homosexuelle, die sich von ihrer Neigung ‚kurieren‘ lassen? MigrantInnen, die sich gerne ausbeuten lassen und dann noch ‚Danke!‘ sagen?“

Ja, die sind knallhart, die beiden Steuergeld-Schmarotzerinnen, da kennen die nix. Allein, wo steht denn in meinem Buch, dass Homosexualität etwas kurierbares sei und dass ich das verlange? Und wo im Buch plädiere ich dafür, dass sich „MigrantInnen“ ausbeuten lassen sollen und dann „Danke!“ sagen sollen? Und was das Heimchen am Herd angeht, hätte auch ein Blick ins Buch geholfen. Es ist an Groteske nicht zu überbieten, immer wieder Knallköpfe nach dem Buch zu befragen, welche es überhaupt nicht gelesen haben.

„Wieso kann sich ein Autor mit diesen Thesen immer noch in den Feuilletons halten?“

„Gute Frage. Es gehören immer zwei dazu. Die Motive von Pirinçci sind klar: Das ist eine sehr gezielte Provokation, die letztlich der Auflagensteigerung der Bücher dienen soll. Warum sich die Feuilletons damit beschäftigen, verstehen wir auch nicht wirklich. Wahrscheinlich zehrt Pirinçci hier von seinem Ruf, den er sich als Katzenkrimi-Autor erworben hat. Allerdings – ob das eine große kulturelle Leistung war, sei dahingestellt.“

Donnerwetter, ist das ein Catch-as-catch-can! Meine Motivation ist eh klar. Man braucht nur zu provozieren, und schon hat man einen Bestseller. Vielleicht sollte man diese Technik den beiden Knackigen empfehlen, damit sie nicht auf unsere Kosten leben müssen. Viel interessanter jedoch ist ihre Spekulation, weshalb sich das Feuilleton mit dem Buch beschäftigt. Nach ihrer messerscharfen Analyse läuft es in den „Die Zeit“-, „FAZ“-, „Spiegel“- und „Süddeutsche“-Redaktionen folgendermaßen ab: Alle warten mit angehaltenem Atem darauf, ob der „Katzenkrimi-Autor“ wieder etwas neues veröffentlicht. Und dann klingelt endlich das Telefon mit der Wählscheibe und verkündet die frohe Botschaft, und sofort setzen sich die akkurat gescheitelten Feuilletonisten mit Ärmelschonern an ihre Schreibmaschinen und fangen an wie bekloppt zu feuilletonieren. Aber wozu die Mühe? Die beiden Herbstzeitlosen wissen es besser, denn ob das mit den Katzenkrimis „eine große kulturelle Leistung war, sei dahingestellt.“ Die Erschaffung von literarischen Genres nämlich furzen die sich doch zehnmal am Tag aus ihren vollschlanken Ärschen - Pah!

„Da fällt uns wirklich nur noch ein: Niveau ist keine Hautcreme …“

… sagen die zwei Literaturgenies zum Abschluss. Den zum Brechen abgedroschenen Spruch aus dem Internet haben sich die zwei Kreativ-Atombomben gut gemerkt und auswendig gelernt. So auch bestimmt „Dumm fickt gut“. Um mitternachts aus dem Bett hochzuschnellen und sich die sie selbst betreffende Frage zu stellen: „Nur wer, nur wer? …“

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Facebook-Seite des Autors.


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