12. Mai 2014

European Song Contest Was zu denken gibt

Ist doch eh Wurst

Dossierbild

Was die Hauptstrompresse über den European Song Contest berichtet, ist interessant. Die „Welt“ schreibt beispielsweise: „Was zu denken gibt: Deutschland vergab an Wurst weniger Punkte (7) als es die Ukraine (8) tat.“

Was will uns „Die Welt“ damit sagen? Dass es ein Zeichen von Homophobie ist, dass die Deutschen relativ wenig Punkte an Herrn Wurst vergeben haben?

Auch der Rest des Artikels ist ziemlich schräg. Zum Beispiel ist es mir neu, dass Schwulen vorgeschrieben würde, wen sie zu lieben haben. Auch halte ich den Begriff Toleranz für verfehlt. Denn man toleriert normalerweise nur Dinge, die nicht akzeptabel sind. Ist also das Auftreten von Herrn Wurst inakzeptabel? Und wenn ja, wieso hat er dann die meisten Punkte erhalten und den Contest gewonnen? Seltsam.

Der Mannheimer Morgen kommentiert: „Spätestens seit Samstag müssten alle verstanden haben, dass es nicht darum geht, wer und was man ist, sondern dass man ist. Der ESC sollte seit jeher das Gemeinschaftsgefühl Europas fördern, die EU zum Klingen bringen. Dass Musik dabei schon weit vor Guildo Horn und seinen orthopädischen Strümpfen egal wurde, macht gar nichts. Ein Event mit Kultcharakter, darum geht's. Der Rest ist eh wurst.“

Der ESC ist also nur ein hirnloser Event für Europa-Kollektivisten? Und wo Kopflosigkeit herrscht, da ist dann auch der Musikgeschmack (und überhaupt im Prinzip alles) wurscht?

Ich halte diese Einstellung für einigermaßen bemerkenswert. Finden Sie nicht auch?


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Dossier: Politische Korrektheit

Autor

Kris Ritz

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