15. Mai 2014

Neulich im Fernsehen Typisch linker Scheiß

Schwachsinnige erzählen Schwachsinn in die Schwachsinnskamera

Man könnte es in der Tat als einen humoristischen Kommentar zum Phänomen Arbeit mit einem Augenzwinkern auffassen. Der satirische Dokumentarfilm „Frohes Schaffen“ von Konstantin Faigle, der am 12. Mai um Mitternacht im ZDF ausgestrahlt wurde und in der Machart von „Super Size Me“ oder „Bowling for Columbine“ sich sowohl ironisch als auch aus ungewöhnlicher Sicht und mit provozierenden Statements dem Thema nähert: „Der moderne aufgeklärte Mensch ist nicht frei von Irrglauben und geistigem Zwang. Er hat längst einen anderen Gott erwählt: die Arbeit. Arbeit ist Sicherheit, Selbstbestätigung, Existenzberechtigung. Sie ist eine Sucht, ein Fetisch, ein Mantra, das uns tagtäglich umgibt. In Zeiten von Wirtschaftsboom und rasantem Arbeitsplatzabbau hinterfragt ‚Frohes Schaffen‘ diesen ‚heiligen‘ Lebenssinn der Arbeit.“

Es geht in dem Film darum, ob es Sinn macht, dass wir uns von Arbeit abhängig machen, um uns doofes, unnützes Zeug zu kaufen, und ob es nicht besser wäre, Arbeit Arbeit sein zu lassen und die schönen Dinge des Lebens zu genießen. Doch wie jeder antikapitalistische Film führt auch dieser sich ad absurdum, bevor er überhaupt angefangen hat. Denn gleich auf den ersten Bildern sehen wir, wer Herrn Faigle und sein Werk finanziert haben: „In Koproduktion mit ZDF Das kleine Fernsehspiel“ (Fernsehsteuer) und „Gefördert von Film- und Medienstiftung NRW/Filmförderungsanstalt/Deutscher Filmförderfonds“ (Steuern). Was bedeutet, Menschen sind in der Frühe aufgestanden, sind zur Arbeit gegangen, haben den ganzen Tag geschuftet, sich dann über die Hälfte ihres sauer Erwirtschafteten vom Staat wegrauben lassen, dieser hat davon einen Teil dem Faigle gegeben, damit der sich über die Arbeitenden lustig machen, ja sie sogar als Bekloppte hinstellen kann. Das Wort zynisch ist noch zu harmlos für diesen Dreck. Oder anders ausgedrückt, obgleich der Film das Gegenteil vorgibt, setzt er in Wahrheit allein durch seine Existenz den „Arbeitssüchtigen“ ein Denkmal.

In dem Film kommen jede Menge Schizos zu Wort, die sich als saturierte Wohlstandskinder tarnen, und noch dazu im bürgerlichen Ambiente, welches eben nicht dadurch zu entstehen vermag, indem man wie zu Beginn des Films einfach voll ausgeruht den Sternenhimmel betrachtet, sondern durch … eben. Irgendein alter Idiot meint, der Urmensch hätte nur drei Stunden am Tag gearbeitet. Tja, was hätte er auch sonst tun sollen, etwa Überstundenschieben beim Bärenpfählen? Und was hat dieser Halbaffe den Rest des Tages so Sinnvolles angestellt, sich in das Gesamtwerk von Albert Camus vertieft oder Yoga-Übungen absolviert? Wie alt wurde der überhaupt? Vielleicht 24?

Eine andere Idiotin, eine „Sozialwissenschaftlerin“, also eine Steuergeldschmarotzerin, die vom Staat fürs Dumm-daher-reden alimentiert wird, ist der Auffassung, dass Arbeit andere schädigt. Sie führt das nicht näher aus, aber sie ist bei dieser Aussage von einer Einrichtung umgeben, vermutlich ihrer Wohnung, deren Herstellung harte und disziplinierte Arbeit erfordert: Ein schöner Glastisch, eine ausgewählte Tischleuchte und ähnliches. Was denken sich diese Leute bloß, wie so etwas entsteht? Indem man den Sinn des Lebens ausknobelt?

Zwischendurch tun Schauspieler so, als hätten sie durch Arbeit einen Nervenzusammenbruch erlitten, was heutzutage als „Burnout“ bezeichnet wird, ein Begriff, der speziell für faule Beamte erfunden worden ist, damit sie nicht einmal so tun müssen, als würden sie arbeiten, und nur noch auf Steuerzahlers Kosten einen Nonstop-Urlaub genießen dürfen. Alle in dem Film geäußerten und vermeintlich schlau und ungeheuer analytisch daherkommenden Statements sind von Obere-Mittelschichtlern, die ihre Giga-Kohle vermittels des eisernen Steuergriffs des Staates an jedem Ersten des Monats auf ihr Konto überwiesen bekommen, ohne eine Gegenleistung zu liefern und nur so doof-kommunistisch daher zu faseln brauchen, um ihre Existenzberechtigung unter Beweis zu stellen. Einschließlich des Autors/Regisseurs.

Dabei übersehen alle, vielleicht, weil es ihnen gerade in den Kram passt, vielleicht weil sie zu blöd dazu sind, das, was eigentlich genau vor ihrer Nase liegt: Nein, nicht alle arbeiten sich zu Tode in diesem Land, bei weitem nicht. Die Mehrheit schiebt eine ruhige Kugel, wie der unglaublich lustig sein sollende Demo der freiwilligen, nichtsdestoweniger Staatsknete kassierenden Arbeitslosen, welche die Arbeitenden am Straßenrand verhöhnt, im Streifen beweist. Mit keinem Wort geht unser Arbeitssatiriker darauf ein, wer solch einen ins Titanische aufgeblähten Wohlfahrtsstaat sonst bezahlen soll, als diejenigen, die sich zu Tode schuften? Vielleicht Obdachlosen-Zeitung-Verkäufer oder Asylanten? Da nützt es auch nicht, dass irgendwelche Sozial-Heinis von unkontrollierbaren „Finanzmärkten“ quasseln, von denen sie eh keine Ahnung haben. Und während sie quasseln, sitzen sie in ihren schönen Häusern und Gärten, welche bestimmt nicht Maximal-Entspannte ohne Marxsche „Entfremdung“ und allein ihren „wahren“ Interessen folgend hergerichtet haben, sondern in der Tat total „entfremdete“ Bauarbeiter und Gärtner.

Und, ja, das fehlt mir auch in dem Film: Es wird darin nämlich leider nicht gezeigt, wie der Autor/Regisseur Konstantin Faigle so lebt, nachdem er die Staatsknete für seinen Schwachsinn abgegriffen hat. Schade. Oder anders ausgedrückt: der übliche linke Scheiß.

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Facebook-Seite des Autors.


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