04. Juli 2014

Cristiano Ronaldo Warum er eine Reizfigur ist?

Es ist der Neid und nichts als der Neid!

Im Kern geht es bei allen derzeit im Netz wieder kursierenden Schmähungen gegen „Heulnaldo“ um Neid. Neid wuchert stets im Verborgenen und es gehört zu seinem Wesen, niemals offen eingestanden zu werden. In Zeiten wie diesen, wo auch Männer um „feminine“ Werte mit Frauen konkurrieren müssen, spielt da eben auch sein Aussehen eine große Rolle – und schon spürt man den Nivellierungswunsch der sich leicht benachteiligt Fühlenden, der etwa als Neidreiz gegen einen Franck Henry Pierre Ribéry (übrigens ein begnadeter Fußballer) sich nicht einzustellen vermag. Man fühlt sich bei dem Phänomen des Anti-Ronaldismus immer wieder an den Roman „Facial Justice“ von L. P. Hartley (kongenialer Zeitgenosse von George Orwell) erinnert. Cristiano Ronaldo verstößt mit seinem Wohlstand gegen das tyrannische Gebot der zeitgeistigen „sozialen Gerechtigkeit“, aber eben noch viel mehr mit seinem Äußeren gegen das in Deutschland gepflegte (und zum Beispiel sehr gutaussehenden Schauspielern bei der Rollensuche zum Nachteil gereichende) Mittelmaß-Ideal der „Antlitzgerechtigkeit“, welches sich durch den gleichmacherischen „Kult der Hässlichkeit“ der 68er längst zur Staatsraison ausgewuchert und eingegraben hat.

Dandys haben wir selten hervorgebracht (weder im Fußball noch sonstwo) und wo sich Individualität und Extravaganz doch einmal zu zeigen erkühnen, werden sie noch im frühesten Stadium niedergeknüppelt. Da verstehen wir Deutschen keinen Spaß. Dass wir uns darauf auch noch etwas einbilden, stellt zumindest sicher, dass ein Jahrhundertfußballer vom Format eines CR7, der menschliche Größe und Charakterstärke gerade auch abseits des Rasens beweist, um dieses Land stets einen großen Bogen machen wird. Und dass die in den bis aufs Zahnfleisch heruntergesparten Sportredaktionen ihr Gnadenbrot mümmelnden Neidhammel ihn mit ihrem eitrigen Ressentiment auch weiterhin nicht erreichen werden.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Freitum.


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Dietmar-Dominik Hennig

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