11. September 2014

Nanny-Staat Bürger sein oder nicht sein

Nudge aus Leidenschaft

Bürger, die der Staat für mündig erklärt, um sie widerstandsloser von der Krippe bis zur Bahre rumschubsen zu können, brauchen die Obama-Sozial-Demokraten für betreutes Leben im Nanny-Staat nach skandinavisch-mitteleuropäischem Vorbild. – „To nudge“ ist das Modewort dafür. Damit lassen sich sämtliche Freiheiten eines Christenmenschen und seine Verantwortung für sich und andere vergessen, weil er ja mit Vater Staat – ohne jede Ähnlichkeit mit dem partiell klanggleichen Vaterland – schon über eine hinreichende Pseudo-Familie zu verfügen glaubt.

Nicht die Verbraucher, Organ-Spender, Steuer-Zahler, Lehrer, Gurt-Träger, Bio-Esser, Nicht-Raucher, Müll-Trenner, Umwelt-Schoner, Energie-Sparer, Anti-Rassisten, Homophilen, Emanzipierten, Anti-Alkoholiker, Lesben, Formular-Ausfüller, Evangelen, Sparer, Einheitsparteien-Wähler, Netto-Transfergeld-Empfänger, ehrlichen Glotzen-Steuer-Zahler und betrogenen Zeichner von Staats-Anleihen, nicht die Politisch-Korrekten und die Gender- Gerechten Sowieso-Innen sind Bürger. Im Gegensatz zu ihnen sind Steuer-, Verkehrs- und Umwelt-Sünder, diskriminierende, nichtbehinderte, weiße, deutsche Wessi-Männer zwischen 18 und 65 ohne Migrations-Hintergrund aber auch noch keine Bürger. – Was Bürger sind, erklärt uns Marx’ Lehrer Hegel: Das ist die erste Bedingung des Bürgers, dass er Person ist und Privateigentum hat. Zur Strafe hat Marx von Hegel vorzugsweise die primitiven, antagonistischen Widersprüche übernommen, die übrigen aber weggelassen, die komplizierten, weiterbestehenden.

In Gottfried Kellers „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ lieben sich die Liebenden, obwohl ihre Väter Hab und Gut verspielt haben, bis sie erkennen müssen, dass ihnen ohne bürgerliche Habseligkeiten nur der Liebestod bleibt, genannt Leidenschaft.


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