12. Dezember 2014

Antisemitismus Hat Frankreich ein Problem mit seinen Juden?

Das Problem ist importiert

Ist Frankreich ein judenfeindliches Land? Diese Frage kann mit bestem Gewissen verneint werden. Bejaht werden muss jedoch, dass Frankreich seit 15 bis 20 Jahren Schauplatz gewaltsamer Attacken von zum Teil bestialischer Grausamkeit gegen Juden und jüdische Einrichtungen ist. Die Berichterstattung in den Mainstreammedien ist zu diesem Thema bewusst vage bis verschleiernd, so dass sich dem unbedarften Leser oder Hörer der Eindruck aufdrängt, dass diese Gewaltausbrüche aus der Mitte der französischen Gesellschaft kommen. Dem ist allerdings mitnichten so. Ein Blick auf die Täterprofile zeigt, dass es sich um ein rein außerfranzösisches Phänomen handelt, das nur aufgrund der Immigration auf französischen Boden verpflanzt worden ist. Frankreich hat also kein Problem mit Judenfeindlichkeit, sondern ein Problem mit judenhassenden, muslimischen Immigranten aus dem Maghreb und Schwarzafrika. Dazu kurz die wichtigsten Anschläge im Überblick:

Im September 1995 explodiert eine Bombe in einer jüdischen Schule in Villeurbanne. Nur dem Umstand, dass die Bombe zehn Minuten zu früh explodierte, ist es zu verdanken, dass keiner der 700 Schüler verletzt oder getötet wurde. Die Täter waren Lyonnaiser Islamisten mit Beziehungen zur algerischen GIA, der islamistischen Gruppierung, die Algerien in den 1990er Jahren in den blutigen Bürgerkrieg stürzte.

Januar 2006: Der junge Jude Ilan Halimi wird von der „Bande der Barbaren“, einer 20-köpfigen Vorstadtgang, entführt und auf grausamste Art zu Tode gefoltert. Als Motiv geben die Gangmitglieder an, dass Halimi Jude und also reich sei (sic!). Die Bande wird von Youssouf Fofana angeführt, einem polizeibekannten Gewaltverbrecher und Islamisten von der Elfenbeinküste. Mädchen aus dem Umkreis der Bande wurden als Lockvögel eingesetzt, um Kontakt zu dem potentiellen Opfer herzustellen. Bevor es der Bande gelang, Halimi zu entführen, hatte sie bereits fünf vergebliche Versuche unternommen, Juden zu entführen. Die Ermittler fanden salafistisches Material bei den Bandenmitgliedern, und ein Mitglied zitierte den Eltern des Opfers am Telefon Koranverse.

19. März 2012: Mohammed Merah, ein zum radikalen Islam übergetretener polizeibekannter Kleinkrimineller algerischer Abstammung, erschießt drei Kinder und einen Lehrer vor einer jüdischen Schule in Toulouse. Zuvor hatte er bereits vier französische Soldaten mit Immigrationshintergrund heimtückisch getötet. Merah stammt aus einer völlig kaputten Familie, deren Mitglieder seit Anfang der 2000er Jahre alle nacheinander Adepten des radikalen Islam geworden sind. Seine Schwester und ihr aktueller Lebensgefährte sind zwischenzeitlich mit ihren vier Kindern in Syrien gewesen, um dort den IS zu unterstützen.

19./20. Juli 2014 : Trotz offiziellen Verbots demonstrieren im Großraum Paris und anderen Städten Tausende von französischen Arabern gegen die israelische Offensive im Gazastreifen. Im Immigrantenviertel Barbès von Paris und in Frankreichs größter jüdischer Gemeinde Sarcelles spielen sich Szenen ab, wie man sie sonst nur aus Fernsehberichten über anti-israelische Demonstrationen im Orient kennt: Vermummte Demonstranten zerstören und brandschatzen jüdische Geschäfte, israelische Flaggen werden verbrannt, in Sprechchören wird „Tod den Juden“ und „Allahu akbar“ gerufen. Die französischen Sicherheitskräfte stehen der Gewalt hilflos gegenüber, und den Politikern fällt nicht mehr ein, als die Taten als „abscheulich“ zu verurteilen.

Diese Beispiele sollen genügen, um zu zeigen, dass es sich bei der Judenfeindlichkeit in Frankreich um ein importiertes Problem handelt. Doch genau diesen Sachverhalt wünschen vor allem die linken Politiker zu verschleiern. Deshalb rufen sie nach jedem Anschlag dazu auf, den „Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus“ mit noch größeren Anstrengungen zu führen. Doch damit lassen die Politiker die realen Opfer der Judenfeindlichkeit im Regen stehen und kämpfen stattdessen gegen ein rechtes Phantom, das es nicht gibt. Politiker und Journalisten, die auf die tatsächlichen Zusammenhänge hinweisen, bekommen die Rassismuskeule zu spüren. Dafür sorgen Organisationen wie SOS Racisme, die der Steuerzahler großzügig zwangsfinanzieren muss. Ehemalige Kader von SOS Racisme machen heute in der Sozialistischen Partei (PS) und in Hollandes Kabinett Karriere, wie zum Beispiel Europastaatssekretär Harlem Désir und das Urgestein der PS, Julien Dray.

In der Bevölkerung findet der „Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus“ allerdings immer weniger Anklang, denn inzwischen sind nicht nur Juden Opfer der islamistischen Gewaltorgie, sondern immer mehr „Bio-Franzosen“. Diese haben nur leider das Pech, keiner schützenswerten ethnischen, sexuellen oder religiösen Minderheit anzugehören, und deshalb können sie niemals ein „Hate crime“ als erschwerenden Tatbestand geltend machen.

Von dieser Situation profitiert Marine Le Pen, die als einzige von den Spitzenpolitikern auf die realen Tatzusammenhänge hinweist. In einem kürzlich ausgestrahlten Interview mit dem Radiosender BFM-Business erklärte sie : „Seit 15 Jahren nimmt der Antisemitismus in unserem Lande in dem Maße zu, wie sich innerhalb der ausländischen Communities der radikale Islam ausbreitet. Gegen den Fundamentalismus muss mit größter Härte vorgegangen werden: Zuerst muss die Massenimmigration gestoppt werden, denn je mehr die Immigration voranschreitet, desto besser gedeiht der Fundamentalismus. Zweitens muss energisch gegen den Kommunitarismus vorgegangen werden. Wir müssen kontrollieren, was in den Moscheen gepredigt wird, und durchsetzen, dass dort nur auf Französisch gepredigt wird.“ Le Pen äußerte ferner den Wunsch, dass „der Staat extrem hohe Ansprüche an ausländische Prediger stellt und ihnen notfalls die Einreise nach Frankreich verweigert, wenn sie diesen Ansprüchen nicht genügen“. Für diese Aussagen dürfte Le Pen weit über ihre klassische Wählerschaft hinaus Zustimmung finden. Die Möglichkeit, dass sie 2017 zur Präsidentin gewählt wird, erscheint vielen politischen Beobachtern deshalb als immer realistischer.


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