20. Februar 2015

Euro Die Griechen, die Griechen

Soso, die mal wieder

Schon vor über 150 Jahren konnten sie sich nicht benehmen, haben belogen und betrogen und ihren Nachbarländern fiesen Kummer bereitet. Also alles wie gehabt? Alles eine Frage des schlechten Charakters? Eines schlechten Charakters, der sich in wem auch immer zeigt? Die „Schlechte-Charakter-Inhaber“ sind übrigens austauschbar.

Mal sind es die „reichen Griechen“, die dem „fürsorgenden Staat“ den langen Finger zeigen, mal sind es die gierigen Banken, die den Hals nicht vollkriegen, mal sind es miese Politiker, die „ausgetauscht“ werden müssen, weil sie unfähig oder korrupt sind. Ja, immer ist es irgendwer! Nun mag man dem lustigen Schauspiel und dieser häuslichen „Streitidylle“ noch ein Weilchen beiwohnen, ändern tut es nichts – am Schauspiel!

Ob „die Griechen“ oder „die Deutschen“ nun schuld sind am Debakel – einerlei. Wir alle hängen da mit drin. Der eine mehr – der andere weniger. Aber wir löffeln alle die gleiche giftige Suppe aus. Und diese Suppe ist ein gefährliches Gemisch aus Ignoranz, Dreistigkeit und der festen Überzeugung, dass die Schuld definitiv beim anderen liegt.

Das ist ganz wichtig! Die Schuld liegt immer beim anderen! Denn solange wir die Schuld beim anderen suchen, sind wir aus der Nummer fein raus. Dann sind wir entweder die „Armen“, die ständig den Mist der anderen ausbügeln müssen, oder wir sind die „Reichen“, die gefälligst die Zeche für die Armen bezahlen, die den Mist der anderen ausbügeln müssen. Wichtig ist nur – Schuld haben die anderen! Und weil wir die Schuld immer jemand anderem umhängen, kommen wir nie an die Basis des Problems.

Und diese Basis ist das Falschgeldsystem. Nur in diesem können die Suppenkasper die Schuld immer jemand anderem in die Schuhe schieben. Nur in diesem können sie unwürdige Spielchen spielen, denen wir beiwohnen und sie sogar in weiten Teilen der Bevölkerung auch noch ansatzweise ernstnehmen. Was ein erschreckendes Zeichen dafür ist, wie tief wir schon gesunken sind!

Und auch weil es hier so gut hinpasst, ein Auszug aus meinem Buch „Bis zum letzten Atemzug“, Seite 563:

„Es ist eine unglaublich verheerende Mischung aus explodierenden Steuern im Einklang mit aggressiven Steuereintreibungsmaßnahmen und atemberaubenden, weltweiten Schuldenniveaus. Alle Politiker, fast ohne Ausnahmen, wollen an die privaten Gelder heran, um so vorgeben zu können, dass die staatlichen Defizite unter Kontrolle gebracht werden können. Dabei ist das reine Verdummerei ohne jegliche Substanz. Die vermeintliche Belebung der Nachfrage durch höhere Staatsausgaben hat sich bereits in der Vergangenheit immer wieder als Reinfall herausgestellt. Und wenn man fortwährend die Steuern erhöht, die Steuereintreibungsmaßnahmen immer aggressiver werden und das Geld in atemberaubendem Tempo entwertet wird … ja, wo sollen dann die privaten Ausgaben herkommen, wenn das frei verfügbare Einkommen immer weiter abschmilzt?

In den Regierungen sind Verrückte am Werk, die in der Tat glauben, sie seien göttlich; die einfach der Meinung sind, dass man nur Befehle geben muss, und schon kommt auf magische Weise alles in Ordnung.

Und dabei ist dieses ganze System seit Jahrzehnten todkrank. In dem Moment, wo der Staat das Geldmonopol an sich riss und damit die totale Kontrolle übernahm, waren wir auf dem Weg in die Knechtschaft, wie Friedrich von Hayek dies so treffend ausdrückte. Aber auch hier passt es so wunderbar in unsere verqueren Zeiten. Da wird vom ‚Markt‘ schwadroniert, obwohl es kaum noch einen Markt gibt. Da wird von Hayeks angeblichem ‚Marktradikalismus‘ geschwafelt, weil man glaubt, dass die schlimmen Dinge, die passieren, dem Markt anzulasten sind und denen, die man für die Verfechter eines solchen hält. Diese Scheinversteher erkennen nicht, dass der Markt, den die ‚Marktradikalen‘ verteidigen, gar nicht existiert. Dass diese ‚Marktradikalen‘ das, was heute geschieht, zutiefst verabscheut haben.

Sie überzeugen sich nicht davon – und dabei wäre es so einfach – dass vor allem alle ‚Österreicher‘ die Verbrecherspielwiese als erste erkannt, definiert und einer kategorischen Abschaffung das Wort geredet haben. Und genau die, die diese Missstände permanent angeprangert haben, nun, genau die sollen es nun sein, die für den heutigen Murks verantwortlich sein sollen. Geht es denn bitte noch ignoranter? Geht es noch unwissender? … Ich kann es mir kaum vorstellen.

Friedrich Hayek hat mit seinem Werk ‚Der Weg zur Knechtschaft‘ ein Plädoyer für die Freiheit geschrieben, eine Freiheit, die jedem zuteilwerden soll. Er sprach sich nie dafür aus, dass nur Einzelne oder bestimmte Gruppen diese Freiheit genießen. Nie!

Hayek spricht vom ‚Weg zur Knechtschaft‘ und meint damit – auch und ganz besonders – die Manipulation des Geldwertes und des Zinses, der eine freie Gesellschaft systematisch zerstört. Es ist ja nicht so, dass unser Währungssystem morgen kollabieren wird, aber der Staat wird sich jeden Tag stärker einmischen. Die Banken werden noch mächtiger, die Großindustrie noch größer, die Politik noch dreister. Durch die Interventionsspirale entwickelt sich die Wirtschaft zu einer nicht mehr durchschaubaren Kungelei.“

Das Buch „Bis zum letzten Atemzug“ kann hier erworben werden.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog der Autorin.

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