04. März 2015

Edathys Geldauflage Ich bin ein Verbrecher!

Der Glaube an die Gesinnungsjustiz ist wieder hergestellt

Dossierbild

Ich bin schon zweimal vorbestraft, und bislang musste ich insgesamt 12.000 Euro Strafe zahlen plus Anwalts- und Prozesskosten von ungefähr 30.000 hinblättern. Das ist aber noch nicht alles. Die Staatsanwaltschaft Bonn hat gegen mich ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung eingeleitet, ich wurde vom Staatsschutz verhört, weil ich „Islam ist scheiße“ gesagt habe, und kein Geringerer als der Abgeordnete Volker Beck hat mich angezeigt, weil ich ihn öffentlich daran erinnert habe, was er in seinem eigenen Buch schrieb:

„Eine Entkriminalisierung der Pädosexualität ist angesichts des jetzigen Zustandes ihrer globalen Kriminalisierung dringend erforderlich, nicht zuletzt weil sie im Widerspruch zu rechtsstaatlichen Grundsätzen aufrechterhalten wird.“ (Volker Beck: „Das Strafrecht ändern? Plädoyer für eine realistische Neuorientierung der Sexualpolitik“, S. 266.)

Kurzum, ich scheine ein total übler Krimineller zu sein, zumal noch andere Verfahren in Sachen Gedankenverbrechen gegen mich laufen. Klar, ich selbst sehe das ein bisschen anders. Schaue ich über meine Schulter zurück, so entdecke ich nichts, was mich zu einem gemeingefährlichen Delinquenten abstempelt. Ich habe mein ganzes Leben lang kein einziges Mal gegen das Gesetz verstoßen – ich meine das Gesetz der alten Bundesrepublik und nicht das inzwischen von der grün-links versifften Politik vergewaltigte, welches selbst ausländische Kopftreter und Mörder auf Segeltörns in der Karibik schickt. Zudem versorgte ich den deutschen Staat regelmäßig mit Millionen von Euro an Steuern, damit er, nur mal so als Beispiel, einen Superabgeordneten wie Sebastian Edathy monatlich mit einem Managergehalt alimentieren konnte. Dass das Finanzamt mir aus lauter Dankbarkeit nicht unter die Arme greifen wollte, im Gegenteil mir drohte, mein Haus pfänden zu wollen, sobald ich in einer finanziellen Klemme steckte und all die ins Gesicht geschissenen Parasiten dieses Abzockerkartells namens Regierung nicht prompt mit meinem hart erarbeiteten Geld bedienen konnte, versteht sich von selbst.

Ich habe keine Gelder in der Schweiz versteckt, nie Kinderpornos auf meinen Computer geladen, keine Frauen belästigt, niemandem auch nur eine Backpfeife erteilt, ja, ich bin nicht einmal je über eine rote Ampel gegangen. Allerdings habe ich mich, das gebe ich zu, in diesem von Perversen, Steuerhinterziehern und ulkigerweise immer mehr von Moslems regierten Land zweier Verbrechen schuldig gemacht, die schlimmer als Massenmord zu ahnden sind. Zunächst einmal habe ich keine linke Gesinnung wie, sagen wir mal, die wie Scheiße-am-Arsch-klebend-aussehenden Faschisten von der Antifa, die ebenfalls von meinen Steuergeldern gemästet werden. Ich bin nicht in dem Drecksverein SPD und spiele für ihn nicht den Schimpansen mit Migrationshintergrund, der muslimische und vaterlandsverratende Kunststückchen im ebenso wie ein einziger Scheißhaufen wirkenden Staatsfernsehen vorführt. Nein, ich habe überhaupt keine Gesinnung und bete die Freiheit an.

Mein zweites unerhörtes Vergehen besteht darin, dass ich zwei homosexuelle Professoren mit recht abstrusen Thesen, selbstredend auch von meinen Steuergeldern alimentiert, in Artikeln beleidigt haben soll. Diese litten so sehr darunter, dass Richter am Bonner Landgericht mit einem einzigen Fingerschnalzen die Presse-, Kunst- und Meinungsfreiheit abschafften und wegen des unermesslichen Leids der Betroffenen mit Tränen in den Augen mich zu den oben aufgeführten Strafen verurteilten. Selbstverständlich konnten diese Richter nichts dafür, denn Schwule, Pädophile und Moslems genießen in diesem Kackland mittlerweile den Anbetungsgrad von griechischen Göttern, und jeder, der am Lack dieser sakrosankten Seltsamgestalten auch nur ein bisschen kratzt, muss schwerer bestraft werden als ein Kopfabschneider, Kindermörder und Frauen-zu-Tode-Vergewaltiger, der Urlaub im Morgenland gemacht hat und nun wieder in unser schönes Hartz-IV-Land zurückgekehrt ist. Ein Jammer, dass es die Todesstrafe für die Pirinçcis dieser Welt nicht mehr gibt, mag sich ein Bonner Richter denken, nachdem er am 1. des Monats sein von mir erwirtschaftetes Gehalt von der Bank abgehoben hat, so muss einstweilen leider, leider die stumpfe Waffe der Existenzvernichtung reichen.

Hört sich das alles wie die Klage eines Verbohrten an, der sich von der deutschen Justiz ungerecht behandelt fühlt? I wo. Denn seit heute vormittag ist mein Glaube eben an diese Gesinnungsjustiz wieder hergestellt. Ein homosexueller Linker mit Migrationshintergrund, zudem Mitglied einer Regierungspartei und ein unerschrockener Kämpfer „gegen rechts“ – mehr Anbetungswürdigkeit geht nicht – wurde an diesem Tag endlich, endlich seiner angemessenen Strafe zugeführt:

„Das Landgericht Verden hat das Kinderporno-Verfahren gegen Sebastian Edathy gegen eine Geldauflage von 5.000 Euro eingestellt. Der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete hatte zuvor zugegeben, mit seinem dienstlichen Laptop Videos und Bilder von nackten Jungen aus dem Internet heruntergeladen zu haben. ‚Die Vorwürfe treffen zu‘, sagte Edathys Verteidiger Christian Noll am zweiten Prozesstag.“

Und das Allerbeste ist: „… damit gilt Edathy als nicht vorbestraft.“

Nicht nur ich, sondern auch die kleinen Jungs, die für diese Bilder nackt vor die Kamera gezerrt wurden, um anschließend von schmierigen, stinkenden Perversen gefickt zu werden, haben bestimmt ob dieses salomonischen Urteils aufgeatmet. Vielleicht haben sie sogar aus den Kliniken für Traumatisierte und den Kiezen für Strichjungen, in die sie von diesen fürsorglichen Onkels gelotst wurden, dem nicht vorbestraften Edathy ihre Glückwünsche übermittelt. Denn man kann Edathy vieles vorwerfen, aber bestimmt nicht, dass er in einem Artikel Homosexuelle beleidigt hätte oder dass er in einer „rechtspopulistischen“ Partei wäre, deren Mitglieder ihn vor einer Festnahme warnen konnten, oder dass er wegen der Paar-Bildchen-Angucken-Sache ins Ausland floh. Nein, das kann man sicherlich nicht. Und der Mann ist durch die Hölle gegangen:

„Ich habe inzwischen eingesehen, dass ich einen Fehler gemacht habe.“

Wenn man Fehler einsieht, ist eine Vorstrafe in der deutschen Justiz nicht vorgesehen, also wenn man nicht gerade Pirinçci heißt. Außerdem ist ein Politiker mit grün-links versiffter Gesinnung, der sich Kinderpornos anschaut, nicht zu vergleichen mit irgend so einem blutsaufenden Schriftsteller, der Artikel schreibt. Genauso funktioniert die deutsche Justiz, genauso funktioniert das politische Kartell und genauso funktioniert dieses heruntergekommene elende Land inzwischen. Wer diese Leute und diese Parteien wählt, wählt die Feinde unserer Kinder und Familien. Und wer diese Justiz immer noch für unabhängig hält, hält mich auch für einen vorbestraften Verbrecher.

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Facebook-Seite des Autors.

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