27. April 2015

Raubtiersozialismus Gerechter Teufel

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Bildquelle: Shutterstock Ein Leben lang umverteilen: Hillary und Bill Clinton

Der Teufel spricht in der Tat mit süßer Stimme, und er hat viele Gesichter.

Stets allerdings kommt er mit dem Antlitz des Gemeinwohls daher und verspricht, alles zu tun, was im Interesse der Gemeinschaft ist. Die „Verwechslung“ des Turbo-Etatismus mit dem Turbo-Kapitalismus ist dabei die größte Dummheit, allerdings eine von der antikapitalistischen Propaganda gerne ausgenutzte. Man nehme die offensichtlichen Probleme staatlichen Papiergeldes, schiebe diese auf die fiesen Spekulanten, phantasiere Probleme des unregulierten Marktes herbei, die dann am besten durch noch mehr staatliche Kontrolle gelöst werden sollen.

„Im Notfall sind wir – im Rahmen unseres Mandats – hier nicht fertig“, so die erst vor einigen Monaten ertönte süße Stimme des Mario Draghi, Chef der staatlich beauftragten Megaenteignungszentrale EZB, in bester Eintracht mit dem grünen Europaabgeordneten Sven Giegold: „Ich bin froh, dass wir mit der EZB eine europäische Institution haben, auf die noch Verlass ist. Menschen, die leichtfertig von Enteignung der Sparer reden, sollten sich vor Augen führen, welches Elend im letzten Jahrhundert durch Deflation ausgelöst wurde.“ Inzwischen hat der zuckersüße Mario dann auch tatsächlich Taten folgen lassen und flutet die „Märkte“ mit „Geld“, das den Namen  nicht mehr auch nur im Entferntesten verdient.

Tja, so sind sie – unsere Superhirne der Ökonomie, die wohl zum einen niemals verstehen werden (wollen), was Inflation und Deflation eigentlich sind, und das Publikum schluckt es, denn die „üblichen Verdächtigen“ haben es nach jahrzehntelanger Gehirnwäsche geschafft, dass für das Publikum heutzutage Inflation gleichbedeutend ist mit Preissteigerung und unter Deflation das Gegenteil verstanden wird.

Dabei wäre in einer gesunden Marktwirtschaft eine Deflation überhaupt kein Problem, ganz im Gegenteil. Jeder, der heute einen Fernseher kauft, der kaum im Wohnzimmer Platz findet, und dafür einen Betrag bezahlt, der früher drei Monatsgehältern entsprach, ist ein Profiteur der Deflation. Sinkende Preise sind in einer gesunden Marktwirtschaft für jeden Konsumenten von großem Vorteil.

In unserem degenerierten System allerdings ist alles auf den Kopf gestellt. Vor allem auf den Kopf gestellt ist der Kopf an sich. Und mit dem Kopf das darin in manchen Fällen befindliche Gehirn.

Noch mehr Geld soll zu mehr Konsum führen, noch mehr Geld, das keinen echten Wert in sich trägt. Statt sich mal zu fragen, warum kaum noch investiert wird, wird die Kreditvergabe jetzt mit Gewalt durchgedrückt. Der DAX wirbelt von einem Hoch zum nächsten, und die Profiteure dieser unfassbaren staatlich initiierten Umverteilungsorgie kommen aus dem Lachen gar nicht mehr heraus. Am allerlustigsten müssen sie es jedoch finden, dass die, die am meisten geschröpft werden, genau davon noch mehr wollen. Man mag sich fragen, was da im Oberstübchen so vor sich geht, man mag aber auch einfach bei so viel Ignoranz des Offensichtlichen einfach kapitulieren.

So wie Hillary Clinton, die sozialistische Präsidentschaftskandidatin der USA, die jetzt medienwirksam verlauten ließ, dass „das reichste eine Prozent gestürzt werden müsse“. Mal abgesehen davon, dass sie als Regierungshaserl genau zu diesem einen Prozent gehört, ist es bei den Sozialisten immer das Gleiche.

(Auszug aus „Bis zum letzten Atemzug“): „‚Wer den Kapitalismus bekämpfen will, muss die Zinsknechtschaft brechen.‘ Wissen Sie, wer das gesagt hat, Herr Herzog? Nein? Nun, das war Gottfried Feder, Autor eines antikapitalistischen Pamphlets und der Verfasser der Schrift ‚Das Programm der NSDAP und seine weltanschaulichen Grundlagen‘ aus dem Jahr 1927. Er war der Wortführer der wirtschaftspolitischen Ideen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei unter Adolf Hitler.

Und wissen Sie, wer das gesagt hat? ‚Der Idee der NSDAP entsprechend sind wir die deutsche Linke. Nichts ist uns verhasster als der rechtsstehende, nationale Besitzbürgerblock.‘ Nein? Nun, das war Joseph Goebbels, 1931, in der Gauzeitung der Berliner NSDAP ‚Der Angriff‘.

Oder das hier? ‚Sozialist sein: Das heißt, das Ich dem Du unterordnen, die Persönlichkeit der Gesamtheit zum Opfer bringen. Sozialismus ist im tiefsten Sinne Dienst. Verzicht für den Einzelnen und Forderung für das Ganze. Friedrich der Große war ein Sozialist auf dem Königsthron. ‚Ich bin der erste Diener am Staat!‘ Ein königliches Sozialistenwort!‘ Herr Herzog, auch das waren Worte Joseph Goebbels‘!

Und wissen Sie, dass Lenin einst formulierte: ‚Wer die bürgerliche Gesellschaft vernichten will, der muss ihre Währung zerstören.‘

Und wissen Sie, dass Hugo Chávez beim Gang durch ein Elendsviertel sprach: ‚Der Reiche ist ein Tier in Menschengestalt. Reich sein ist schlecht! Das waren die Worte von Jesus Christus. Er und seine Jünger waren Sozialisten, weil sie für die Armen und gegen die Reichen kämpften, genau wie diese Revolution. Die nach dem Freiheitshelden Simón Bolívar benannte Bolivianische Revolution hat die alte, korrupte, gierige Bourgeoisie und Oligarchie entmachtet und das einfache Volk an deren Stelle gesetzt.‘

Herr Herzog, diesen Unsinn verbreiten die Chávisten bis heute unermüdlich und mancher Ausländer plappert es ihnen nur allzu gerne nach. Und es ist wahr … leider!

Der Antikapitalismus rührt an die bösartigsten Ressentiments des sozialen Neids. Er stachelt zum Hass gegen das Unternehmertum auf. Er bläst zum Raub an den Erfolgreichen. Er ist das Einfallstor des Antisemitismus.“

Die Schwundgeldanhänger diverser Denkrichtungen werden jetzt Zeuge ihres erhofften Experiments. Ein Experiment, das von Millionen Sparern (das ist diese komische Spezies, die der Meinung ist, dass man für etwas, das man sich nicht sofort leisten kann, für eine gewisse Zeit Verzicht üben muss!) nun am eigenen Leib ausprobiert werden muss. Sicherlich wird man am Ende, wenn wieder einmal alles in Schutt und Asche liegt, behaupten, dass der Sozialismus nur nicht richtig umgesetzt wurde und dass er grundsätzlich „gut“ sei.

Ja, und dann stehen die Enteigneten vor ihrem Trümmerhaufen und wundern sich, dass die, die den Unsinn gepredigt haben, sich selbst alles erhalten haben. Und warum? Weil sie es besser wussten! Weil sie nicht das getan haben, was sie anderen angeraten haben. Dass für sie so viel übrig blieb, weil sie all den Menschen in diesem Land den letzten Cent aus der Tasche gezogen haben und dabei ihr Begräbnislied von der „sozialen Gerechtigkeit“ und von den Gefahren der „Deflation“ gesungen haben.

Der Raubtiersozialismus nimmt nun im Endstadium nochmals so richtig Fahrt auf.

Das ist in seinen Schlussphasen immer der Fall. Das hatten wir 1929, das hatten wir Ende der 80er Jahre, das bekommen wir weltweit nun zum x-ten Mal präsentiert. Aber wir scheinen nicht aufgeben zu wollen. Irgendwann muss der Sozialismus doch mal gelingen!

Margaret Thatcher sagte vor vielen Jahren, dass der Sozialismus eine Idee von Intellektuellen für Intellektuelle ist, um den Rest zu beherrschen. Traurig ist nur, dass die Nicht-Intellektuellen – also die, die den Wahnsinn bezahlen – einfach nicht erkennen wollen, zu welchen Deppen sie degradiert werden. Sie scheinen den diversen Reinkarnationen sozialistischer Denkrichtungen ihr Erspartes gar nicht schnell genug zum Vernichten anvertrauen zu wollen – so, als würden sie sich für ihre Lebensleistung schämen. Es ist, als hätten die Menschen keinen Respekt vor sich selbst, denn wie lässt es sich sonst erklären, dass es so viele gibt, die auf das billige und fadenscheinige Geschwafel hereinfallen?

Ich war schon immer der Ansicht, dass 99 Prozent der Politik nicht nur überflüssig, sondern massiv schädlich ist. Ich habe meine Meinung geändert – es sind 99,9 Prozent! Staatliche Eingriffe waren seit jeher von großem Übel – dies ist oft genug am lebenden Objekt eindrucksvoll bewiesen worden. Aber es ist eben auch oft genug eindrucksvoll bewiesen worden, dass die, die von diesen staatlichen Eingriffen in ungehöriger Weise profitieren, einfach die einlullenderen Worte finden und die Gehirne der Menschen effektiver vernebeln. So werden wir also zum wiederholten Male das Spiel der Enteignung spielen!

Roland Baader hat unsere Lebensform nicht weniger treffend mit Turbo-Etatismus beschrieben, und nur noch Hardcore-Staatstreue können das, was heutzutage passiert, für gut befinden.

Wie dem auch sei: Der Teufel scheint ein gerechtes Geschöpf zu sein – er liefert uns nur das, worum wir bitten.

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Internetseite des Online-Magazins Freiraum.


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