19. Mai 2015

Die Geschichte vom ewigen Betrug Eine Tragödie in fünf Akten

Nur einer unter einer Million

Artikelbild
Bildquelle: shutterstock Lenin: Wusste Bescheid über das Geldsystem

Lenin soll gesagt haben, dass die beste Methode, das bürgerliche System zu zerstören, darin besteht, die Währung zu zerstören. Durch den fortlaufenden Prozess der Inflation kann sich die Regierung insgeheim einen großen Teil des Reichtums ihrer Bürger aneignen. Durch diese Methode wird nicht nur beschlagnahmt … es wird willkürlich beschlagnahmt! Und während dieser Prozess viele in die Armut stürzt, werden wenige außerordentlich reich. Es gibt keine subtilere und wirksamere Methode, die Grundlage der bestehenden Gesellschaft zu zerstören.

Dieser Prozess bringt alle verborgenen wirtschaftlichen Kräfte auf die Seite der Zerstörung und zwar so, dass nicht einer unter einer Million in der Lage ist, dies zu erkennen.

So tragisch es ist, dass wir in die gegenwärtige Situation gekommen sind, so ist es noch viel tragischer, dass im Allgemeinen das Verständnis über die Ursache, warum wir dermaßen im Schlamassel stecken, vollständig fehlt. Es werden die abenteuerlichsten Geschichten erzählt, die uns dem angeblichen Kapitalismus „inhärente“ Wiederkehr von „Finanzkrisen“ erklären sollen.

Ökonomen und „Experten“ überschlagen sich in Erklärungsversuchen, die uns weismachen wollen, dass, wenn wir nur das Bankwesen „staatlicherseits an die Kette“ legen, endlich alles besser werden wird. Uns wird ebenso weisgemacht, dass das bestehende Geldsystem legitim und rechtschaffen ist und es nur einer gewaltigen Umverteilung bedarf, um endlich Gerechtigkeit einkehren zu lassen.

Liebe Leser, das ist – gelinde gesagt – der allergrößte Unsinn, der uns aus vielerlei Gründen vorgesetzt wird.

Neben John Maynard Keynes, der Lenin in dargebotener Weise zitiert, hat auch schon Henry Ford verlautbart, dass, wenn die Menschen das Geldsystem verstehen würden, eine Revolution „bereits vor morgen früh“ ausbrechen würde. Leider ist es aber nun einmal so, dass die Menschen die seit Jahrhunderten bestehenden Ursachen des immer wiederkehrenden Leids nicht oder nur teilweise begreifen und sich einreden lassen, dass ein wertgedecktes, nicht beliebig vermehrbares Geldsystem nicht funktionieren wird.

Oftmals sind es gerade diese auszugsweisen Kenntnisse, die dann die Verwirrung komplett machen und mehr Schaden anrichten, als wenn man sich mit dem Geldsystem überhaupt noch nicht beschäftigt hat. Es ist wahrlich faszinierend zu sehen, wie sehr die Weltgeschichte mit sozialer und egalitaristischer Rhetorik überschwemmt wurde, so dass wir buchstäblich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr erkennen können.

Diese Reihe soll ein wenig Licht ins Dunkel bringen; sie soll zeigen, dass in erster Linie die für die Bevölkerung unverantwortliche und unsoziale Zusammenarbeit zwischen dem Bankenwesen und der Politik seit hunderten von Jahren dafür geradezustehen hat, dass wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit immer wieder an den gleichen aussichtslosen Punkt kommen.

Den Verursachern der Tragödie kann und wird selbstverständlich nur „einfallen“, die Bürger für ihr Versagen zahlen zu lassen. Dies war nie anders; jetzt so zu tun, als wäre diese Vorgehensweise ein ganz neues Thema, ist unfassbar dreist.

Diese Reihe soll zeigen, dass nur ein wertgedecktes, nicht beliebig vermehrbares „Geld“ diesen Namen auch verdient. Sie soll zeigen, dass die Entnationalisierung des Geldes die einzige Alternative ist, der Herrschaftsgier der selbsternannten Göttlichkeiten endgültig einen Riegel vorzuschieben.

Lediglich in vier Ländern auf dieser Welt gibt es keine Zentralbanken. Nun kann man nun wahrlich nicht sagen, dass dort alles besser ist und die Bevölkerung ein Leben in absoluter Herrlichkeit führen darf. Nein, auch dort wird die Macht, vor allem die Geldmacht, „von oben“ ausgeübt. Es ist immer diese Macht „von oben“, die zu Elend und Verarmung führt; dabei spielt es gar keine Rolle, ob der Staat das Geld selber „schöpft“ oder ob er diese Aufgabe an die Zentralbanken weiterreicht. Immer wieder führt die „Anmaßung von Wissen“, wie Friedrich August von Hayek so trefflich formulierte, zu katastrophalen Verwerfungen, die letztendlich stets die ausbaden müssen, die das Wasser nicht aufgedreht haben.

Diese Reihe soll zudem zeigen, dass es nicht nur das Geldausgabemonopol des Staates ist, das uns in den Wahnsinn treibt, sondern dass das gegen jahrhundertelang geltendes Recht verstoßende Teilreservesystem, das von den Regierungen nicht nur geduldet, sondern sogar unterstützt wird, sein Übriges dazu beiträgt. Es ist für uns alle von enormer Bedeutung, zu verstehen, warum wir da stehen, wo wir stehen, und dass es für uns aus diesem System keinen schmerzfreien Ausweg gibt. Lippenbekenntnisse und Versprechungen der von diesem Irrsinn Profitierenden, dass alles gut werden wird, ohne dass die Basis grundlegend zu verändern ist, sind nichts als heiße Luft, jeder Atemzug ist verschwendet, jedes Wort schwankt zwischen Größenwahn und purer Verzweiflung.

Ein Geldsystem, das auf wahlloser Verschuldung aufbaut, kann nicht gesund sein. Ein Geldsystem, das die grundlegenden Rechtsprinzipien von Eigentum und Besitz verhöhnt, kann und darf auf Dauer nicht bestehen. Ein Geldsystem, das darauf aufbaut, dass Menschen belogen und hintergangen werden, kann und darf nicht funktionieren. Ein Geldsystem, das nicht auf echten Werten aufbaut, kann nicht zum Wohl der Menschen sein. Ein Geldsystem, das von der Herrschaft eines Monopols mit Zwang bestimmt und von diesem abhängig ist, muss früher oder später scheitern – und dies zu Recht.

Warum gibt es diese kleine, elitäre Clique, die unermesslich wohlhabend ist? Warum kann es die Superreichen geben, die ihren Spaß daran haben, wenn ihre Angestellten die Asche von 1.000-Dollar-Scheinen vom Boden ihrer Yacht nach einer Champagner-durchtränkten Nacht aufwischen müssen und so auf geradezu abstoßende Weise demonstrieren, dass Geld „nichts wert ist“? Und warum wird dieses schwer zu ertragende Grüppchen immer größer?

Ja, es ist in vielen Fällen das leistungslose Einkommen durch Zinserträge, das das alles ermöglicht. Aber ich werde zeigen, dass nicht der grundsätzliche Zins der Übeltäter ist, sondern eben der Zins auf das aus dem Nichts geschaffene „Funny-money“, das dem größten Teil der Menschheit das Fell über die Ohren zieht.

Warum verteidigen gerade so viele Vertreter des Establishments dieses „Geld“, das aus dem Nichts entsteht?

Warum wird sogar von einigen Ökonomen auf Biegen und Brechen behauptet, dass Schulden sinnvoll für eine Volkswirtschaft sein sollen? Warum soll es gut für die Menschen sein, wenn der Staat das Geld direkt „schöpft“? Hat nicht gerade dieser Staat – egal zu welcher Zeit – eben immer wieder eindrucksvoll bewiesen, dass er mit fremdem Geld nicht umgehen kann? Sind „wir“ wirklich der Staat, oder ist es für die Regierungsvertreter nicht eher eine Floskel, wenn sie vom Gemeinschaftseigentum sprechen, um sich gerade an diesem ungehemmt bedienen zu können?

Wer sind die Hauptarchitekten dieses Spiels, dessen Überlebenskampf wir gerade miterleben?

Lenin hat wohl richtig gelegen, als er behauptete, dass nur einer von einer Million das Geldsystem wirklich versteht. Das sollten wir dringend ändern – gibt es doch zwei Möglichkeiten, dieses Wissen zu nutzen. Entweder Sie profitieren davon in der Form, wie es Banken, Regierungen und befreundete „Interessenvertreter“ tun, oder Sie nutzen es, um das Lügengebäude zum Einsturz zu bringen und die wahren Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen.

Fortsetzung folgt …

Dieser Artikel erschien zuerst auf Freiraum.


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Dossier: Papiergeld

Mehr von Susanne Kablitz

Über Susanne Kablitz

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige