03. November 2015

Arbeitsmarkt Acht Maßnahmen, die Erwerbslosigkeit in den Griff zu bekommen

Es ist fünf vor zwölf

Artikelbild
Bildquelle: shutterstock Arbeitslosigkeit: Kaum Zeit zu handeln

Jüngst prophezeiten Wirtschaftsforscher etwas, das wir schon lange wissen: Die Arbeitslosigkeit wird auch ab 2019 nicht sinken, und Flüchtlinge werden die Facharbeiterlücke nicht schließen. Mal ehrlich: Wen wundert‘s? Nur schade, dass unsere Politiker nicht erkennen wollen, dass es fünf vor zwölf ist und dass wir, wenn so weitergemacht wird, ein böses Erwachen erleben werden. Ich möchte in acht Punkten kurz und bündig sagen, wo sie ansetzen müssen, um das Problem der Arbeitslosigkeit zu lösen:

Erstens: Die Arbeitsgesetze sind archaisch und unternehmerfeindlich. Kündigungsschutz, Arbeitszeitenregelung, Frauenquoten und viele andere Vorschriften und Regelungen sind zwar diskussionswert und teils wichtig, aber sicher nicht in der jetzigen, übertriebenen Form.

Zweitens: Die Lohnnebenkosten, das ist hinlänglich bekannt, ersticken Startups und Klein- und Mittelunternehmen. So wird Unternehmertum nicht angezogen, sondern verjagt.

Drittens: Viele hören es nicht gerne, aber ein Grund, nicht arbeiten zu gehen, ist bei manchen Arbeitslosen auch die eigene Faulheit. Warum sollte jemand arbeiten gehen, wenn er/sie vom Amt genauso viel Geld bekommt?

Viertens: Die Leute studieren mitunter das Falsche. Eltern wünschen sich für ihre Kinder bestimmte Jobs und reden ihnen falsche Studienrichtungen ein; auch Kinder ihrerseits überlegen nicht: Wo werden Leute gebraucht? Mathematik, Informatik, Maschinenbau, Bergbau, Handwerksberufe? Fehlanzeige;  junge Menschen machen Orchideenstudien, deren Absolventen nicht gebraucht werden. Die Folge? Arbeitslosigkeit.

Fünftens: Die Bildung ist ein großes Problem, die ist bei uns bekanntlich schlecht, viele haben Probleme mit der Rechtschreibung, mit der deutschen wohlgemerkt, auch können sie nicht ausreichend Englisch und so weiter. Schlimme, beschämende Zustände für unser Land. Das müsste nicht sein!

Sechstens: Die Leute sind auf die Anforderungen der Zeit und somit auf den Arbeitsmarkt nicht vorbereitet. Sie haben von der New Economy und von Onlinemarketing zu wenig Ahnung.

Siebtens: Die Wirtschaft muss laufen, damit die Arbeitslosigkeit erst gar keine Chance hat. Aber sie läuft schlecht, sie stagniert, um es genau zu nehmen. Hierzu habe ich mich schon oft zu neuen Steuermodellen und unternehmerfreundlichen Maßnahmen geäußert.

Achtens: Ein wichtiger Punkt ist unsere eigene Denke: Sind wir flexibel? Sind wir bereit, umzudenken? Es entstehen viele neue Branchen und Wirtschaftszweige. Vielleicht brauchen wir bald viel weniger praktische Ärzte, weil die Kontrollen von Computern noch genauer und effizienter vorgenommen werden können. Vielleicht muss keiner mehr an der Supermarktkasse sitzen, weil es Geräte gibt, die das erledigen. Sind wir darauf vorbereitet, Neues zu lernen, oder darauf, zu flexibleren Zeiten zu arbeiten? 

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog fisch+fleisch.


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Dossier: Staatswirtschaft

Mehr von Gerald Hörhan

Über Gerald Hörhan

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige