13. November 2015

Zwei Jahre Nxt Kryptowährung der zweiten Generation

Ein komplexes Ökosystem

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Bildquelle: Wikimedia commons Konkurrenzwährung für Bitcoin: Nxt

Nxt gibt es nun seit über zwei Jahren. Schon der Start wurde zur Altcoinlegende: Der bis heute inkognito gebliebene Gründer BCNext sammelte ab dem 28. September 2013 innerhalb von zwei Monaten 21 Bitcoins ein. Am 24. November 2013 wurde der erste Block der Blockchain veröffentlicht, der sogenannte Genesis-Block. Eine Milliarde Nxt wurden dabei an die 73 Startinvestoren verteilt (nicht jeder wollte gleich mit einem Bitcoin einsteigen, viele investierten nur einige Satoshis). BCNext zog sich nach getanem Werk bereits nach wenigen Monaten zurück, was ihn zu einer ähnlich mystisch-legendären Figur wie Satoshi Nakamoto (Bitcoin-Gründer) werden ließ. Es gibt Stimmen, die davon ausgehen, dass BCNext mit Satoshi Nakamoto identisch sei – wir werden es wohl nie erfahren. Die Coin wurde in den ersten Monaten maßgeblich von den Chefentwicklern Jean-Luc und Come-from-Beyond weiterentwickelt, aber auch von einer überaus engagierten Community. Was Nxt besonders macht, ist, dass es tatsächlich den ersten gelungenen Versuch darstellt, den Bitcoin durch eine dezentrale Kryptowährung der zweiten Generation zu ergänzen beziehungsweise sogar zu ersetzen. Was ebenfalls passte, war das Timing: Nxt erschien gerade, als der Altcoinmarkt einen Superbullenmarkt erlebte, der die Marktkapitalisierung vieler Altcoins innerhalb von wenigen Wochen mehr als verzehnfachte. Bei Nxt führte das dann dazu, dass ein Investor, der Ende Oktober 2013 ein Bitcoin (damaliger Wert 160 Euro) an BCNext überwies, dafür über 47 Millionen Nxt erhielt. Diese waren nur wenige Wochen später über drei Millionen Euro wert! Vom Tellerwäscher zum Millionär, dank Altcoins! Dies führte dann aber auch zu viel Neid und zu einer starken Polarisierung der Kryptogemeinde. Kaum eine Altcoin wurde so geliebt, aber auch so bekämpft wie Nxt. Generell geht die Tendenz dazu, dass viele „Bitcoiner“, die schon viele Jahre dabei sind und auch selbst Bitcoin- oder Altcoins minten, die „neureichen Nxter” ablehnen, während viele, die erst während des großen Bitcoin- und Altcoinbooms 2013 hinzukamen und nie selbst gemint hatten, Nxt unterstützen.

Die Fortschritte, die innerhalb der letzten zwei Jahre auf der Nxt-Plattform erzielt wurden, sind bedeutend. Es ist viel mehr als eine Kryptowährung, es ist ein komplexes Ökosystem entstanden, implementiert wurden unter anderem: Asset Exchange mit handelbaren Kryptoaktien, die auch Dividenden ausschütten, ein Marktplatz mit vielfältigen digitalen, aber auch physischen Gütern (neben Silber, Computerspielen und Hardware wird selbst Traumdeuten angeboten), private Nachrichten, die auch verschlüsselt werden können, ein Voting-System oder selbst die Möglichkeit, Nxt als Basis für eine eigene Kryptowährung zu benutzen. Was mir sehr gut gefällt, ist, dass das Forgen (bei Bitcoin würde man „Minen“ sagen) verbessert wurde. Beim Forgen erhält man aus den Blöcken, die circa alle zwei Minuten im System anfallen, die Gebühr pro Block. Diese Gebühr kommt zustande aus den Transaktionen in Nxt, die üblicherweise mindestens ein Nxt Transaktionsgebühr kosten. Forgen funktioniert dabei ähnlich wie ein Lossystem: Je mehr Lose man hat, desto eher gewinnt man die Lotterie, in dem Fall den Block. Üblicherweise bekommt also ein Konto, das zehn Millionen Nxt aufweist, 1.000 mal mehr Blöcke als ein Konto, das nur 10.000 Nxt aufweist. Das führte früher natürlich zu Frust bei den „Kleinanlegern“. Kaum ein kleiner Investor konnte sinnvoll forgen, da „die Wale“ die Blöcke abstaubten. Nun hat sich zweierlei geändert: Die Blöcke sind voller geworden, da es sehr viel mehr Nxt-Transaktionen gibt. Im Schnitt lassen sich zwischen zwei und drei Nxt je Block verdienen. Und man kann nun selbst sein Guthaben an einen großen, aktiven Account für eine bestimmte Zeitdauer verleasen/verleihen. Dies ist bequem möglich über den offiziellen Nxt-Klienten. Dafür bekommt man anteilsmäßig den Ertrag, ein ähnliches Konzept wie es bei Miningpools der Fall ist bei klassischen Coins. Ein Risiko besteht nicht, das Guthaben kann vom anderen Account nicht entwendet werden, man hat weiterhin vollen Zugriff darauf. Und das ist nicht alles, es soll noch viel mehr kommen!

Zusammengefasst kann man sagen, dass Nxt mehr als eine Kryptowährung ist, es ist ein komplexes Ökosystem geworden. Nur der Preis spielt nicht mehr mit, aktuell ist der Kurs auf den tiefsten Stand seit Dezember 2013 gerutscht mit einer Marktkapitalisierung von nur noch 6,3 Millionen Dollar, das ist ein Kursverlust von 94 Prozent seit dem Hoch. Über den Kursverfall werde ich demnächst in einem separaten Beitrag posten. Sie können Nxt unter anderem beim Altcoinbroker Bter.com erwerben.

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist selbst in Nxt investiert (Nxt:  12368267767575329807).

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog Altcoinspekulant.


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Dossier: Kryptowährungen

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Markus Bohl

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