17. Dezember 2015

Cryptsy Achillesferse Altcoinbroker

Jede Altcoin bröckelte irgendwann

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Bildquelle: shutterstock Nicht vergessen: Langes Passwort

Bitcoininvestoren können mittlerweile auf eine sehr sichere und komfortable Infrastruktur zurückgreifen. Es beginnt beim Kauf, bei dem über den Marktplatz Bitcoin.de kaum etwas schiefgehen kann. Ich stufe die dortige Wallet ebenfalls als sehr sicher ein, da die Bitcoin-Bestände sogar regelmäßig notariell überprüft werden und 98 Prozent der Coins auf „Cold Wallets“ lagern, also sicher vor dem Zugriff von Hackern sind. Wem das immer noch zu unsicher ist, der kann auf Hardwarehilfsmittel wie den Trezor oder den Ledger Nano zurückgreifen. Zudem gibt es immer die Möglichkeit, Paper-Wallets zu erstellen. Bitcoininvestoren müssen also längst nicht mehr Hacker-Angriffe fürchten und können sich mittlerweile sehr gut schützen.

Bei Altcoins ist die Lage leider nicht derart komfortabel. Schon der Erwerb ist mit Unsicherheitsfaktoren belastet. Die meisten Altcoinbroker wurden bereits gehackt. Ehemalige Topadressen wie Vircurex und Cryptsy sind scheintot. Cryptsy war 2013 noch der führende Altcoinbroker, und aktuell bestehen wohl starke Probleme, das Bitcoin-Guthaben zu transferieren. Das führt dazu, dass der Kurs von Dogecoin dort 30 Prozent höher ist als der normale Marktpreis, da Doge immerhin noch abgezogen werden kann und sich die Investoren sagen: „Lieber 30 Prozent als 100 Prozent Verlust!“ Das Dilemma des Altcoininvestors ist also, dass er den Börsen nicht wirklich trauen kann. Ein weiteres Problem ist, dass auch ein Übertrag der Coins auf die Clients zu Problemen führen kann. Zunächst einmal hat ein durchschnittlicher Altcoininvestor oft zehn oder noch mehr Coins. Dafür jeweils die komplette Software herunterzuladen, ist mit enormem Aufwand verbunden. Hinzu kommt: Die Wallets am Laufen zu halten erfordert oft viel Geschick und Zeiteinsatz, da es oft zu Synchronisationsproblemen und Hardforks bei Altcoins kommt. Nicht jeder hat das technische Geschick und auch die Zeit, sich damit täglich auseinanderzusetzen.

Fazit: Der Altcoininvestor muss mit den Unsicherheiten leben. Aktuell scheint Poloniexder beste Altcoinbroker zu sein, der zudem noch eine erfreulich hohe Liquidität aufweist. Aber auch Poloniex wurde schon gehackt, es handelt sich hier auch nur um „den Einäugigen unter den Blinden“. Gerade deshalb bin ich ein großer Fan von sogenannten Brain-Wallets: Altcoins, bei denen man über ein Passwort direkt auf die Coins zurückgreifen kann. Man muss sich lediglich ein starkes Passwort notieren (50 zufällige Zeichen zum Beispiel), das sollte mit einem Stift und einem Blatt Papier für jeden, der schreiben kann, machbar sein. Direkte Brain-Wallets gibt es allerdings nur bei Nxt und in Zukunft wohl auch bei IOTA. Insgesamt deshalb weiterhin mein Ratschlag, bei Altcoins nur Summen einzusetzen, die man jederzeit verschmerzen kann. Und wer gewonnen hat: Nicht vergessen, die Gewinne über einen Rücktausch in Bitcoin wieder abzusichern. Bisher gab es nämlich keine Altcoin, die nachhaltig einen hohen Kurs aufrechterhalten konnte. Alle bröckelten im Laufe der Jahre gegenüber dem Bitcoin wieder ab oder verschwanden ganz.

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist selbst in Bitcoin, Nxt und IOTA investiert.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog Der Altcoinspekulant.


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Markus Bohl

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