10. März 2016

Kriminalität in Wien und anderswo Problemzone Europa

Ein Ältestenrat soll die Lösung sein

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Bildquelle: EQRoy / Shutterstock.com Problemzone: Wiener Westbahnhof

Der Wiener Westbahnhof ist ein beliebter Treffpunkt für Obdachlose, Jugendbanden, Dealer und andere Kriminelle. Die Tageszeitung „Die Presse“ schreibt: „Seit der Fernverkehr weg ist, wird der Westbahnhof zunehmend zu einer Problemzone.“ Im politisch korrekten Neusprech verwendet man den Begriff „Problemzone“ dann, wenn sich an einem bestimmten Ort unschöne „Einzelfälle“ derart häufen, dass sie selbst von Medien und Politik nicht mehr völlig ignoriert werden können. Der erst vor wenigen Jahren modernisierte Bahnhof ist eine von mittlerweile Dutzenden von Problemzonen, die in den letzten Monaten überall in der österreichischen Hauptstadt entstanden sind. Beim Handelskai liefern sich Tschetschenen und Afghanen blutige Straßenschlachten, die Millenniumcity ist das Revier von multikulturellen Jugendbanden und islamischen Sittenwächtern, in der Lugnercity gibt es immer wieder Probleme, und in der Innenstadt, beim Bahnhof Wien Mitte, attackierte unlängst eine Afghanen-Gang mit Messern mehrere Iraker. Problemzonen eben. Die Probleme in diesen Zonen haben stets ganz unterschiedliche Gründe. Mal ist es der eingestellte Fernverkehr, dann wieder die schlechte Infrastruktur, die Wohnsituation, die hohe Arbeitslosigkeit, fehlende Integrationshelfer oder mangelnde Willkommenskultur. Die Kreativität der professionellen Appeaser beim Erfinden von immer neuen und originellen Ursachen für die überall gleichen Geschehnisse und Entwicklungen ist erstaunlich.

Selbstredend haben all diese nun überall entstehenden Brennpunkte nichts mit der Flüchtlingskrise, der unkontrollierten Massenzuwanderung von Menschen aus vormodernen Gesellschaftssystemen und den offenen Grenzen zu tun. Wer hier einen Zusammenhang zu erkennen vermag, ist Nazi, Rassist und damit selbst eine menschliche Problemzone. Abgesehen davon sind Bandenkriege, schwere Körperverletzungen, sexuelle Belästigungen oder Nötigungen ohnehin nur Problemchen.

Die verantwortlichen Politiker und ihre Helfershelfer in den großen Medien versuchen alles, um die Probleme entweder komplett unter den Teppich zu kehren oder, wenn das nicht mehr funktioniert, zu verharmlosen. Nachdem mitten in Wien rund 50 Afghanen und Tschetschenen mit Messern und Eisenstangen aufeinander losgegangen sind und ein Schlachtfeld mit sieben zum Teil lebensgefährlich Verletzten hinterlassen haben, versuchten die Zeitungen, die Leser zu beruhigen und sogar positive Stimmung zu verbreiten. In der „Kronen-Zeitung“ darf eine Mitarbeiterin eines städtischen Jugendzentrums jubeln: „Und dass die Opfer zur Mäßigung aufgerufen haben, ist ein positives Zeichen.“ Die Presse schreibt: „Die tschetschenische Community hat sogar schon einen ‚Ältestenrat‘ gegründet, der sich nun vermehrt um diese Problematik kümmern soll.“  Hurra! In Wien kümmert sich nun ein tschetschenischer Ältestenrat um Recht und Ordnung, und Journalisten finden das nicht in höchstem Maße bedenklich, sondern sogar erfreulich. Es lebe der Rechtsstaat. Problemzone Journalismus.

Und während die politisch korrekte Elite sich selbst und ihren Untertanen die Welt schön lügt, verwandeln sich ganz Wien, ganz Österreich, ganz Deutschland und ganz Europa in eine einzige Problemzone. Ist aber auch nicht weiter schlimm, irgendein Ältesten- oder Religionsrat wird sich der Probleme sicher annehmen.


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