04. April 2016

Flüchtlingspolitik Laurens Tod und Europas Ende

Der fatale Glaube an das Gute im Menschen

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Bildquelle: shutterstock Wie ein Kind allein im Walde: Europa

Am 26. Januar wird die 25-jährige Germanistikstudentin Lauren Mann tot in ihrer kleinen Wohnung im vierten Bezirk in Wien entdeckt. Sie ist nackt, ihr Gesicht in die Matratze gedrückt. Vor ihrem gewaltsamen Ende hatte sie noch Geschlechtsverkehr. Freiwillig oder nicht, man weiß es nicht. Die tragische Geschichte von Lauren Mann scheint ein Spiegelbild des Schicksals von Europa zu sein. Sie liest sich wie das Drehbuch zu den aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen.

Lauren Mann wächst in Boulder, Colorado, in gut situierten Kreisen auf. Eine behütete Kindheit und Jugend. 2013 übersiedelt sie nach Wien, studiert Germanistik und arbeitet nebenbei als Kindermädchen. In ihrem ganzen Leben ist ihr nie etwas Schlimmes widerfahren. Ihr Umfeld beschreibt sie als einen Menschen, der in den anderen immer nur das Gute sieht. So wie viele andere junge Menschen aus dem linken universitären Umfeld ist auch sie in der „Flüchtlings“-Hilfe engagiert. Die 25-Jährige unterrichtet in Flüchtlingsunterkünften Englisch und Deutsch, sie versorgt die Bewohner mit Kleidung und Essen. „Lauren hatte ein großes Herz für vom Schicksal benachteiligte Menschen“, so eine gute Freundin in der „Kronen-Zeitung“. Und sie war, so scheint es, sehr naiv. Man hatte sie offenbar nicht gut genug auf das Leben außerhalb ihres geschützten und behüteten Bereichs vorbereitet, sie nicht mit den Untiefen und Gefahren der realen Welt vertraut gemacht. Nicht in der Schule, nicht auf der Universität und auch nicht ihr soziales Umfeld. Im Gegenteil. Lauren Mann wurde von Politik, Medien, Schulen, Universitäten, Kunst und Kultur zu dem gemacht, was sie war. Man fütterte sie mit falschen Feindbildern, falschen Werten, falschen Vorstellungen, falschen Ideen, vermittelte ihr eine realitätsferne Lebenseinstellung. Man lehrte sie nicht, wie die Welt ist, sondern wie die Welt sein soll, linke Utopien, die in den vergangenen Jahrzehnten Millionen von Menschen das Leben gekostet haben. Trotzdem wird diese stets totbringende Ideologie und Denkweise im „fortschrittlichen“ Europa überall praktiziert, gelehrt, gefördert und eingemahnt. Anders zu denken und zu handeln wird sanktioniert, geahndet und mit der Höchststrafe, dem Nazi- und Rassismusvorwurf, bestraft.

Diesem westeuropäischen linken Milieu, das nach dem Marsch durch die Institutionen fast alle wichtigen Machtpositionen besetzt hat, ist es gelungen, seine abstrusen gesellschaftpolitischen Utopien zum Maßstab und zur Richtschnur des politischen Handelns zu machen. Das ging, als Europa im Kalten Krieg noch gut von den Amerikanern behütet und somit nicht für seine eigene Sicherheit verantwortlich war, ganz gut. Beschützt vor den äußeren Feinden, ethnisch, kulturell und religiös weitgehend homogen, lebte man in Frieden und Wohlstand. In dieser historisch einmaligen Situation trieb der Neosozialismus die seltsamsten Blüten. In dieser Ära entstanden auf dem linken ideologischen Misthaufen verschiedenste Irrlehren, die die europäischen Staaten, ihre Politik, Gesetze und Gesellschaften massiv beeinflusst haben. Man denke an den Genderismus, die Multikulti-Ideologie, die politische Korrektheit, den Öko- und den pervertierten „Anti“-Faschismus, die selbstzerstörerische Umverteilungspolitik oder das ahistorische Diversitätsgefasel. Manche davon sind genuin europäische Produkte, andere wurden von den USA übernommen und weitergetrieben.

Der Kalte Krieg ist lange zu Ende, die politischen Machtverhältnisse haben sich verschoben. Und zwar gen Osten. Die USA verlieren immer mehr ihr Interesse an Europa, der pazifische Raum ist das neue Zentrum. Die europäischen 68er-Pazifisten und ihre grünlichen Epigonen haben nie kapiert, dass sie ihre Verteidigung und ihre Sicherheit nur ausgelagert haben. Nun, auf sich alleine gestellt, steht Europa verloren da, wie ein Kind im großen Wald. Da hilft auch das laute Pfeifen nichts. Bis vor wenigen Monaten haben noch viele europäische Politiker aus dem linksgrünen Lager die Abschaffung der Heere gefordert. Angesichts der aktuellen Entwicklungen halten sie sich derzeit zurück, aber ihr Ziel, die Demilitarisierung Europas, haben sie ohnehin de facto erreicht. Die Armeen existieren zwar noch, sind aber, dank dieses politischen Klimas, kaum noch einsatzbereit. Sie wurden zu Tode gespart.

Europa steht plötzlich mit seiner verzogenen und verweichlichten Bevölkerung, seinen maroden Sicherheitsapparaten, seinen überforderten, feigen und hilflosen Politikern, die noch immer an ihren abstrusen Utopien festhalten, ziemlich verloren da. So verloren, dass man sich selbst dubiosen Figuren wie Herrn Erdoğan für ein paar ungenießbare Bonbons an den Hals wirft. Umgeben von Staaten, die uns alles anders als wohlgesonnen sind. Staaten, die unsere Schwächen und unseren Reichtum sehr gut kennen. Der türkische Despot Erdoğan führt Europa in der aktuellen Einwanderungskrise am Nasenring durch die politische Arena, und die EU und Berlin sind auch noch dankbar dafür.

Nicht nur für die Türken sind wir vor allem ein naives, wehrloses Opfer, das man vor seinem Todesstoß noch kräftig ausnimmt.

Wie die junge Lauren, fernab von ihrem amerikanischen Elternhaus. Sie lernte ihren mutmaßlichen Mörder, den 24-jährigen Abdou I., im Herbst vergangenen Jahres kennen. Der 24-Jährige aus Gambia erzählt ihr von seinem abgelehnten Asylantrag, seine bunte kriminelle Vergangenheit, die von Diebstählen bis hin zu einem Vergewaltigungsdelikt reicht, dürfte er der Germanistikstudentin hingegen verschwiegen haben. Sie nimmt ihn jedenfalls in ihrer Wohnung auf, kocht für ihn, wäscht seine Wäsche. Als Dank dafür kritisiert der strenggläubige Moslem die 24-Jährige für ihren „ausschweifenden“ Lebenswandel. Eine Freundin: „Sie fühlte sich von ihm genervt.“ Trotzdem lässt Lauren Abdou weiter bei sich wohnen. Integration erfordert eben vor allem Anstrengungen und Einschränkungen vom Gastgeber. Das hört man zumindest in Dauerschleife von den politisch korrekten Politikern, NGOs und anderen meinungsbildenden Gutmenschen.

Am 24. Januar veranstaltet die junge Frau in ihrer Wohnung eine Flüchtlingsparty. Sieben Männer aus Asylheimen sind eingeladen. Sie kommen aus dem Iran, aus Gambia und aus Afghanistan. Auch Abdou I. feiert mit, verlässt aber irgendwann die Party. Als er wieder zurückkommt, sieht er Lauren im Bett mit zwei Iranern liegen. Als die beiden am Morgen gehen, ist sie mit Abdou alleine. Zwei Tage später findet man ihre Leiche. Abdou I. sitzt in Untersuchungshaft. Er streitet alles ab.

Auch Europa feiert gerade eine Flüchtlingsparty. Auch Europa hat sich die Menschen, die es eingeladen hat, nicht genau angesehen. Die Vorgeschichten und Hintergründe derer, die zu Hunderttausenden unkontrolliert aus Afrika und dem Orient hereinströmen, spielen keine Rolle. Auch Europa ist völlig unvorbereitet auf das, was man sich gerade an Konflikten, Hass, Gewalt und Kriminalität importiert. Auch Europa glaubt bedingungslos an das Gute im Menschen, jeder, der da kommt, ist schließlich ein „Schutzsuchender“ wie Abdou. An Laurens Tod und Europas Ende tragen viele eine Mitschuld. Tragische Geschichten, die man hätte verhindern können.


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