10. August 2007

Klimawandel Live Earth – Dead Africans?

Eine die Energieentwicklung verhindernde Politik hat tödliche Folgen für Afrika

Nach Angaben der Veranstalter zogen die Live-Earth-Konzerte zwei Milliarden Fans an – genausoviele Menschen wie auf der ganzen Welt immer noch über keinen Strom verfügen. Andere schätzen, dass es nur ein Bruchteil dieser Zahl war – Fernseh- und Web-TV-Zuschauer mit eingeschlossen.

Ungefähr 45.000 Menschen besuchten das Konzert in Australien, etwa 100.000 in Brasilien und ein paar Hundert in Washington. In Johannesburg wurde der erste Schneefall nach 25 Jahren dafür verantwortlich gemacht, dass fast niemand auftauchte. (Wenn dieser Schnee vom Klimawandel kam, was verursachte dann vor 25 Jahren den Schnee?). Anderswo war die Hitze schuld. Und nur 4,5 Millionen Briten schauten die entsprechende BBC-Sendung.

Doch gemessen an den von den Veranstaltern gescheffelten Einnahmen kann man die Konzerte durchaus als erfolgreich betrachten. Oder auch gemessen am Benzin- und Kerosinverbrauch für die Anfahrt zu den Events (alleine die Stars brachten es laut New York Post zusammen auf etwa 360.000 Flugkilometer). Oder gemessen am Stromverbrauch und den emittierten Treibhausgasen der daheimgebliebenen Fans für den Betrieb von Fernsehern und Klimaanlagen. Oder auch gemessen an den überhitzten und oft scheinheiligen Phrasen zur Erderwärmungskatastrophe.

Al Gore verlangte sofortige Aktionen, doch übersah er geflissentlich seinen eigenen verschwenderischen Konsum: Mehr als tausend Flüge (meistens erster Klasse oder in Privatjets), um vor der “Klimakrise” zu warnen, ein Haus, das 20 mal mehr Strom als der US-Durchschnittshaushalt und in einer Woche mehr verbraucht als 26 Millionen Ugander zusammen in einem Jahr.

Prinz Philipps drei Herrenhäuser verbrauchen 500 mal mehr Strom als der britische Durchschnittshaushalt, und mit seiner Entourage zusammen verbrennt er Tausende von Litern Treibstoff auf seinen Globetrotter-Flügen.

Madonna klagte, dass die Leute sich endlich aufraffen müssen, um die Katastrophe zu verhindern und “den Planeten zu retten” – dann nahm sie ihren Privatjet, um zu einem ihrer neun Häuser sowie zu ihren benzinschluckenden Autoflotten zurückzukehren.
Schauspieler Ed Begley Junior verwendet alternative Energie als Ergänzung zu enormen Mengen von nicht-alternativem Strom, der seine Gemeinde und die Filmstudios versorgt und der seinen Lebensstil und seine Karriere ermöglicht. Er glaubt dagegen, dass Afrikaner Strom nur dann haben sollten, wenn sie ihn brauchen: Durch kleine Solaranlagen “auf ihren Hütten”.

Diese Schwarzseher versuchen, ihren extravaganten Lebensstil auszugleichen durch effekthascherische Live-Earth-Konzerte und indem sie Energiesparbirnen kaufen oder sich in “Carbon Offsets” (CO2-Ausgleichsaktionen, etwa durch das Pflanzen von Bäumen) ergehen. Im nächsten Atemzug sagen sie, dass der Energieverbrauch anderer Menschen eine katastrophale Erderwärmung bewirken und Rekordkälte- oder Hitzewellen sowie Sintfluten und Dürren, Epidemien und Artensterben mit sich bringen könnte.

Der einzige “Beweis”, den sie für dieses Worst-Case-Szenario haben, sind Computermodelle, welche die atmosphärischen Prozesse nicht genau widerspiegeln und Temperaturen und Niederschlag nicht einmal für ein Jahr voraussagen können – geschweige denn für 40 oder 90 Jahre. Das ist ungefähr so, als wenn man sagt, dass der Film “Jurassic Park” beweise, dass Wissenschaftler die Dinosaurier wieder zum Leben erwecken können.

Doch wenn die Konzerte mehr Leute dazu veranlassen zu fordern, dass Afrika und andere arme Länder nichts für ihre dringend benötigte Energieentwicklung tun sollen, dann könnten solche falschen “Lösungen” gegen die Erderwärmung katastrophal für die ärmsten Menschen der Welt sein.

Etwa 95% der subsaharanischen Afrikaner haben immer noch nicht Elektrizität, Licht oder Kühlung – oder verfügen darüber nur ein paar Stunden in der Woche. Als Folge daraus sterben jedes Jahr Millionen Menschen an Lungeninfektionen, die durch die Luftverschmutzung durch Holz- oder Dungfeuer verursacht werden, sowie an akuten Darmerkrankungen durch verschmutztes Wasser und verdorbene Nahrung. Noch mehr Millionen sterben an Krankheiten, die schon lange ausgerottet worden wären durch verbesserte Lebensbedingungen, Gesundheitssystem und eine bessere Landwirtschaft. Für diese Dinge braucht man Wohlstand, moderne Technologie und ausreichend Energie. Die Lage ist in vielen anderen Gegenden der Welt ähnlich düster.

Doch Al Gore, Live-Earth-Rockstars und radikale Pressure-Groups wie Rainforest Action und Greenpeace kämpfen unentwegt gegen Energieprojekte in armen Ländern. Sie stellen sich gegen Kohle- und Gaskraftwerke wegen der vermuteten Erderwärmung, gegen Wasserkraftprojekte, weil dafür Flüsse gestaut werden, und gegen Atomkraftwerke, weil diese nuklearen Müll verursachen. Sie erwarten von Afrikanern und anderen armen Nationen, dass sie ihre Zukunft auf unzureichender, teurer und unzuverlässiger Wind- und Solarenergie bauen. Das ist geradezu eine Garantie für ewige Armut.

Umweltaktivisten sind auch gegen Biotechnologie zur Steigerung des landwirtschaftlichen Ertrags, gegen Insektizide zur Bekämpfung von Malaria und anderen Krankheiten, und sogar gegen Fluggesellschaften, die Touristen nach Afrika und afrikanische Produkte nach Europa bringen.

Im Grunde wollen die Umweltaktivisten nicht, dass die Armen der Welt aus der Armut herauskommen und zur Mittelschicht aufsteigen, denn dann würden sie ja Konsumenten werden, mehr Ressourcen und mehr Strom verbrauchen. Grüne Aktivisten fordern gerne mehr Hilfe und Schuldenerlasse, doch tun sie alles mögliche, um Energie-, Rohstoff- und Wirtschaftsentwicklung, moderne Landwirtschaft und Lebensbedingungen zu verhindern, und sie hindern die Armen der Welt daran, Chancen wahrzunehmen, um zu den gesunden und wohlhabenden Menschen dieser Welt aufzuschließen.

Arme Länder sollten sich nicht um Klimawandel sorgen, sondern darum, ob sie genug Strom haben für Kühlschränke, Licht, moderne Häuser, Krankenhäuser, Schulen, Läden, Büros und Fabriken. Sie sollten sich nicht sorgen ob der angenommenen (und oft weit hergeholten) Risiken von Entwicklung und Technologie, sondern ob der reellen, unmittelbaren und lebensbedrohlichen Gefahren, die durch Entwicklung und Technologie gebannt werden würden.

Unser Klima war immer schon turbulent, unstabil und unvorhersagbar. Während die wissenschaftliche Debatte sich um die Mechanismen und Konsequenzen des Klimawandels dreht, sagt eine wachsende Zahl von Wissenschaftlern, dass es wenig Anhaltspunkte dafür gebe, dass Menschen und Kohlendioxid die Hauptursache dafür seien, oder dass der Einfluss des Menschen einen katastrophalen Klimawandel mit sich bringe. (Einige dieser Wissenschaftler werden in der neuen britischen Fernsehdokumentation “The Great Global Warming Swindle” sowie in Chris Horner’s book, “The Politically Incorrect Guide to Global Warming and Environmentalism.” vorgestellt.)

Eiskernbohrungen und andere Daten zeigen an, dass innerhalb der vergangenen 650000 Jahre die Temperaturen zunächst anstiegen und der CO2-Gehalt immer erst ein paar Jahrhunderte danach anstieg. Das ist die unbequeme Wahrheit über die alarmistische Theorie von Al Gore.

Andere Studien weisen auf die Sonne als Hauptursache des Klimawandels hin. Wenn deren Energieausstoß zunimmt, erwärmt sich die Erde, stärkere Sonnenwinde reduzieren die kosmischen Strahlen, die bei der Wolkenbildung helfen, und weniger Wolken erwärmen die Erde umso mehr, während wärmere Ozeane noch mahr CO2 in die Atmosphäre abgeben. Weniger solare Energie bewirkt weniger Sonnenwinde, mehr kosmische Strahlung und mehr Wolken, was den Planeten abkühlen lässt.

Wenn Sonnenwissenschaftler recht haben, wird die Sonne in ungefähr einem Jahrzehnt ihren schwächsten Zyklus in zwei Jahrhunderten beginnen, was möglicherweise zu einer neuen Periode der Erdabkühlung führt.

Die Lektion für die armen Länder ist einfach. Deren Menschen brauchen und verdienen Energie, und zwar reichlich sowie auf verlässliche und erschwinglich Weise, um eine moderne, industrialisierte, gesunde und wohlhabende Gesellschaft zu versorgen. Regierungen und Gemeinden müssen diesen Prozess unterstützen und sich wo immer auch nötig gegen Anti-Energie-Pressure-Groups stellen.

Arme Länder brauchen nicht von Weltbank oder fremder Hilfe abhängen – so wenig wie Großbritannien und die USA darauf angewiesen waren, um sich zu entwickeln und zu gedeihen. Wenn die Institutionen und politischen Entscheidungen dieser Länder gesund sind, können arme Länder und Gemeinden die benötigten Investitionsgelder und die Technologie aus privaten einheimischen und ausländischen Quellen erhalten.

Afrikanische, asiatische, lateinamerikanische und osteuropäische Länder haben reichlich Öl, Gas, Kohle sowie Atom- und Wasserkraft. Und sie haben die wichtigste Ressourcen, nämlich Verstand, Kreativität und die Arbeitsethik ihrer Menschen.

Wenn die Länder diese Ressourcen aktivieren und freies Unternehmertum entfesseln können, und das unter einem gesunden Rechts-, Regel-, Wirtschafts- und Eigentumsrechtssystem – dann werden sie vorher undenkbare Möglichkeiten, Gesundheit und Wohlstand für ihre Menschen schaffen.


Paul Driessen ist Autor des Buches Öko-Imperialismus. Grüne Politik mit tödlichen Folgen und einer der im Film “The Great Global Warming Swindle” vorgestellten Experten.

Internet: www.Eco-Imperialism.com

Übersetzung: David Schah


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Mehr von Paul Driessen

Autor

Paul Driessen

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige