15. August 2008

Offener Brief an das Familiennetzwerk Gut gemeint in den Abgrund

Über die Wahnsinnsforderung nach Müttergeld und andere Politikanbiederungen

An das Familiennetzwerk

Sehr geehrte Frau Steuer,

haben Sie herzlichen Dank für die persönliche Einladung. Allerdings ist es mir aus zeitlichen Gründen nicht möglich, nach Berlin zu reisen. Ich halte mich in Salzburg auf.

Einige Namen der zum Festakt geladenen Teilnehmer lösen in mir Beklemmung aus. Ich fragte mich, ob Ihnen allen klar ist, dass von Seiten der Politik keine Rettung zu erwarten ist. Hilfe ausgerechnet im Hause der Peiniger zu suchen, wirkt auf den Beobachter geradezu gespenstisch.

Seit jeher bin ich so frei, meine Meinung zu äußern, und davon mache ich auch jetzt Gebrauch. So ehrenhaft und wichtig Ihr Anliegen ist, so wenig erfolgversprechend erscheint mir der Weg, den Sie gewählt haben. Hilfe gegen die Zerstörung der Familien wird niemals durch politische Maßnahmen möglich sein, da es gerade die Politik ist, welche ein System schafft, das seit mehr als 50 Jahren bemüht ist, einen Keil zwischen die Generationen, zwischen Mann und Frau, zwischen Kind und Eltern zu treiben, um sich so jedes einzelne Mitglied gefügig zu machen, sobald es entwurzelt ist. Bis hierhin werden Sie mir sicher zustimmen.

Wie nun hat die Politik die Beschädigung der Familien erreicht? Allein durch wirtschaftliche Eingriffe und Aushöhlung des Privatrechts: Hohe Besteuerung, Enteignung von Familienvermögen, eine als „Kinder- und Frauenbefreiung“ getarnte Entmachtung der Väter – all dies bereitete die Zwangseingliederung der Frauen in den Arbeitsmarkt vor. Die Frauen sollen arbeiten, damit das ehrgeizige Umerziehungsprogramm des Volkes finanziert werden kann. Die Politiker sind dabei auf Jahre hin bestens versorgt. Wenn verheiratete Frauen gezwungen sind, sich eine außerhäusliche Arbeit zu suchen, so ist die Ursache nicht eine irgendwie geartete und wie ein Unwetter über uns hereingebrochene Naturgewalt. Der wahre Grund ist eine gezielt installierte Politik der Maximalbesteuerung, welche uns allen die Grundlage der wirtschaftlichen Selbständigkeit und Vorsorge entzieht. Familien sind da besonders betroffen. Die hohen Steuern sind verantwortlich dafür, dass wir wie Hamster im Arbeitsrad herumlaufen müssen und am Ende doch nichts sparen können.

Frauen, die zu Hause bleiben, zahlen keine Steuern. Anders sieht es aus, wenn Frau A ihr Baby von Frau B betreuen lässt, welche als Sozialabgabenpflichtige in einer Kinderkrippe arbeitet. Frau B bringt ihrerseits das eigene Fünfjährige in den Kindergarten, wo jetzt Frau A als besteuerte Arbeitskraft arbeiten kann, da sie dank ehrgeizig verfolgter staatlicher Kinderbetreuungspolitik ihr Baby in die Kinderkrippe „entsorgen“ konnte. So kommen dank wunderbarer „Frauenemanzipation“ erkleckliche Einnahmen in die Staatskassen, die man sonst nicht verbuchen könnte. Und jene, die sich einen Großteil davon abzweigen, Politiker und Funktionäre, sie sind es doch, die heute „uneigennützig“ herumreisen, um auf Veranstaltungen wie der Ihren wohlklingende, familienfreundliche Reden zu halten ... diese Heuchelei sollte man durchschauen können, sonst landet man unversehens dort, wo man gar nicht hinwollte.

Der größte Fehler, den wir machen können, ist nach staatlicher Unterstützung zu rufen!

Der Staat kann nur verteilen, was er vorher den Menschen wegnimmt. Meinen wir wirklich, die Familien könnten mit der Forderung nach Müttergeld eine Besserung ihrer eigenen Lage sowie die der Kinder erreichen? Das Gegenteil wird der Fall sein! Wir müssen für weniger Staat eintreten, für die Begrenzung seiner Machtansprüche, die inzwischen bis in die Kinderzimmer hineindrängt.

Genug gesagt. Ich hoffe, Sie nehmen mir die offenen Worte nicht krumm. Ich bin in Frankfurt gewesen und durfte dort hervorragenden Referenten lauschen – Gordon Neufeld und Anna Wahlgren haben mich besonders beeindruckt. Wenn ich vor dem Bittgang zum Staat warne, so aus tiefer Besorgnis um die Zukunft unserer Kinder, die in der Tat mehr als einen Anwalt der Freiheit und Vernunft benötigen, damit sie auch künftig im Schoß ihrer Familien und vor allem bei ihren Müttern aufwachsen dürfen.

Mit freundlichen Grüßen

und der Hoffnung, Sie mögen mit Ihrer Kampagne Erfolg haben,

verbleibe ich Ihre

Karin Pfeiffer-Stolz

Internet

Familiennetzwerk

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