25. Oktober 2010

Linksextreme "Haut den Chauvis vor den Latz!"

Kommunisten hetzen zu Gewalt gegen Feminismuskritiker auf

Seit der Schweizer "Verein Antifeministen" für den 30. Oktober 2010 sein internationales Antifeministentreffen in Ütikon/Zürich angekündigt hatte, bricht ein ein Aufruhr los, wie ihn die Geschlechterdebatte in den letzten Jahrzehnten nicht erlebt hat.

Während nicht nur Blogs der neuen Männerrechtsbewegung, sondern auch die Presse weltweit über diese Ankündigung berichtete, versuchten in der Schweiz die verschiedensten Stellen, dieses Treffen zu sabotieren. Der Wirt Thomas Hofstetter, dessen Gaststätte "Die Waid" dafür reserviert worden war, sagte urplötzlich und ohne Angabe von Gründen ab. Auch eine Anfrage von "eigentümlich frei" nach seinen Motiven und ob er eventuell bedroht worden sei blieb unbeantwortet. Ein Mitarbeiter der Zürcher Kantonalbank, Pascal Büchi, verweigerte den Feminismuskritikern, angeblich auf Anweisung von höherer Stelle, die Eröffnung eines Kontos. Die Schweizer Presse beschimpfte die Teilnehmer des Treffens als "Machos" und "Frauenfeinde". Und nachdem die Veranstaltung jetzt trotz allem wie geplant über die Bühne gehen soll, rufen radikale Gruppe zu Gewaltakten dagegen auf – und beschmieren bereits die ersten Gebäude an dem Ort, wo das Treffen stattfinden soll.

Verantwortlich für die Gewaltdrohungen ist eine "AG Frauen" der linksextremen Gruppierung "revolutionärer Aufbau" . Die von ihr gewählten Formulierungen würden die Staatsanwaltschaft und die gesamte deutschsprachige Presse auf den Plan rufen, würden sie von Rechtsextremisten gegen Linke geäußert. Unter dem Motto "Antifeministen aufs Maul geben" heißt es "Haut den Chauvis vor den Latz!" und "Antifeministen verjagen" sowie "Für den Kommunismus". Schimpfworte wie "Vollidioten" ersetzen die Argumentation. Und während die Extremisten scheinheilig "gegen Sexismus" einzutreten vorgeben, sprechen sie sich noch im selben Satz ihrerseits sexistisch einschränkend "gegen Gewalt an Frauen" aus. Der bizarre Widerspruch, der in solchen Sätzen liegt, scheint den Verfassern nicht einmal klar zu sein. Die Gesamtaussage all dieser Pamphlete lautet: "Ich will, dass sich weiterhin alles nur um das weibliche Geschlecht dreht – denn alles andere wäre Sexismus".

Die Veranstalter des Antifeminismustreffens tun gut daran, diese Drohungen ernst zu nehmen. Denn solche Gewaltaufrufe von radikalen Feministinnen haben eine unselige Tradition. Von den siebziger bis in die neunziger Jahre hinein wüteten feministische Terrorgruppen wie "Die Rote Zora" mit zahlreichen Brand- und Sprengstoffanschlägen. Die jüdische Feminismuskritikerin Esther Vilar wurde von Alice Schwarzer als "Faschistin" bezeichnet und, als wäre sie dadurch zur Vogelfreien erklärt worden, von Feministinnen bedroht und zusammengeschlagen, bis sie aus Deutschland fliehen musste. In den achtziger Jahren mussten Wissenschaftlerinnen und Aktivistinnen wie Susanne Steinmetz und Erin Pizzey, die auf den hohen Anteil männlicher Opfer bei häuslicher Gewalt aufmerksam machten, mit Bombendrohungen leben. Auch ihre Kinder wurden zur Zielscheibe erklärt. In den Neunzigern wurde die kritische Feministin Katharina Rutschky, als sie den Missbrauch mit dem Missbrauch thematisieren wollte, bei einer Veranstaltung von Radikalen in die Mangel genommen, bis sie begann, um Hilfe zu rufen. Seit die "Zartbitter"-Gründerin Ursula Enders auch über weibliche Täter spricht, sah sie sich genötigt, auf Veranstaltungen nur in Begleitung eines Bodyguards zu erscheinen. Dr. Karin Jäckel drohte man nach mehreren feminismuskritischen Veröffentlichungen mit Mord, Entführung und Brandschatzung. Und noch im Februar 2010 musste Professor Gerhard Amendt, Professor für Geschlechterstudien an der Universität Bremen und Gründungsmitglied von AGENS (Motto: "Mann – Frau – Miteinander"), wegen Gewaltdrohungen ebenfalls mit Leibwächtern zu einem wissenschaftlichen Kongress für Männerforschung anreisen.

Aktuell sehen die Schweizer Linksextremisten ihren Hass durch ein Pamphlet legitimiert, das der radikalfeministische Publizist Thomas Gesterkamp für die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung erstellte. Darin werden etliche Männerrechtler und Feminismuskritiker sowie Medienformate, die mit ihnen zusammenarbeiten – bis hin zu "eigentümlich frei" – in einen Zusammenhang mit Rechtsradikalismus gerückt. Zwar zerpflückte der renommierte Männerforscher Professor Walter Hollstein dieses als "Expertise" veröffentlichte Hetzschrift in einem Artikel für "Die Welt" als pseudowissenschaftlichen Unfug. Die Standards, die für ein wissenschaftliches Gutachten gelten, "scheinen dem Autor aber gänzlich fremd zu sein. Weder belegt er, wie er im Einzelnen zu seinen Daten und Ergebnissen gekommen ist, noch legt er irgendwelche Auswahlprinzipien für seine Untersuchung vor. Methodische Überlegungen hält er für überflüssig, und inhaltlich setzt er sich nicht einmal ansatzweise mit den Argumenten und Positionen der attackierten Publizisten, Wissenschaftler oder Institutionen auseinander. Stattdessen verunglimpft, denunziert und halbwahrheitet er." Gesterkamps Vorgehen bedeute "nicht nur den öffentlichen Aufruf zu einem Denkverbot, sondern ist darüber hinaus auch eine gefährliche Verniedlichung des wirklichen Rechtsextremismus."

Aber wie die aktuellen Vorgänge zeigen, hat Gesterkamps Agitation offenbar doch Wirkung gezeigt – zumal er später noch einmal nachlegte und um Männerrechtler einen "cordon sanitaire" forderte: Die Kritik an der feministischen Ideologie soll tabuisiert, der Kritiker durch ein solches Berührungsverbot ausgegrenzt werden. Zugleich hitzte sich die Frontstellung der unterschiedlichen Positionen so immer weiter auf.

Nun veröffentlicht Thomas Gesterkamp seine radikalen Thesen etwa auch in der Wochenzeitung "Jungle World", die zur vom Verfassungsschutz beobachteten antideutschen Szene zählt. Pikant allerdings ist: Gesterkamps Agitation bleibt nicht auf den linksradikalen Raum und die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung beschränkt. Sie diente einem Blog aus dem Umfeld der Grünen ebenso als Arbeitsgrundlage wie dem profeministischen "Bundesforum Männer", das unter dem aktuell schwarz-gelb geführten Bundesfrauenministerium aus der Taufe gehoben wurde. Damit beherrschen linksradkale Positionen in der Geschlechterdebatte inzwischen sämtliche im Bundestag vertretenen Parteien – während sich die feministischen Terrorbanden so aufführen, als leisteten sie tapferen Widerstand gegen eine erdrückende Repression. Nachdem die Feminismuskritiker durch soziale Ausgrenzung und permanentes Medienbashing nicht zum Schweigen gebracht werden konnten, greift man nun eben zur Gewalt.

Und doch dürfte diese Strategie auf Dauer nicht funktionieren. Im August dieses Jahres etwa veröffentlichte Roy F. Baumeister, einer der einflussreichsten und meistzitierten Psychologen der Welt, sein Buch "Is There Anything Good About Men? How Culture Flourishes by Exploiting Men" (Oxford University Press 2010). Darin behandelt Baumeister einige Grundthemen der Männerbewegung – bis hin zu Tabubrüchen wie, dass häusliche Gewalt überwiegend von Frauen ausgeübt wird. Zugleich äußert er seine starke Überzeugung, dass es aussichtslos sei, mit Feministinnen diskutieren zu wollen. Als Beleg nennt er unter anderem das Buch "Professing Feminism" von Daphne Patai und Noretta Koertge, zwei Professorinnen, die im Bereich Frauenstudien tätig waren und dabei feststellten mussten, dass Feministinnen jegliche Kritik von Nicht-Feministinnen an ihrer Ideologie schlicht ignorieren. Baumeisters Buch erhielt begeisterte Würdigungen – unter anderem durch den nicht weniger bekannten Us-amerikanischen Psychologen Martin Seligman. Auf der Amazon-Seite zu Baumeisters Buch dauert es trotzdem nicht lange, bis in einer Leserrezension gefordert wurde, es zu verbrennen.

Ideologen wie Thomas Gesterkamp und die von ihnen aufgestachelten Gruppen gewaltbereiter Linksextremisten belegen, wie sehr die Einschätzungen von Baumeister, Patai und Koertge ins Schwarze treffen. Dem Feminismus muss alles daran liegen, eine offene und freie Diskussion mit sämtlichen zur Verfügung stehenden Mitteln zu unterbinden. Denn eine solche offene Diskussion würde er verlieren. Das scheint inzwischen vielen Feministen selbst klar geworden zu sein. Bezeichnend aber ist, wie sehr sich in den letzten Jahrzehnten zahllose Politiker und Journalisten als Trittbrettfahrer dieser Ideologie gezeigt haben, ohne den Terror, auf den sich deren Erfolge gründeten, je zur Sprache zu bringen. Spätestens nach den aktuellen Geschehnissen muss klar sein, dass Feminismuskritik ein Thema für jeden ist, dem Meinungsfreiheit und Liberalität in unserer Gesellschaft wichtig sind.

Links:

Verein Antifeministen

Linksradikaler Aufruf "Den Antifeministen aufs Maul geben"

Die Söhne von Perseus (Schweizer Newsblog der Feminismuskritik)

Presse:

Feministen wollen Machos einheizen

Linksaktivisten verschmieren Gemeindehaus Uitikon

Linksaktivisten schüchtern Guisep Fry ein

Security soll für Ruhe sorgen


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