21. Februar 2011

Weicheier machen nicht satt Armutsgefährdete Millionäre

Der Wohlstand wächst, dazu gibt's 80.000 Euro pro Jahr für jeden Armutsgefährdeten

In den deutschsprachigen Ländern ist aktuell die Hälfte der Bevölkerung erwerbstätig. Und die demographische Entwicklung wird dazu beitragen, dass arbeitende Menschen in absehbarer Zeit endgültig zur Minderheit werden. Doch zurück zum Jetzt: Von den aktuell 50 Prozent Erwerbstätigen bezahlen weitere 43 Prozent in Österreich durch "sozial gerechte" Steuertarife keine direkten Steuern mehr. Nach Adam Riese bleibt damit kaum ein Drittel der Gesamtbevölkerung übrig, das die anderen beiden Drittel finanziert. Wobei auch das noch beschönigend ist, denn in diesem Drittel sind auch noch staatlich Bedienstete und andere von öffentlichen Zuschüssen finanzierte Personen in Vereinen, Kammern und dergleichen inkludiert.
Auch diese müssen von den Produktiven in der sogenannten "Realwirtschaft" finanziert sowie versorgt werden und können demnach nicht zu jenen gezählt werden, die Steuern "zahlen". Von den verbliebenen tatsächlich volkswirtschaftlich Produktiven leistet alleine das eine oberste Prozent mehr als 10 Prozent aller direkten Steuern.

Politisch Interessierte wird demnach nicht überraschen, dass sich längst alle Parteien "soziale Gerechtigkeit" auf ihre Fahnen geschrieben haben – und damit einfach der zur absoluten Mehrheit gewordenen Wählerschaft von "Nehmern" folgen. Eine stetig steigende Erhöhung der Sozialausgaben auf Kosten der immer weniger werdenden "Nettozahler" (und durch Schulden) in logischer Konsequenz hat zu Hypersozialstaaten geführt.

Zahl' 3, sei 1

So ein "Produktiver", der vielleicht täglich zehn Stunden und mehr im Büro verbringt und auch noch abends und am Wochenende regelmäßig arbeitet, muss mittlerweile sämtliche staatliche Leistungen wie Schulen, Straßenbau, Polizei, Gesundheitsversorgung, Bürokratie für 3 (in Worten: drei!) andere mitfinanzieren.

Die staatlichen Sozialausgaben verschlingen - als Resultat dieser populistischen Politik - mittlerweile bereits ein Drittel der Staatsbudgets. Diese haben sich seit dem Jahr 1960 in den deutschsprachigen Ländern mehr als vervierfacht. Waren es damals noch pro Kopf zirka 2.000 Euro, sind es derzeit bereits 9.000 Euro pro Jahr. Parallel dazu ist allerdings der Wohlstand stark gewachsen. Aber anstatt Sozialleistungen schrittweise herunterzufahren, wurden sie stattdessen – begleitet vom vor Freude johlenden Wahlvolk – munter weiter ausgebaut.

Warum steigt trotz wachsendem Wohlstand und parallel auch wachsenden Sozialausgaben trotzdem die Anzahl der Armen? Österreich gibt jährlich 80 Milliarden Euro (Deutschland ca. 700 Milliarden Euro) für Sozialleistungen aus. Für jeden der laut Statistik einer Million österreichischen "Armutsgefährdeten" sind das kalkulatorisch stolze 80.000 Euro pro Jahr. Wahnsinn – oder? In unserer alten österreichischen Währung, dem Schilling, wäre jeder Arme bereits nach einem Jahr Millionär!

Was passiert mit diesen zig Milliarden Euro, nachdem es augenscheinlich trotz dieser dem Steuerzahler abgepresster Unsummen nach wie vor tatsächlich arme Menschen in unseren reichen Ländern gibt? Wie kann es angesichts dieser gigantischen Sozialbudgets und jahrzehntelanger Sozialpolitik überhaupt noch Arme bei uns geben? Wo sind die in unseren Verfassungen erwähnten mündigen Bürger, die unsere immer mehr Milliarden verschlingende und offenbar komplett ineffiziente Sozialpolitik hinterfragen?

Information:

Werner Becher ist erfolgreicher Unternehmer und Manager in Österreich und hat als Ex-Bundesparteivorsitzender des Liberalen Forums (LIF) Einblick in die politischen Zusammenhänge gewinnen können. Als bekennender Neoliberaler wirft er in seinem soeben erschienenen Buch "Weicheier machen nicht satt – Eine Abrechnung mit Feiglingen, Mitläufern und Ja-Sagern" (Goldegg) einen kritischen Blick auf die Zustände in der Welt und zeigt offen und schonungslos auf, welche wirtschaftlichen Abgründe uns dadurch erwarten.

Werner Becher: Weicheier machen nicht satt. Eine Abrechnung mit Feiglingen, Mitläufern und Ja-Sagern. Wien 2011.

Verlagsinformationen zum Buch


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Werner Becher

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