10. August 2011

Athanasios die Glosse Spiegel vor Titanic!

Jack und George auf dem Satiregipfel

Der „Spiegel“ wollte der „Titanic“ den Rang als führendes deutsches Satiremagazin streitig machen. Zuerst lockte er Martin Sonneborn auf SPON, dann richtete er Jakob Augstein und Georg Diez ein Satireeck dort ein. Letzte Woche hat er sein Ziel erreicht. Da blieb kein Auge trocken: zuerst überschwemmte Jakob das linke, dann Georg das rechte. Und schließlich versank im Tränenmeer die „Titanic“.

Jack: „Nach allem, was wir unter dem Begriff verstehen, ist Amerika kein westliches Land mehr.“ George: „Die Pragmatiker stehen auf der Linken, das ist die eine überraschende Erkenntnis nach diesen ideologischen Schreckenswochen. Die andere Erkenntnis ist: Der Westen kommt mit seinen inneren Widersprüchen nicht klar.“ Eine Handvoll Amerikaner will die Verschuldung stoppen und die Steuern senken. Und schon legt sich der fehlkonstruierte Dampfer in den Wellen der Weltwirtschaft bedenklich tiefer. Amerikaner fangen an, Wasser von Bord zu schaufeln, während Europäer einig die Rettungsboote verbrennen. Immerhin hat Amerika das Schiff namens „Westen“ gebaut und Europa im Rausch oder Kater für den Schiffdienst angeworben. Jack und George aber bleiben pragmatisch. Sie glauben nicht, dass man in Liquidität ertrinke, und hissen die blaue Fahne mit den Sternen. Dieser sieht in der Luftspiegelung „Multikulturalismus“ Hilfe nahen; jener fächelt dem Feuer Sauerstoff zu, weil nur kulturelle Wärme das Staatsschiff und seine Besatzung retten könne.

Aber ist das nicht geSPONnen? Sind es nicht gerade „die Verrückten von der Tea Party“ (Diez), die „zwei kostspielige Kriege“ (Augstein) beenden wollen und „das reichste Prozent der Amerikaner“ vom Steuer verjagen? Rettet die Einwanderung den Westen nicht vor dem Untergang, indem sie ihn vorher verbrennt? — Ich weiß, ihr beide habt es nicht ernst gemeint. Und schließlich brannte Tot(t)enham erst am Wochenende. Hauptsache, der Spiegel hängt noch gerade auf der Titanic.


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