03. Oktober 2011

Athanasios die Glosse Einigkeit unrecht und Gleichheit

…halten auch die Sparguthaben nicht auf

„Wir sind auf einem guten Weg“, verkündet die ehemalige FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda zum Tag der Deutschen Einheit, „aber wir haben schon einige gravierende Unterschiede.“ Mit Zivilcourage haben die Menschen in der DDR die Mauer eingerissen, um ihre Landsleute im Westen vom Faschismus zu befreien. Vor 21 Jahren sind dann die alten Bundesländer der DDR beigetreten. Der Tag der Neuen Republik, Todestag von Franz Josef Strauß, löste den reaktionären 17. Juni als Nationalfeiertag ab.

Doch Ochs und Esel halten den Lauf ins vereinigte, freie und unabhängige Europa der Arbeitslosen und Beamten auf, überschatten die Einheitsfeier der Einheitsparteien in Erika-Merkel-Stadt. Die Slowaken streben aus dem Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe EFSF. Die Wahrschau vom Spreebogen lässt sich die Solidarität im Westblock aber nicht miesmachen. Sie zeigt dem geschichtslosen Volk die Schnuten-Knute und erinnert an die gemeinsame Zustimmung vom Sommer. Und auch andere feindlich-negative Personen bekommen den verbindlichen Händedruck des freiesten Staates auf deutschem Boden zu spüren. Vier „mutmaßliche Islamisten“ werden für eine Meldung einkassiert und wieder freigelassen. Die Linkspartei solle vom Verfassungsschutz beobachtet werden, meint der Generalsekretär Dobrindt, denn sie halte an der deutschen Teilung fest. Dieses Zurück zur BRD, bei der linken Nein-Stimme zum EFSF wieder einmal zu observieren, ist einfach nicht weiter hinzunehmen.

Deutsche Einheit? Eine Frage der Großzügigkeit. Ludwig Ehrhard wollte der Sowjetunion die DDR abkaufen. Helmut Kohl hat die BRD der DDR einfach geschenkt. Angela Merkel vollendet die Einigung, indem sie den letzten gravierenden Unterschied zwischen Osten und Westen einebnet: „Die Sparguthaben sind noch sehr unterschiedlich ausgeprägt. Das hat sich in der alten Bundesrepublik eben über lange Zeiten aufgebaut“. In der neuen Bundesrepublik geht eben alles etwas schneller. Einigkeit unrecht und Gleichheit.


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