Athanasios

Athanasios ist die Glosse für die westliche Wertegemeinschaft.

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Athanasios die Glosse: NSU Roh 88

von Athanasios

Rechter Terror wie gereimt

Gesucht wird eine rechtsextreme Terrororganisation, auf deren Konto zahllose Morde gehen, vielleicht auch jener an der Gattin des Sparkassendirektors Bögerl. Ihre Taten zahlte die rechtsextrem-rohe NSU bei Banküberfällen aufs Schuldkonto ein. Anschließend ließ sie sich von der wankelmütigen Terrorbraut Beate Z. in einem NSU Roh 88 mit Wankelmotor von den Tatorten ins Untergrundcamping fahren. So weit, so klar. Darüber hinaus könnte die Gruppe die Fäden an den rechten Armen der NPD gezogen haben.

Dieser rechtsextreme Terror ist „eine Schande für Deutschland“, sagt Angela Merkel, aber eine Schande, um die man uns im Ausland beneidet — sage ich. Wo sonst ist der Faschismus noch eine ernstzunehmende Gefahr? Und wo erwehrt sich der Staat seiner so tapfer wie hier, wo der Innenminister ein Zentralregister für Neonazis einführen will? Leider belasten Ungereimtheiten die Aufklärungsarbeit der staatlichen Stellen. Zwar ist die Tatwaffe gefunden, mit der die Terroristen in Heilbronn eine Polizistin ermordet haben. Neben Uwe und Uwe konnte im ausgebrannten Wohnmobil das fragliche Wattestäbchen samt DNA-Spuren sichergestellt werden. Zwar konnte sich der Verdacht nicht erhärten, ein Beamter vom hessischen Verfassungsschutz habe mindestens sechs der neun Döner-Morde beigewohnt. Tatsächlich hatte der Mann mit Decknamen „kleiner Adolf“ nur Appetit auf Döner.

Aber ist es überhaupt ristisch, dass sich rechtsextremistisch auf nationalistisch auf sozialistisch reimt? Und wenn ja, in welchem Reimbuch? Im Verfassungsschutzbericht. Dort wird eine Ideologie, die zwei linksradikale Ideologien aus dem 19. Jahrhundert zum Extrem treibt, als „rechtsextrem“ endeingestuft. Dieser Irrtum in der Beweisführung nährt einen bösen Verdacht: ist der Staat auf dem rechten Auge blind, dass er Figuren am linken Rande rechts sieht? Oder war es nur ein Fehler im Drehbuch, ein Zugeständnis ans breite Publikum?

16. November 2011

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