12. Mai 2012

Athanasios die Glosse Der Cadillac der Maya

Neuer Kalender widerlegt Ende der Welt

Gute Nachrichten aus Amerika. Die Welt geht am 21. Dezember 2012 doch nicht unter. Archäologen haben im Dschungel von Guatemala einen Kalender entdeckt, der 1.200 Jahre alt ist und 6.000 Jahre in die Zukunft reicht. Folglich wird die Welt erst im Jahre 6812 untergehen. „Warum sollten sie in solche Zeitspannen eingetaucht sein, wenn die Welt dieses Jahr untergeht?“ fragt Fachmann Anthony Aveni mit Blick auf die Maya. Die Entdeckung in der Ruinenstadt Xultun kommt gerade zur rechten Zeit.

Am Donnerstag hat ein Bericht des britischen Think Tanks ELN zutage gefördert, dass die USA ihre Atomraketen B61 in Europa mit einem Lenksystem für 4 Milliarden Dollar aufrüsten wollen. Da wäre es natürlich schade, wenn die Welt im engeren Sinne, nämlich die westliche, diesen Fortschritt nicht mehr miterleben würde. Nun dürfen wir aufatmen und die Pax Americana noch 4.800 Jahre lang genießen. Mein Verdacht: Professor Francis Fukuyama steckt hinter der Mission im guatemaltekischen Urwald, denn Pessimisten und Dummköpfe bringen sein „Ende der Geschichte“ (Fukuyama) schon länger mit dem Ende der Welt (Fukushima) durcheinander, obwohl jenes Ende doch erst den Beginn der befriedeten Welt bedeutet. Mein Indiz: den auf der Beobachtung des Planetenlaufs beruhenden Kalender soll ausgerechnet ein Professor namens „Saturno“ entdeckt haben – benannt nach Saturn, dem römischen Gott des Goldenen Zeitalters, der „Saturnia regia“.

Übrigens sind in der Ruine auch Darstellungen von Königen und anderen Politikern gefunden worden sowie ein Mondphasenkalender, der es den Maya erlaubt habe, „den optimalen Zeitpunkt für kriegerische Angriffe zu bestimmen“. Beides angeblich ohne Zusammenhang. Oder verschweigt man uns etwas? 2012, so Aveni, ende einfach eine Zeitrechnung: „Das Auto ist dann ein Stück dichter an der Verschrottung, die Maya haben einfach von Null wieder angefangen.“ Was für ein Auto, ein Cadillac?


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