16. April 2014

Briefwechsel zwischen Autor und Verleger, Teil 2 Über den Erfolg des bösen Buches „Mein Kampf II.“

Waltrop von Sinnen

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Thomas Hoof an Akif Pirinçci, 15. April 2014, Abend

Lieberrr Herrr Pirrrrrinçci,

damals an heiliger Stätte, zu Füßen des Arminius, waren wir nach Deinem 45. Raki schon beim Du, bleiben wir jetzt auch, also:  Akif, alter Türke, das haben wir verdammt (!) gut hingekriegt. Die Presse-Sektierer sämtlich im Koma, unsere Taschen voller Klimpergeld, und – das Beste: wenn ich in meine Stammkneipen und -bioläden komme, dann flötet niemand mehr „Ach, der Thomas von den Grünen …“, und wer’s aus Gewohnheit doch noch tut, dem erstirbt es auf den blutentleerten Lippen. Da habe ich jahrelang Zastrow, Schönbohm und Hoppe verlegt, und nix hat diesen Fluch einer Jugendsünde von mir nehmen können, aber Du schaffst es im ersten Anlauf. Danke, Alter.

Das mit dem Fackelzug hast Du alte Raki-Senke und Koksschlürfe mal wieder nicht richtig mitgekriegt, der Nachbarmarschierer hat nicht meinen Kopf, sondern deine Haare gegrillt. Seitdem sind die schwarz. Vorher waren die blond. Gefiel mir natürlich besser.

Das mit der Feier geht in Ordnung. Aber über Dir steht Anna Knon auf dem Treppchen; die hat unser  Manuscriptum-Haushaltungsbuch geschrieben, und davon haben wir doppelt soviel verkauft wie von Deinem Totschlagschinken. Und es war auch doppelt so umstürzlerisch, denn es hat nicht nur ein Dutzend Journalisten konvulsiv gemacht, sondern Hunderttausende Frauen beflügelt, ihrem rechtschaffen arbeitenden Mann wieder die Hemden zu bügeln, anstatt volltags außerhäusig rumzutussen.

Anna Knon steht aber mehr auf Keks als auf Koks. Also vier Kilo Dick gefüllte Doppelkekse von de Beukelaer. Mehr aber nicht. Ich hab’ dir schon dreimal gesagt: achte auf deinen Bauch, Junge, der wird expansiv.

Das mit dem Porsche für den Filius ist ein bisschen happig.  Wie wär’s mit ‘nem 3er-BMW? Ne, nicht?  Na ja, ich hab’ da aber auch noch einen abgelegten 6-Liter-Zweitwagen (klar: Hubraum, nicht Verbrauch) in der Garage, 320 – Spitze. Der tut’s doch wohl. Lässt sich drüber reden.

Mach’s gut, Akif, alter Junge – und hechel nicht so viel.

Thomas Hoof

Der vorstehende Artikel erschien zuerst auf der Seite „Deutschland von Sinnen“.


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