11. November 2014

Breitband Mehr Investitionen durch weniger Wettbewerb?

Eine planwirtschaftliche Debatte

EU-Kommissar Oettinger hat vor einigen Tagen eine brillante Idee in der Presse präsentiert: mehr Investitionsanreize im Breitbandausbau durch eine Einschränkung der Bürger beim Anbieterwechsel. Klingt irgendwie gut, dass eine Zwangsbindung der Kunden den Unternehmen Planungssicherheit gibt. Einziges Problem: Alle Erfahrungen mit Monopolsituationen einzelner Wettbewerber zeigen, dass dadurch weniger, nicht mehr investiert wird. Es ist ja gerade der Wettbewerb um neue Kunden, der die Internetanbieter dazu motiviert, den Verbrauchern schnellere Internetzugänge zu offerieren. Gerade das frühere staatlich geführte Fernmeldewesen war berühmt und berüchtigt für seine veraltete Infrastruktur und Fehlinvestitionen. Erst nach der Liberalisierung der Telekommunikation gingen die Preise richtig in den Keller, und die Fahrt auf der Datenautobahn konnte richtig durchstarten. Die derzeitige Debatte um die Breitbandentwicklung wird ohnehin seit geraumer Zeit wieder sehr planwirtschaftlich geführt. Da ist viel von einer prozentualen Anbindung der Verbraucher an Hochgeschwindigkeitsnetze die Rede und davon, dass jeder den gleichen Zugang dazu haben sollte, wenig wird aber darüber diskutiert, inwiefern die Breitbandnetze auch zu kostendeckenden Preisen von den Verbrauchern nachgefragt werden. Europa ist mal wieder dabei, die Planwirtschaft auf einen weiteren Sektor zu erweitern. Dass dabei die Wahlfreiheit der Verbraucher und der Wettbewerb zur Disposition stehen, ist nur eine logische Folge der staatlichen Wirtschaftslenkung.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Liberalen Instituts.


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