07. September 2015

Börsentipp Montags früh an die Wall Street? Besser nicht!

Die Wochenenden haben es in sich

Artikelbild
Bildquelle: shutterstock Vorher nur beobachten: Montag 17 Uhr an der Börse

Kleine Ratschläge – große Wirkung. Wenn es einen Termin während der Börsenwoche gibt, den man vermeiden sollte, dann ist es die Eröffnung der Wall Street montags früh. Dafür gibt es gute Gründe.

Die Wochenenden haben es in sich. Die Geldanleger haben Zeit, sich mit ihren Privatangelegenheiten zu beschäftigen. Was während der Arbeitswoche aus Zeitmangel liegengeblieben ist, wird nun in Angriff genommen. Zudem ist der Anleger einer Medienflut ausgesetzt: TV-Talkshows und vor allem den Sonntagszeitungen. Diese beeinflussen in nicht zu unterschätzendem Ausmaß die Psyche der Geldanleger. So kommt es oft zu regelrechten „Wellen“ von optimistischen oder negativen Meinungen zu gewissen Themen und Aktien. Diese schlagen sich dann in Form von Kauf- oder Verkaufsorders Montag früh nieder.

Aufgrund der verschiedenen Zeitzonen plazieren erst die Asiaten und danach die Europäer ihre Orders. Im Fall der amerikanischen Aktien an der Wall Street sammelt sich so eine regelrechte Lawine von Wochenend-Orders an, die auf einen Schlag erst am Nachmittag europäischer Zeit (Börseneröffnung Montag früh New Yorker Zeit) zur Ausführung kommen.

Die Broker an der Wall Street sind darauf spezialisiert, diese „Wochenend-Welle“ auszunutzen. Sie verfolgen in aller Ruhe, wie die Orders den Samstag, Sonntag und Montag (europäischer Zeit) über eingegeben werden. Die Mehrzahl der Orders wird von den Geldanlegern ohne Limit plaziert.

So können die Broker die Kauf- und Verkaufsorders bündeln. Gab es am Wochenende euphorische Nachrichten, so sind dann die ersten Eröffnungskurse in der Regel in die Höhe gezogen. Wenige Stunden später, im Verlauf des Montags in den USA, hat sich der Sturm häufig wieder gelegt. Davon profitieren clevere Broker.

Umgekehrt verhält es sich, wenn am Wochenende „Panik-News“ in den Medien dominieren. Zur Eröffnungsglocke werden die gebündelten Verkaufsorders ohne Limit erst einmal richtig in den Keller gedrückt. Wenig später geht das normale Leben weiter, die Gewitterwolken haben sich verzogen. Die „Wochenend-Amateure“ sind aber rasiert worden.

Aus meiner Erfahrung, deshalb: Montags morgens zur US-Zeit keine Aktienorders an die Börse in New York geben. Erst abwarten und schauen, wie sich die Kurse an der Wall Street im Verlauf des Montags entwickeln. Dann erst die Kauf- oder Verkaufsorders in den Markt geben. Also nicht vor 17 Uhr deutscher Zeit. Klingt lapidar, hat sich aber schon oft gelohnt.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Dossier: Aktien

Mehr von Markus Elsässer

Über Markus Elsässer

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige