10. Dezember 2015

Value-Investment „Cash-Maschinen“ an der Börse

Für einen ruhigen Schlaf

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Bildquelle: shutterstock Wer sucht, der findet: Perlen an der Börse

Als Value-Investor liebe ich „goldene Bilanzen“ und starke Gewinn- und Verlustrechnungen bei den Aktiengesellschaften. An den Börsen gibt es erstaunliche Unterschiede bei der Finanzkraft der Unternehmen. Es lohnt sich, nach den Ertrags- und Substanzperlen zu suchen. Einige herausragende Beispiele:

Viele Investoren lieben den sogenannten „Leverage“ bei Firmen, also das Arbeiten mit Fremdkapital, um eine Hebelwirkung auf die Eigenkapitalverzinsung zu erzielen. Ich halte nichts davon. Mir sind Unternehmen lieber, die nicht in die Abhängigkeit von Banken geraten können. Denn erst in Krisenzeiten merkt der Aktionär, wie sehr die finanzielle Unabhängigkeit für Industrieunternehmen ein unschätzbarer Vorteil sein kann.

Es ist ein Auszeichnungsmerkmal, wenn Aktiengesellschaften, die richtig gut aufgestellt sind, sich ihre Unabhängigkeit erarbeiten können. Die Stärke erkennt man an der Ertragskraft, und die schlägt sich dann in der Bilanz nieder. Üblicherweise haben die gesunden Konzerne Bankschulden und verdienen nach Steuern zwischen drei und acht Prozent pro Jahr auf den erzielten Umsatz.

Damit gebe ich mich nicht zufrieden. Seit Jahren schauen wir in unserem Value-Fonds „ME Fonds – Special Values“ systematisch nach Firmen, die doppelstellige Umsatzrenditen erzielen. Hierzu aus der Recherche ein paar Beispiele:

Apple (AAPL) erzielt eine Umsatzrendite in Höhe von 22,85 Prozent, was in US-Dollar 53 Milliarden Gewinn pro Jahr ausmacht.

Alphabet (ehemals: Google GOOG) sitzt auf einem Netto-Cash-Polster in Höhe von 62,4 Milliarden US-Dollar, und im Jahr kommen 15,4 Milliarden US-Dollar hinzu, denn die Umsatzrendite liegt bei 22,8 Prozent.

Geld regiert die Welt. Wenn Sie sich diese Zahlen einmal zu Gemüte führen, wird Ihnen schnell klar, wer „was, wie und wo“ in unserer Welt erreichen kann, wenn es um Forschung, Marketing, Personalrekrutierung und so weiter geht. Da müssen andere Firmen ganz schön den Atem anhalten.

Aber nicht nur bei den Mega-Kommunikationskonzernen sind solche Perlen zu finden. Auch bei kleineren Unternehmen gibt es Champions. Ganz im Verborgenen an der Wall Street gedeiht Dolby Laboratories (DLB). Der Markenname ist Ihnen vielleicht aus dem Kino bekannt, „Dolby Surround“. Der Weltmarktführer bei Akustiksystemen erzielt einen jährlichen Umsatz von 970 Millionen US-Dollar und hat sage und schreibe 670 Millionen US-Dollar liquide Mittel in der Kasse. Jährlich kommen 18,69 Prozent des Umsatzes als Nettogewinn hinzu, und das sind dann 181 Millionen US-Dollar obendrauf. Bankschulden? Keine!

Ach ja, werden Sie sagen, das ist halt Amerika. Das Land der Kapitalisten und Ausbeuter, ohne Sozialsysteme. Da ist so was noch möglich, da regiert halt der Mammon.

Nein, nein, weit gefehlt. Auch hier bei uns in Deutschland gibt es diese Perlen. Ich empfehle Ihnen mal einen Besuch in Bayern bei der Firma Rational AG. Seit Jahrzehnten Weltmarktführer bei Profiküchen für Hotels, Gaststätten, Kantinen und so weiter. Seit Jahren eine meiner Lieblingsaktien an der Börse. Schauen Sie sich einmal die Bilanz und die Ertragskraft an. Aber setzen Sie sich vorher. Sie werden staunen.

Der Geldanleger hat die freie Wahl. Er kann die Aktien kaufen, die ihm gefallen. Niemand zwingt ihn zu etwas. Für mich als Value-Investor steht seit langem fest: Gute Bilanzen sind in Wirklichkeit viel besser, während schwache Bilanzen in der Regel viel schlechter sind, als sie aussehen. Allein schon deshalb ist für mich die Entscheidung klar: Ich schlafe mit „Cash-Maschinen“ im Depot viel ruhiger.

Eine Woche voller „Value“ wünscht Ihnen Ihr Markus Elsässer.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


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