23. Februar 2016

Unternehmensqualität Kundenzufriedenheit – der entscheidende Faktor

Ohne sie kann kein Unternehmen bestehen

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Bildquelle: shutterstock Viele Wege führen dorthin: Rom

Viele Wege führen nach Rom, wenn es darum geht, den Wert und die Aussichten eines Unternehmens zu ermitteln. Doch fast alle Anleger und Analysten lassen eine Komponente außer acht: die Kundenzufriedenheit. Ein gravierender Fehler.

Sie können es drehen oder wenden, wie Sie wollen. Im Kaufmännischen gibt es am Ende letztlich nur einen entscheidenden Erfolgsfaktor – nämlich die Kundenzufriedenheit. Intern können Unternehmer oder Manager Berechnungen anstellen, Preise anheben, Zulieferer in ihren Konditionen drücken, teure Unternehmensberatungen beschäftigen, neue Leute einstellen oder ganze Abteilungen schließen, sich in Meetings rumschlagen, auf Dauer nützt das alles nichts, wenn nicht die Kundenzufriedenheit dauerhaft gewährleistet ist.

Die Kundenzufriedenheit ist das Fundament, auf dem kaufmännisch alles basiert. Ohne Kundenzufriedenheit wird keine Firma auf Sicht bestehen – egal wie groß sie ist. Deshalb beginnen wir als Value-Investoren in unserem eigenen Research immer mit drei grundsätzlichen Fragen: Erstens: Stellt das Unternehmen ein sinnvolles Produkt her, das überhaupt benötigt wird, beziehungsweise bietet die Firma eine Dienstleistung an, die ein echtes Marktbedürfnis abdeckt? Zweitens: Im nächsten Schritt ist zu untersuchen, ob das Produkt beziehungsweise die Dienstleistung eine hohe Wertschätzung bei den Kunden genießt. Dann betrachten wir die Konkurrenzsituation. Drittens: Sind die Kunden tatsächlich zufrieden, ist die Firma fest bei der Kundschaft etabliert, dann erst beginnen wir mit der Analyse der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung. Und dort schlägt sich die ganze Wahrheit nieder. Hier sieht man unmissverständlich, ob die Firma gut wirtschaftet, genug verdient, um Forschung und Entwicklung, Marketing, Personalentwicklung und Expansion voranzutreiben. Oder wird die Kundenzufriedenheit sozusagen mit viel zu niedrigen Gewinnmargen „erkauft“? Lebt der Laden von der Substanz? Von Unternehmen, die kein Preis-Durchsetzungsvermögen besitzen, lassen wir die Finger.

In unserem Value-Fonds „ME Fonds – Special Value“ legen wir großen Wert auf diese Arbeitsschritte und investieren viel Zeit, wenn es um die Überprüfung der Qualität der Unternehmen geht. Persönliche Gespräche vor Ort bei den Firmen, Besuche auf Branchenmessen, Kontakte zur Konkurrenz und Gespräche mit ehemaligen Mitarbeitern... das sind einige der Maßnahmen, die einen näher zur Beantwortung der Frage bringen: Hat diese Aktiengesellschaft eine fundamentale Existenzberechtigung auf der Basis „Kundenzufriedenheit“ oder handelt es sich um einen Fall von „Untergang der Titanic“?

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


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