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Satire: In der Küche lauert der Todvon Chris Vigelius Gefährdungsanalysen sind unverzichtbar So sieht sie also aus, die von Angela Merkel jüngst ausgerufene „Bildungsrepublik Deutschland“: Private Arbeitgeber müssen ihren stundenweise beschäftigten Gärtnern in Zukunft erklären, dass es ganz schön weh tun kann, wenn man sich mit einem Hammer auf die Finger haut. Oder dass man von einer unsicher aufgestellten Leiter herunterfallen kann. Kein Scherz, sondern Inhalt der novellierten Betriebssicherheitsverordnung, im Bürokratendeutsch kurz BetrSichV. Natürlich gilt die Verordnung nicht nur im Garten, sondern auch für andere Tätigkeitsfelder, zum Beispiel Haushaltshilfen. Die sind bestimmt ungeheuer dankbar, wenn man ihnen aufzeigt, wie gefährlich die unsachgemäße Anwendung von scharfen Messern oder Brotschneidemaschinen sein kann. Dass gestandene Küchenprofis eventuell von selbst auf diese Erkenntnis gekommen wären, kommt den regulierungswütigen Bürokraten aus dem Arbeitsministerium nicht in den Sinn - Pisa lässt grüßen. Oder nehmen wir eine handelsübliche Flasche Spülmittel, da muss natürlich auch ein dicker, fetter Warnaufkleber drauf. Wie, die ist nicht gefährlich? Dann trinken Sie doch mal einen kräftigen Schluck daraus. Und wenn Ihnen dieses potentiell tödliche Risiko bislang schlichtweg nicht aufgefallen ist, besteht kein Zweifel: Sie brauchen unbedingt einen Sicherheitsberater vom TÜV, Kostenpunkt zwischen 60 und 120 Euro die Stunde. Der geht dann durchs Haus, pardon, durch die Betriebsstätte, und zählt alles noch mal auf, was Sie Ihren Kindern (wenn Sie denn welche haben) schon erklärt haben, als die noch ganz klein waren. Aber das haben die in den vielen langen Ganztagsschuljahren, zwischen Rumfordsuppe und ökologisch korrekter Sozialkunde, vielleicht schon lange wieder vergessen. Einfach nur sicher ist eben noch lange nicht BetrSichV-sicher. Internet14. Juni 2008 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Frank Schäffler schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Diesen Artikel teilenAnzeigen |
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