20. Juni 2008

Neues aus Ökowahnistan Schummerlicht zur Klimarettung

Im Dunkeln sitzen ab 2009, frieren kommt später

Sigmar Gabriel, über den wir ja schon vor ein paar Tagen sehr wohlwollend berichteten, hat schon wieder eine neue Idee: Glühlampen sollen verboten werden. Angefangen schon 2009 mit allem, was mit mehr als 40 Watt strahlt, bis 2012 dann der ganze Rest. Und er ist bei weitem nicht der einzige, der offensichtlich ein Problem mit allzu hellen Leuchten hat: Auch die EU-Kommission ist begeistert von der Idee, möglichst viele trübe Funzeln raus aus den Parlamenten und hinein in die Wohnstuben zu tragen. Politik zum Anfassen, sozusagen.

Selbst bei den europäischen Herstellern Osram und Philips ist man durchaus nicht traurig über die Aussicht, demnächst einen Teil der eigenen Produktpalette verboten zu bekommen. Denn: Glühlampen herstellen, das können die Chinesen schon lange viel besser (und billiger) als die in den EU-Gremien bestens vernetzten Platzhirsche. Mit Energiesparleuchten hat die lästige Konkurrenz dagegen noch gewisse Schwierigkeiten, so dass man sie sich mit der Gesetzesvorlage ein paar Jahre lang vom Hals halten kann. Um dann rechtzeitig vor Ablauf des regulatorischen Vorsprungs eine Studie aus der Schublade zu ziehen, die belegt, dass die hochgelobten Klimaretter zum einen einige höchst unschöne Giftstoffe enthalten, und zum andern längst nicht so viel Energie sparen wie früher behauptet. Nämlich wegen der aufwändigen Herstellung und weil sie beim häufigen Ein- und Ausschalten schnell verschleißen. Nicht dass man das alles nicht jetzt schon wüsste, aber wem wäre mit einer verfrühten Verbreitung dieser Tatsache gedient? Doch höchstens dem Verbraucher. Und haben Sie schon mal von einem Verbraucher gehört, der in nennenswertem Umfang Parteispenden verteilt?

Ich jedenfalls nicht, und deswegen bleibt es einstweilen dabei, dass das zur alleinseligmachenden Staatsräson erhobene Klimaschutzziel nur dann erreicht werden kann, wenn möglichst viele Europäer möglichst lange und oft im Dunkeln tappen. Lediglich den Iren dämmert so langsam, dass unter all den Interessen, denen mit solchen und ähnlichen Vorschlägen aus Brüssel Rechnung getragen wird, ihre eigenen eventuell etwas zu kurz kommen könnten. Der Rest Europas, mit Ausnahme der Schweiz natürlich, döst vorerst weiter im trüben Schein der Notbeleuchtung.

Dass man sich in Brüssel darüberhinaus überlegt hat, das nächste Referendum im Dunkeln stattfinden zu lassen und aus Verbraucherschutzgründen die Stimmzettel in der Art von Hitlers Österreichabstimmung zu gestalten, ist übrigens nur ein böses Gerücht. Viel zu groß ist die Angst der Eurokraten, dass trotzdem noch zu viele Bürger die richtige Stelle finden.

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