Chris Vigelius

Jahrgang 1975, selbständig in der IT-Branche.

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Angeklickt: Fundstücke

von Chris Vigelius

Aktuelles und Merkwürdiges aus Presse und Internet

Abgesetzt: Wie hat man sich einen „gefährlichen Rechtsextremisten“ vorzustellen? Wer jetzt an einen baseballschlägerschwingenden Glatzkopf auf dem Weg zum Negerklatschen denkt, liegt völlig daneben: Die wahre Gefahr für Rechtsstaat und Demokratie geht von tattrigen Zweiundsiebzigjährigen aus, selbst wenn die den rechten Arm nur noch mit Mühe auf Schulterhöhe bringen. Klar, dass man solchen schlimmen Fingern als Staatsanwältin und Leiterin der Abteilung für „politisch motivierte Straftaten“ keinesfalls Respekt entgegenbringen darf – wer's doch tut, fliegt schneller, als Horst Mahler „Sieg Heil“ sagen kann:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,567898,00.html

Angelesen: Die bremische Landesfrauenbeauftragte hat schon einen tollen Job: Zwischen lesbischem Migrantinnenfrühstück und „Mädchen: Fit am PC“-Kursen (ist es nicht eigentlich ziemlich frauenfeindlich, zu behaupten, dass die dafür extra Nachhilfe nötig hätten?) bleibt offenbar genügend Zeit, um Micky-Maus-Hefte zu lesen. Und damit die Lektüre dieses normalerweise auf ein deutlich jüngeres Publikum zugeschnittenen Magazins nicht ganz so nach Freizeitbeschäftigung aussieht, wird flugs eine Pressemitteilung verfasst: Hinter der harmlos daherkommenden Kinderzeitung steckt nämlich knallharte, politisch unkorrekte Indoktrination. Der größte Skandal seit den Hitler-Tagebüchern, aufgedeckt vom „Stern“:

http://www.stern.de/...Altenherrenwitze/632051.html

Einkassiert: Ein 2.200-Quadratmeter-Haus auf einem 26 Hektar großen Grundstück inklusive 900(!) qm großem Schwimmbad hätten sicher viele gern – normalerweise kostet so was aber trotz Immobilienkrise noch eine gute Stange Geld. Als Behörde zahlt man dagegen exakt gar nix, und einen 40-Karat-Diamanten gibt’s noch für lau obendrauf. Das Zauberwort für diese bequeme Art der Vermögensbildung lautet „asset forfeiture“ und alles was man dafür tun muss, ist einen Testkäufer vorzuschicken, der später behauptet, er hätte gegenüber dem Verkäufer angegeben, das Anwesen mit Drogengeldern erwerben zu wollen. Selbst wenn der davon gar nichts wissen wollte und sogar auf einer Banküberweisung bestand. „illicitohio“ dokumentiert mit eindrucksvollen Bildern, wie sinnvoll der amerikanische Staat die geraubte rechtmässig erworbene Immobilie zu nutzen weiß:

http://illicitohio.illicitohio.com/tyson.htm

Eingeschleimt: Die Presse, selbsternannte „vierte Gewalt“ im Staat, berichtet stets kritisch und unbeeinflusst über Politiker und deren Machenschaften, weswegen jede Verfehlung unverzüglich in der Morgenzeitung landet und man alle Anschuldigungen, die nicht in den Mainstream-Medien auftauchen, getrost unter „Verschwörungstheorie“ ablegen kann. Richtig? Nun ja, nicht ganz:

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28193/1.html

Ungebrieft: Genau wie Horst Mahler ärgert auch Martin Walser gerne mal das linke Establishment. Im Gegensatz zu ersterem aber mit Aussagen, die richtig und vernünftig sind. Zum Beispiel zu Steuerflucht („Der Staat sollte sich mal überlegen, warum so etwas passiert. Es gibt ja wenige Steuerflüchtlinge vom Ausland in die Bundesrepublik, oder?“) oder Korruption („Jeder weiß, dass in vielen Ländern Großaufträge ohne Bestechung nicht zu bekommen sind“). Auch die Presse kriegt ihr Fett weg: „Die wissen, es freut die Leute, wenn man zuerst sagt, dass ist einer der am edelsten aussehenden Wirtschaftsmenschen und schau mal da: korrupt, korrupt, Sumpf, Sumpf“:

http://www.tagesspiegel.de/kultur/...art772,2578108

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28. Juli 2008

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