Chris Vigelius

Jahrgang 1975, selbständig in der IT-Branche.

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Angeklickt: Fundstücke

von Chris Vigelius

Aktuelles und Merkwürdiges aus Presse und Internet

Eingeschneit: Vor einer Woche wurde nach einer Bauzeit von über einem Jahr die -durchaus beeindruckende- Polarstation "Neumayer III" eröffnet. Ihr Bau war erforderlich geworden, da ihr Vorgänger (die 1992 errichtete "Neumayer II") unter einer mittlerweile 12 Meter hohen Schneeschicht verschwunden war und nicht mehr sicher bewohnt werden konnte. Damit der neuen Station nicht das gleiche Schicksal blüht, wurde sie kurzerhand auf hydraulische Stelzen gesetzt, die, sollte sich der Trend zur globalen Erwärmung unvermindert fortsetzen, einfach per Knopfdruck ausgefahren werden können. Das freut nicht nur Polarforscher, sondern auch die Journalisten der Mainstreampresse, die dann nicht mehr mühsam um gewisse peinliche Widersprüche herumschreiben müssen.

http://www.awi.de/de/infrastruktur/stationen/neumayer_station_iii/

Abgekupfert: Horst Mahler muss -wieder mal- ins Gefängnis, diesmal sogar gleich für sechs Jahre, was in etwa dem üblichen Strafmass für schwere Vergewaltigung entspricht. Dass Mahler gar keine Menschen, sondern nur historische Tatsachen vergewaltigt hatte, schien für die Richter keine Rolle zu spielen. Dafür stösst die Idee, geschichtliche Wahrheiten nicht durch Historiker, sondern durch Staatsanwälte festlegen zu lassen, nun auch im Ausland zunehmend auf Interesse: In Russland will man mit einem entsprechenden Gesetz all denen auf die Pelle rücken, die den Einmarsch der Sowjetarmee in ihr Heimatland unter Stalin nicht als Befreiung empfunden haben - insbesondere in den baltischen Staaten, die schon vor 1942 quasi vorsorglich von der Roten Armee befreit worden waren, benutzt man an Stelle der russischen Interpretation der Ereignisse öfter mal das unschöne Wort der "Besatzung", was nicht nur Zivilschutzminister Sergej Schoigu ein Dorn im Auge ist. Der würde solche Verunglimpfungen der ruhmreichen Truppen am liebsten mit Haftstrafen vergelten, und nennt als Vorbild ausdrücklich den deutschen Umgang mit Holocaustleugnern.

http://www.welt.de/politik/article3271908/

Weitergedacht: Michael Kastner von der Freiheitsfabrik hat herausgefunden, wie man den gesamtwirtschaftlichen Nutzen der staatlichen Verschrottungsprämie auf einen Schlag verzehnfachen könnte: Das Zauberwort heisst TCR ("total comsumption recycling"), oder auf deutsch: Der geschlossene KFZ-Kreislauf.

http://blog.freiheitsfabrik.de/?p=1693

Widersprochen: Laut Barack Obama gibt es "keine Uneinigkeit darüber, dass die Wirtschaft eine Starthilfe durch die Regierung braucht". Über 200 namhafte amerikanische Ökonomen, darunter mehrere Nobelpreisträger,sind offenbar nicht dieser Ansicht, wie eine ganzseitige Anzeige beweist, die in der letzten Woche in mehreren grossen US-Tageszeitungen erschien. "Nicht alle Ökonomen sind Keynesianer", heisst es dort, höhere Staatsausgaben hätten weder die amerikanische Wirtschaft aus der Großen Depression von 1930 gerettet, noch das "verlorene Jahrzehnt" Japans in den 90er Jahren behoben. Zu glauben, höhere Staatsausgaben würden deshalb der USA heute helfen, wäre schlichtweg ein "Triumph der Hoffnung über die Erfahrung".

http://www.cato.org/special/stimulus09/cato_stimulus.pdf

Gestört: Auch Nobelpreisträger müssen sich allerdings zukünftig womöglich gut überlegen, was sie noch öffentlich sagen können. Denn zumindest an der "Harvard Law School" betrachtet man die Befürwortung freier Märkte mittlerweile nicht mehr als Ansicht, sondern als Geisteskrankheit. Diesen Schluss legt jedenfalls ein aktuelles Seminar über "Die marktwirtschaftliche Denkweise: Geschichte, Psychologie und Konsequenzen" nahe, in dessen Veranstaltungsprogramm Vorträge wie "Süchtig nach Anreizen: Die Ideologie des Eigennutzes als selbsterfüllende Prophezeiung", "Wie ökonomisches Denken die Gemeinschaft untergräbt" und als Höhepunkt "Überdimensionale Fehlfunktion: Die Ergebnisverzerrung von Marktwirtschaften". Kernthese dieser Präsentation: Die Marktwirtschaft würd ein "exzessives Niveau von Konsum" ermöglichen. Von der kommunistischen Sowjetunion wird man letzteres wohl eher nicht behaupten können - dort wurden Dissidenten kurzerhand für geisteskrank erklärt und weggeschlossen.

http://www.cato-at-liberty.org/...mental-illness/

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01. März 2009

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