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Angeklickt: Fundstückevon Chris Vigelius Aktuelles und Merkwürdiges in Presse und Internet System Mehdorn: Nicht nur in Kreisen von Gewerkschaften und Linken gehören Klagen über den angeblichen Raubtierkapitalismus und die schamlose Ausbeutung von Werktätigen zur liebevoll gepflegten Folklore am 1. Mai. Ob eine Verstaatlichung den Beschäftigten allerdings Vorteile brächte, darf getrost bezweifelt werden, wenn man sich die Gepflogenheiten der staatsmonopolkapitalistischen Bahn AG anschaut: Neben umfassender Bespitzelung wurden kritischen Mitarbeitern Hintertüren auf PCs installiert, sowie tierpornografische Dateien und Ausgaben von "Mein Kampf" hinterlegt, für die sich die Betroffenen dann vor ihren Vorgesetzten zu rechtfertigen hatten. Bei Privatfirmen wäre das strafbares Mobbing, bei einem Staatsunternehmen ist es dagegen kein Thema für den 1. Mai. http://images.zeit.de/text/2009/18/Bahn Frustrierter Oscarpreisträger: Sir Maurice Joseph Micklewhite, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Michael Caine, ist die hohe Steuerbelastung in Großbritannien leid: "Wir haben dreieinhalb Millionen Faulenzer in diesem Land, die von Sozialhilfe leben, und ich bin 76 Jahre alt und stehe um 6 Uhr morgens auf, um zur Arbeit zu gehen und für die zu zahlen". Sollte die Einkommensteuer wie geplant noch weiter erhöht werden, werde er nach Amerika auswandern. http://www.telegraph.co.uk/comment/5221192/Michael-Caine-The-Government-has-reached-its-limit-with-me.html (Interview im Original, englisch) Fast ein Amokläufer: Politiker sind beim Thema "Amoklauf" schnell mit monokausalen Erklärungsversuchen zur Hand, die in der Regel auf eine vom jeweiligen Zielpublikum unverstandene Minderheit (links: Waffenbesitzer und Sportschützen, rechts: Computerspieler) zielen und meist in dümmlichen Verbotsforderungen münden. Wer statt dumpfer Propaganda lieber etwas über wahre Hintergründe erfahren möchte, dem sei der folgende anonyme Leserbrief eines Jungen ans Herz gelegt, der nach eigener Aussage nur durch Zufall nicht zum Amokläufer geworden ist. Politikgläubige seien allerdings gewarnt: Sowohl Waffen wie Computerspiele spielen dabei nur eine Nebenrolle. http://www.maniac.de/content/leserpost-mein-verhinderter-amoklauf Eindeutige Rechtsnachfolger: An die einstige Vergangenheit als Sozialistische Einheitspartei Deutschland (SED) will man bei der Linkspartei normalerweise eher nicht erinnert werden. Zu gering ist nämlich die Zahl der potentiellen Wähler, die ausdrücklich die DDR zurück haben wollen - die meisten bevorzugen einen diffusen Sozialismus ohne Vorbelastung durch seine real existente Ausprägung. Trotzdem lässt man nichts auf Honecker, Ulbricht und Konsorten kommen: In einem Prozess vor dem Berliner Landgericht (es ging um eine Äußerung des Gedenkstättendirektors Hubertus Knabe über von der SED/PDS in der Nachwendezeit verschobene Milliardengelder) erklärte man jetzt frei heraus und sogar per eidesstaattlicher Versicherung, man wäre sehr wohl der Rechtsnachfolger der SED und somit auch berechtigt, im Namen der DDR und ihrer Organe zu klagen. Linkspartei-Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch meint dazu, man müsse "die juristischen und politischen Dinge auseinanderhalten". Und im Übrigen habe sowieso niemand die Absicht, eine Mauer zu errichten. http://www.welt.de/politik/article3649188/Die-Linke-Wir-sind-Rechtsnachfolgerin-der-SED.html Zum Schutze der Jugend: Gemäß Artikel 5 Grundgesetz findet Zensur in Deutschland formal nicht statt, weswegen entsprechende Bestrebungen bis vor kurzem nur unter dem Siegel des Jugendschutzes ausgeübt wurden. Diese unselige Tradition hat ihre Ursprünge in der Medienzensur der Nationalsozialisten sowie im geistigen Klima der 50er Jahre, in der der bereits 1927 als Anti-FKK-Verein gegründete "Volkswartbund" juristisch gegen "unterwertige Schmutz- und Schundliteratur" wie Comics oder Abbildungen nackter Brüste ins Feld zog. Sie wirkt jedoch bis heute zur Belästigung Erwachsener, wie die unterhaltsame Odyssee von Hans Schmidt zeigt, der nichts weiter tun möchte als einen indizierten Film zu kaufen. http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30145/1.html In eigener Sache: Haben Sie eine interessante oder kuriose Nachricht gefunden, die auch andere ef-Leser interessieren könnte? Dann schreiben Sie ein kurzes Mail an informant@ef-magazin.de - wir freuen uns über jeden Hinweis und verlinken auf Wunsch auch den Überbringer. 03. Mai 2009 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Frank Schäffler schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Diesen Artikel teilenAnzeigen |
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