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Frontal 21: Frauen sind die besseren Menschen

von Christian Spernbauer

Über den alltäglichen Sexismus in der Fußballberichterstattung

Die Sendung „Frontal 21“, eine Art Aushängeschild investigativen Journalismus im Staatssender ZDF, überraschte jüngst mit einem Beitrag über die Geschäfte des peruanischen Spielervermittlers Carlos Delgado. Dieser steht vor der Scheidung von seiner Ehefrau Fiorella Faré, welche den Medien seitenweise Unterlagen ihres Noch-Ehemannes zur Verfügung gestellt hat.

Carlos Delgado, Spielervermittler von Bundesliga-Stars wie Claudio Pizarro (Werder Bremen) oder José Paolo Guerrero Gonzales (Hamburger SV), steht massiv in der Kritik. Laut seinen Kritikern soll er gegen die Regeln der FIFA verstoßen und unsaubere Transfergeschäfte abgewickelt haben. Es gibt starke Verdachtsmomente, bewiesen ist aber noch nichts.

Doch ist das hier keine Sport-Seite, daher ist die eigentliche Thematik eine andere. Die Redaktion von „Frontal 21“ nimmt ein paar Verdächtigungen zum Anlass, pauschal Männer zu diffamieren. Diese seien nämlich schlechter als Frauen.

Zunächst die Fakten: Delgado wird krimineller Aktivitäten verdächtigt. Seine baldige Exfrau hat ihm Unterlagen gestohlen, um sie den Medien zukommen zu lassen. Delgado steht nun im Verdacht, durch unsaubere Transfergeschäfte gegen geltendes Recht verstoßen zu haben. Seine Frau hat definitiv gegen geltendes Recht verstoßen: Sie hat ihn bestohlen. Und nach rechtstaatlichen Prinzipien lässt sich ein Verbrechen nicht durch ein anderes vermeintliches Verbrechen rechtfertigen.

Das hindert jedoch die Moderatorin, Hilke Petersen, nicht daran, folgenden Satz zum Besten zu geben: „Was lernen wir daraus? Frauen sind die besseren Menschen. Und wer sich von ihnen trennt, sollte sie gut versorgen!“ Damit wird der staatliche und damit vom Steuerzahler finanzierte Sexismus nicht entlarvt; er stellt sich öffentlich zur Schau.

Man stelle sich vor, ein männlicher Moderator spräche am Ende eines Beitrages folgenden Satz: „Was lernen wir daraus? Männer sind die besseren Menschen. Und ihre Partnerinnen haben ihnen jederzeit zur sexuellen Verfügung zu stehen! Ein Aufschrei des Entsetzens ginge durch die Republik.

Im Fall Petersen wird sogar Claudia Roth ruhig bleiben. Beschimpft wurden ja nur die Bösen. Also Männer.

Verdächtige Männer werden vor jeder Verurteilung als Kriminelle hingestellt und kriminelle Frauen als die besseren Menschen bezeichnet, die man im Fall der Trennung doch bitte noch großzügig auszuhalten habe. Eine interessante Botschaft, bezahlt durch Zwangsgelder des hin und wieder auch männlichen Bürgers.

29. Mai 2009

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