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![]() Jahrgang 1962, ist ein deutscher Philosoph, Soziologe und Autor populärwissenschaftlicher Bücher. ef-Sucheef-EinkaufspartnerWenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button: ef auf FacebookBesuchen Sie uns auch auf Facebook: |
Diesseits von Multikulti: Ein Aufruf an die Türken, die Opernhäuser zu stürmenvon Alexander Ulfig Was gehört zu einer gelungenen Integration? Der Multikulturalismus als eine linke Ideologie hat die Integration in Deutschland nicht vorangebracht. Er erinnert an den in kommunistischen Diktaturen propagierten Internationalismus, eine von oben verordnete Freundschaft zwischen Nationen und Kulturen. Dass dieser Zwang zur Freundschaft Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen nicht näher gebracht hat, sondern im Gegenteil sie auseinanderdividierte, wissen wir spätestens seit den fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Ländern des ehemaligen Ostblocks. Interesse und Verständnis für andere Nationen und Kulturen dürfen nicht von oben verordnet werden. Sie können nur „von innen“ kommen. Sie entstehen in einem langen Prozess der Aneignung von kulturellen Inhalten. Er kann nur dann gelingen, wenn er von Offenheit und Ehrlichkeit auf beiden Seiten begleitet wird. Zur Integration gehören also zwei Seiten: diejenigen, die sich als Deutsche verstehen, und diejenigen, die integriert werden sollen, die Migranten. Von der einen Seite, von den Deutschen, wird immer wieder gefordert, dass sie die Hauptleistung der Integration erbringen soll. Die Deutschen sollen Verständnis für Menschen aus anderen Kulturen, für das „Fremde“, haben. Sie sollen auch die erzieherischen, organisatorischen und nicht zuletzt finanziellen Lasten der Integration tragen. Ob die Deutschen ihre Integrationsarbeit gut machen, ist eine offene Frage. Es fällt mir auf, dass viele Deutsche zu wenig Respekt vor Fremden haben. Angehörige bestimmter Nationen, wie Türken, Araber oder Polen, werden immer noch sehr abschätzig bezeichnet und ablehnend behandelt. Respekt vor den Anderen ist aber eine Grundvoraussetzung für eine gelungene Integration. Viele Türken wünschen sich nichts anderes als Respekt. Und was ist mit der „anderen Seite“? Gemeint sind hier vorwiegend Menschen aus dem muslimischen Kulturkreis, von denen Integration verlangt wird. Was tun sie für die Integration? Nach meinen Beobachtungen zu wenig. Sie nehmen zu wenig am kulturellen Leben der Bundesrepublik teil. Mit „kulturellem Leben“ meine ich in erster Linie die Hochkultur, denn die Partizipation an der Hochkultur ist der wichtigste Gradmesser für eine gelungene Integration. Dass die meisten muslimischen Migranten aus der Unterschicht kommen, kann nicht als Entschuldigung für ihre mangelnde Teilnahme am kulturellen Leben gelten. Menschen aus der Unterschicht sind keine kulturlosen Idioten, wie es uns die linken Multikulturalisten weismachen wollen. Während meines Philosophie-Studiums sind mir kaum Menschen aus dem islamischen Kulturkreis begegnet, während meiner Besuche von Konzerten für klassische Musik sehe ich fast gar keine Menschen aus diesem Kulturkreis. Ähnliches gilt für meine Besuche in der größten Buchhandlung meiner Stadt. Es sind nur Einzelne, die sich sehr produktiv an dem kulturellen Leben Deutschlands beteiligen, wie zum Beispiel der Schriftsteller Navid Kermani, der Schriftsteller Feridun Zaimoglu und der Regisseur Fatih Akin. Die große Masse der Migranten aus dem islamischen Kulturkreis interessiert sich leider kaum für die Kultur unseres Landes beziehungsweise die westliche Kultur. Um nicht missverstanden zu werden: Hier sollen niemandem Vorwürfe gemacht werden. Ich wünschte mir einfach, dass Menschen aus dem islamischen Kulturkreis mehr als bis jetzt an dem kulturellen Leben Deutschlands partizipieren würden. Täten sie das, wären Integration und Fremdenfeindlichkeit keine Themen. Nur wenn sich Menschen aus diesem Kulturkreis mehr für unsere Kultur, für ihre anspruchsvollen Inhalte aus Philosophie, Musik und Literatur interessieren, wenn sich z.B. die Opernhäuser mit diesen Menschen füllen, kann von einer gelungenen Integration gesprochen werden. 23. Mai 2010 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Frank Schäffler schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Diesen Artikel teilenAnzeigen |
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