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![]() Jahrgang 1962, ist ein deutscher Philosoph, Soziologe und Autor populärwissenschaftlicher Bücher. ef-Sucheef-EinkaufspartnerWenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button: ef auf FacebookBesuchen Sie uns auch auf Facebook: |
Gender-Willkür: Männer rechtlosvon Alexander Ulfig Uni Linz schreibt Assistentenstellen nur für Frauen aus An der Universität Linz wurden Assistentenstellen ausschließlich für Frauen ausgeschrieben, berichtet die österreichische Zeitung „Die Presse“. Betroffen von diesen Gleichstellungsmaßnahmen sind drei Fakultäten. Die Universität übertitelte die Ausschreibungen mit „Frauenstellen“. Manfred Rathmoser, der Sprecher der Universität Linz, behauptet, dass diese Maßnahmen keine Diskriminierung von Männern darstellen. Laut EU-Recht seien „spezifische Vergünstigungen für ein Geschlecht zulässig“, wenn diese zur Aufhebung von Benachteiligungen führen. Und Frauen seien in der Wissenschaft unterrepräsentiert. Dass die Unterrepräsentanz von Frauen keine Folge ihrer Diskriminierung sein kann, sondern eine Folge davon, dass es in bestimmten wissenschaftlichen Bereichen oder Fächern mehr besser qualifizierte Männer als Frauen gibt, wird natürlich nicht in Betracht gezogen. Wissenschaftliche Qualifikation als Auswahlkriterium spielt an der Uni Linz offenbar keine entscheidende Rolle mehr. Oder: Dass Frauen und Männer unterschiedliche Interessen und Lebensentwürfe haben, weswegen es in mathematischen und technischen Fächern immer noch wenig Frauen gibt, scheint die Zuständigen in Linz offensichtlich auch nicht zu interessieren. Christian Funk, Experte für öffentliches Recht an der Universität Wien, stellt nach einer Analyse der Ausschreibung fest: „Ich halte sie gelinge gesagt für rechtlich problematisch.“ Zwar dürfen im öffentlichen Dienst Frauen bei Stellenvergabe bevorzugt, Männer jedoch nicht automatisch ausgeschlossen werden. Nach Funke ist es illegal, Männern nicht einmal die Chance zu geben, sich zu bewerben und ihre Qualifikation zu präsentieren. Er bezieht sich dabei auf die Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union (EuGH). Wie können Männer gegen solche Diskriminierungen vorgehen? Laut Funk können sie sich trotzdem bewerben, dann den Rechtsweg bestreiten und Schadensersatz sowie eine immaterielle Entschädigung erlangen. Um welchen Schadensersatz oder welche Entschädigung es sich handeln könnte, sagt uns Herr Funk leider nicht. In dem hier vorliegenden Fall ist aber ohnehin schon alles gelaufen. Die Bewerbungsfrist ist vorbei, und kein Mann hat sich auf die entsprechenden Stellen beworben. Sie können nicht neu ausgeschrieben werden. Die Frauen haben also nichts zu befürchten. „Die Presse“ konstatiert: „Ist der Posten einmal an sie (die betreffenden Frauen) vergeben, kann ihnen dieser nicht mehr weggenommen werden – auch wenn die Ausschreibung nicht korrekt war.“ Es bleibt aber noch die Frage, warum sich die männlichen Wissenschaftler an der Uni Linz gegen ihre Diskriminierung nicht wehren. Warum treten sie für ihre Rechte nicht ein? Warum solidarisieren sich Professoren nicht mit den betroffenen Jungwissenschaftlern? Warum gibt es keine Protestaktionen an der Linzer Universität und auch an anderen Universitäten? Warum klagen die betroffenen Wissenschaftler nicht, trotz der offensichtlich aussichtslosen rechtlichen Lage? Diskriminierungen können nur dann vermieden werden, wenn die Betroffenen die Missstände benennen und sich für ihre Rechte einsetzen. Kein System ist unzerstörbar, auch nicht das Gleichstellungssystem. Der Untergang des Ostblocks hat gezeigt, dass ein scheinbar unzerstörbares System wie ein Kartenhaus zusammenbrechen kann.
Artikel in „Die Presse“ vom 27.05.2010 01. Juni 2010 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Frank Schäffler schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Diesen Artikel teilenAnzeigen |
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