31. Juli 2010

„Klimasünder“ Die Wirtschaft kuscht vor höchstem Negativwert der öko-deutschen Werteskala

Aus Unternehmern sind Klimakriecher geworden

Schäubles Vorstoß, der deutschen Wirtschaft die privilegierte Ausnahme von den Folgekosten ihres eigenen Klima-Strebens nicht länger zu gewähren, hat die dünne Decke der Klima-Heuchelei und Klima-Scheinheiligkeit zerrissen. Das Protestgeschrei von BDI, VCI, Stahlverband, Metallverband, IG-BCE im Konzert mit ihren Lobbyisten in CDU und CSU lässt die Frage aufkommen, ob sie wirklich glaubten, der Weihnachtsmann würde die Folgen ihrer Klima-Spielereien bezahlen.

Dass es die Bürger als Steuerzahler, Verbraucher und Stromkunden sind, die für das Strohfeuer „Klima-Konjunkturaufschwung“ haften müssen, zeugt von einem kolossalen Missverständnis der Begriffe „ethische Wirtschaft“ und „Nachhaltigkeit“. Und nicht nur das: Es ist ein kolossales Missverständnis von Marktwirtschaft und vor allem von Demokratie.

„Geld ist das Brecheisen der Macht“ - und mit diesem Brecheisen wird über CO2 gerade die Demokratie abgewrackt und Teile der deutschen Wirtschaft zeigen sich als „willige Helfer“, so, wie sie es in braunen Zeiten auch schon einmal waren, zum Teil sind es die gleichen Namen. Und wie in jedem „ordentlichen“ Totalitarismus benutzt man schon wieder unwissende und leicht zu manipulierende Kinder, Druck auf die Eltern auszuüben und sie nötigenfalls an gleichgeschaltete Lehrer oder andere „Blockwarte“ zu verpetzen. Das Bundesministerium für Umwelt gibt dazu die nötigen Verpetz-Hilfsmittel heraus, zum Beispiel Bonus-Hefte zur Verpetzung der Eltern bei „unnötigen Autofahrten“. Wie es weitergehen wird, kann sich jeder vorstellen, der weiß, wie Umerziehung unter Mao lief.

Die freiwilligen Unterwerfungsrituale der Wirtschaft erwecken Mitleid bis Abscheu. Einst stolze Unternehmer präsentieren ihre CO2-Bilanz und ihre kaufmännische Bilanz versuchen sie heimlich mit dem Kauf von Gesetzen zu retten. Aus Unternehmern sind Klimakriecher geworden, aus "Made in Germany" ein lächerlicher grüner Maden-Wurm.

Ist die Wirtschaft tatsächlich so blind, das politische Spiel nicht zu durchschauen?

PIK-Professor Edenhofer hat in „Energiewirtschaftliche Tagesfragen“ 5.2007 freimütig zum Besten gegeben, wie der Klima-Trick funktioniert: Man muss die Wirtschaft nur dahin bringen, in unwirtschaftliche Technologien zu investieren. Edenhofer wörtlich: „Unternehmen, die in diese Bereiche investieren, wissen, dass ihre Techniken auf dem Markt keine Chancen haben, wenn nicht CO2 irgendwann einen vernünftigen Preis bekommt. Sie werden Druck ausüben, damit es zu solchem System kommt“.

Sie haben sich zu Deppen machen lassen, die deutschen Unternehmer, die nun programmgemäß nach Klimaschutz und einem Zertifikatesystem rufen, dessen Erlöse der nimmersatte Staat – kichernd über den gelungenen Streich – einkassieren wird.


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Hanna Thiele

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