21. November 2014

Verlust der Freiheit Verteidigt das Bargeld!

Erst Negativzinsen, dann die totale Überwachung des Bürgers

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Das Thema negative Zinsen dreht sich immer weiter. Derzeit werden wir ja über Lebensversicherungen, Riesterrenten und Fonds von der Europäischen Zentralbank und ihren negativen Zinsen entreichert.

Aber das wäre erst der Anfang. Als nächstes könnten Bargeld, Girokonten sowie Sparbücher drankommen.

„Papiergeld ist das entscheidende Hindernis, die Zentralbank-Zinsen weiter zu senken. Seine Beseitigung wäre eine sehr einfache und elegante Lösung für dieses Problem.“

Wer das sagt, ist niemand geringerer als Kenneth Rogoff,  der ehemalige Chefökonom des IWF.

Ja, so hätten die Zentralbanken in New York und Frankfurt es gern: Jedes Konto entwertet sich pro Jahr um vier oder fünf Prozent. Weil niemand gerne zuschaut, wie das Geld schrumpft, hauen wir es raus. Sofort. Lieber ein neues Auto als zuschauen, wie das Geld verreckt. Lieber Champagner statt Negativzinsen, Bier war gestern. Das kurbelt die Wirtschaft an! Da freut sich der Staat – Mehrwertsteuer, Schaumweinsteuer, Biersteuer, alles sprudelt. Die monströsen Staatsschulden bezahlen sich von alleine. Die Welt der Schuldenstaaten wäre plötzlich wieder schön.

Hier sieht man: Erst kommt der Ruin der Staatshaushalte durch die Politik, dann kommen die Erfüllungsgehilfen in den Zentralbanken, am Ende steht das Ende der bürgerlichen Freiheiten. Unsolide Haushaltspolitik beraubt die Menschen der Freiheit.

Das hätte auch noch andere Effekte: Wir alle wären kontrollierbar. Was immer wir tun, was immer wir kaufen, wo immer abgebucht wird – es ist dann nachvollziehbar. Keine Spende im Klingelbeutel, kein Schwarzgeld, kein Trinkgeld bliebe unentdeckt; jeder Kauf wäre kontrolliert, ein fünftes von der Krankenkasse nicht erlaubtes Bier? Trinken Sie es auf Ihr Wohl, aber Ihr Kassenbeitrag steigt, weil Sie sich nicht gesundheitskonform verhalten.  Von peinlicheren Dingen, die Sie heimlich kaufen, gar nicht zu sprechen. Alles wird transparent. Der gläserne Bürger? Hach, was wird da immer über Google oder Facebook gejammert – aber das wären datenvirtuelle Peanuts gegen diese eine, diese ganz große Lösung. Endlich die totale Kontrolle über die Menschen. Es gäbe kein Entkommen. Gold? Hinterlässt ebenso Bezahlspuren wie Diamanten. Nichts wäre mehr irgendwie nicht-öffentlich.

Und noch etwas: Sparen für das Alter? Wäre unmöglich. Denn Sparen ist des Teufels, wird ja bestraft. Die Rente schrumpft, noch während sie sparen. Endlich hätten sie uns da, wo sie uns wollen: Als Stallhasen, die angewiesen darauf sind, dass ihnen der Rentenbeamte der Staatsversorgungskasse eine Kleinigkeit auszahlt. Was heißt auszahlt? Überweist.

Und wer ist „sie“? Das sind die Feinde der Freiheit in den Parteien mit dem Doppel-S, die Schuldenpolitiker des lebenden Sozialismus.

Übrigens: Die Abschaffung des Bargelds wird ernsthaft erwogen; nicht nur beim IWF, dem Internationalen Währungsfonds, manchen Zentralbanken, und in Schweden von Handelsorganisationen und Polizei.

Es wäre der totale Verlust der Freiheit. Und es zeigt, wie zerrüttet unsere Währungen und unsere Staatshaushalte wirklich sind.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


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