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Demokratieverdruss: Warum weniger manchmal leider mehr ist

von Marco Kanne

Ein Drittel will von der Demokratie nichts mehr wissen. Von der Freiheit auch nicht?

Die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) veröffentlichte vor kurzem eine Studie über die Haltung der Bundesbürger zur Demokratie. Demnach äußerten ein Drittel der Befragten deutliche Zweifel daran, dass das parlamentarsich-demokratische System die "großen Probleme" zu lösen im Stande sei. Fast die Hälfte könnte sich sogar vorstellen, bei der nächsten Wahl nicht mehr brav an die Urne zu pilgern, sondern aktive, bewusste Wahlenthaltung zu üben.

Wer allerdings glaubt, dies seien nun Superdupernachrichten für die Freiheit in Deutschland, der befindet sich wohl auf dem Holzweg. Denn die Demokratiefrustrierten lehnen keineswegs den Mehrheitszwang als solchen ab, ihnen geht er nicht weit genug. Zumindet gelangt man zu diesem Schluss, wenn man der Studie folgen will.

Es ist die hässliche Fratze des Sozialismus, die hinter dieser Ablehnung der Demokratie zumindest verstohlen hervorlugt. Der Studie nach wünschen sich die Demokratiemüden "Reformpausen", die Rücknahme von Veränderungen am Rundumversorgungsstaat und dass sie ganz individuell "gerechter" behandelt würden, sprich mehr staatlich umverteilte Kohle fremder Leute am Monatsanfang auf dem Bankkonto eintrudelt. "Aus persönlichem Misserfolg wird Staatsferne", meint FES-Mitarbeiter Frank Karl dazu.

Gott sei Dank ist es mit Studien der Friedrich-Ebert-Stiftung ja so eine Sache. Man weiß vorher schon relativ genau, was hinterher rauskommen muss, so dass man nur noch die richtigen Fragen zu stellen braucht. Daher wäre es durchaus denkbar, dass die uns aufgetischten Motive der Demokratiegegner doch weniger stark als befürchtet im Wunsch nach dem allgegenwärtigen, sozialistischen Staat wurzeln. Vielleicht hat die Freiheit eben doch noch eine Chance. Der Glaube ist es ja, der bekanntlich zuletzt stirbt.

Internet

01. Juli 2008

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