Walter K. Eichelburg

Ist Betreiber der meistgelesenen deutschsprachigen Gold- und Krisenwebsite hartgeld.com. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Investment- und Geldfragen. Er ist Autor zahlreicher Artikel im Finanz- und IT-Sektor und kann unter info@hartgeld.com erreicht werden. Alle Artikel von Walter K. Eichelburg sind als völlig unverbindliche Information anzusehen und stellen keine Anlageempfehlung dar. Jegliche Haftung irgendwelcher Art für den Inhalt oder daraus abgeleiteter Aktionen der Leser wird ausdrücklich und vollständig ausgeschlossen.

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Marktkommentar: Ein Ende der Rohstoff-Bubble?

von Walter K. Eichelburg

Inzwischen bricht die Wirtschaft in einigen EU-Ländern massiv ein

Die Finanzkrise vom Juli rund um Fannie Mae und Freddie Mac scheint nach einer Quasi-Garantie der US-Regierung für die von diesem Firmen ausgegebenen Anleihen wieder vorbei zu sein. Zumindest macht man den Eindruck, dass dies so sei.

Daneben eitert es weiter, weitere Bankenverluste werden fast jeden Tag berichtet. Inzwischen bricht die Wirtschaft in einigen EU-Ländern massiv ein, beispielsweise in Großbritannien, Spanien, Irland und Dänemark. Auch die immens aufgeblasene Ost-Bubble beginnt am baltischen Rand zu zerplatzen.

Rohstoffe

Nachdem der Ölpreis noch im Juli 2008 auf bis zu 147 Dollar pro Barrel gestiegen ist, fällt er jetzt. Inzwischen (6.8.) ist er auf 117 Dollar gefallen. Auch praktisch alle anderen Rohstoffe haben im Preis seit Juli nachgegeben.

Dabei sollte nicht vergessen werden, dass praktisch alle Rohstoffe seit dem Beginn der großen Reflation durch die Zentralbanken 2001 massiv im Preis gestiegen sind. Rohöl etwa ist von ca. 20 US-Dollar in 2002 auf derzeit ca. 120 US-Dollar gestiegen, eine Steigerung um das 6-fache, also um viel mehr als die übrigen Preise, die etwa auf das Doppelte gestiegen sind.

In verschiedenen Medien (etwa in der „Financial Times Deutschland“ am 5. August) wird bereits von „Demand Destruction“ geschrieben, also von der Zerstörung der Nachfrage nach Rohstoffen durch die sich überall abschwächende Wirtschaft. Diese „Demand Destruction“ gibt es sicher bereits, wenn auch noch nicht sehr stark. Primär in den USA, wo sogar die Fahrleistung das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg gesunken ist.

In einer wirklichen, weltweiten Depression wird der Rohstoff-Bedarf auf die Hälfte von heute oder weniger zurückgehen. Die Preise werden dann entsprechend sinken, wie in den 1930er Jahren. Jedoch solange die Zinsen nicht auf ein real angemessenes Niveau von etwa 25 Prozent oder mehr steigen und die Banken und Firmen nicht reihenweise kollabieren, wird der Rohstoff-Bedarf nicht wesentlich sinken.

Die derzeitigen Rückgänge bei den Rohstoff-Preisen dürften wohl eher auf zwei andere Gründe zurückzuführen sein: Erstens auf das Platzen einer über-spekulativen Bubble, wo sogar die Pensionsfonds dabei waren. Zweitens auf die Manipulation nach Unten durch Hank Paulson und sein „Plunge Protection Team“. Denn bei einem echten Crash hätten auch die Aktienkurse richtig sinken müssen, was nicht geschehen ist.

Gold & Silber

Werden die Preise für Gold & Silber immer wieder gedrückt, um keine Konkurrenz zum US-Dollar aufkommen zu lassen, so scheint das jetzt auch beim Rohöl der Fall zu sein, denn in den USA entwickelt sich ein Benzinpreis-Wahlkampf. Dieser ist den Bürgern dort viel zu hoch.

Im Gegensatz zu Öl oder Weizen sind Gold & Silber richtiges Geld; Geld mit 3.000 Jahren Tradition und innerem Wert. Durch die ständigen Preisdrückungen ist das Verhältnis Gold zu Öl etwa bei der Hälfte des langfristigen Wertes von 17 Barrel Öl für eine Unze Gold. Gold und speziell Silber haben also noch einiges aufzuholen.

Wenn die wirkliche Depression kommt, sollte man nicht davon ausgehen, dass der Ölpreis in Dollar oder Euro massiv sinken wird – aber er wird es gegenüber Gold. Denn Gold wird dann wieder Geld, mit dem für Geld üblichen Preisaufschlag. Die großen relativen Gewinne dürften für Rohstoffe inzwischen vorbei sein, aber für Gold & Silber werden sie erst noch kommen. Wenn der US-Dollar kollabiert ist es soweit, denn die Markt-Manipulationen werden nur begrenzt möglich sein.

Information

Die aktuellen Marktkommentare von Walter K. Eichelburg erscheinen zweiwöchentlich im Rohstoff-Spiegel und jetzt auch auf ef-online. Eichelburg ist Consultant und Investor in Wien. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Investment- und Geldfragen. Er kann unter walter@eichelburg.com erreicht werden. Er betreibt die Gold-Website Hartgeld. Dieser Artikel ist als völlig unverbindliche Information anzusehen und keinerlei Anlageempfehlung. Jegliche Haftung irgendwelcher Art für den Inhalt oder daraus abgeleiteter Aktionen der Leser wird ausdrücklich und vollständig ausgeschlossen.

09. August 2008

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