25. Januar 2009

Schaeffler und Conti Real existierende Ausbeutung

Steuerzahlergelder statt Bahngleise

„Schaeffler und Conti brauchen Staatshilfe“, sind sich plötzlich die Medien einig.

Vor kurzem, als Maria-Elisabeth Schaeffler sich eine Aktienmehrheit beim DAX-Unternehmen Conti sicherte, schlug ihr seitens der Presse noch harter Wind entgegen. Das beste was bekundet wurde, war der Respekt, den man auch einem Räuberhauptmann entgegenbringt. Auch vermeintlich „seriöse“ Blätter wie „FAZ“ oder „Handelsblatt“ ließen ihre Kommentatoren von der Leine. Schaeffler habe sich „angeschlichen“, das ganze sei eine „feindliche“ Übernahme, und natürlich wurde nach staatlicher Regulierung gerufen, um solche „Raubzüge“ zu verhindern.

Bis gestern waren solche Kommentare intellektuelle Schweinescheiße aus der Plünderer-Ecke. Maria-Elisabeth Schaeffler ist eine der reichsten Frauen Deutschlands. Wenn sie mir Geld bietet, um meine Conti-Aktien zu kaufen, ist das weder „Raub“ noch „Anschleichen“. Ich kann ihr Angebot annehmen oder ablehnen. Dass einige Manager der Conti das anders sehen, überrascht nicht. In der Masse der Kleinaktionäre kann das Management tun und lassen was es will. Ein Großaktionär hingegen wirft unfähige Manager raus. So weit die simple Wahrheit.

Von heute an trägt auch Maria-Elisabeth Schaeffler das Stigma der Ausbeuterin. „Wer hat, dem wird gegeben“, dachte sie wohl, und zog sich flugs ein paar Bürgschaften der Landesregierung. Die Fünf-Milliarden-Euro-Frau lässt sich mit Geld subventionieren, das Handwerkern und Arbeitern abgepresst wurde, zum Beispiel den bald arbeitslosen Conti-Beschäftigten. Was Adolf Merckle zu Recht verweigert wurde, zockt Schaeffler jetzt durch.


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