Walter K. Eichelburg

Ist Betreiber der meistgelesenen deutschsprachigen Gold- und Krisenwebsite hartgeld.com. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Investment- und Geldfragen. Er ist Autor zahlreicher Artikel im Finanz- und IT-Sektor und kann unter info@hartgeld.com erreicht werden. Alle Artikel von Walter K. Eichelburg sind als völlig unverbindliche Information anzusehen und stellen keine Anlageempfehlung dar. Jegliche Haftung irgendwelcher Art für den Inhalt oder daraus abgeleiteter Aktionen der Leser wird ausdrücklich und vollständig ausgeschlossen.

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Marktkommentar : Versinkende Inseln

von Walter K. Eichelburg

Im Atlantik blubbert es

Am Freitag, den 20.2.2008, hat der Goldpreis mit 1000 Dollar pro Unze der Finanzwelt wieder einmal gezeigt, dass ihr Untergang nahe ist. Zeitgleich wurde in Euro erneut ein All-Time-High von 780 erreicht. Solche Nachrichten kommen fast täglich. Natürlich auch in britischen Pfund Sterling.

Eine Ursache dafür: Die drei atlantischen Inseln Island, Irland und Großbritannien „vesinken“ gerade finanziell und buchstäblich im Atlantik. Auf allen drei Inseln war die Verschuldung überproportional groß. Sie ist es immer noch.

Über Island müssen wir nicht mehr reden, die Insel ist bereits im Herbst 2008 „versunken“. Inzwischen greifen dort Arbeitslosigkeit und Armut um sich, die Regierung wurde nach Demonstrationen hinausgeworfen. Was dann nachkam, ist nicht unbedingt besser.

Und Irland?

Dieses Land ist das in der gesamten Eurozone derzeit am Schlimmsten Betroffene. Der Staat ist praktisch pleite, hat aber immer noch sein AAA-Rating (das zeigt die Unglaubwürdigkeit dieser Ratings). Staatsanleihen sind kaum mehr verkaufbar, also werden die Beamtengehälter gekürzt, um Geld einzusparen. Nachdem die Regierung bereits im Herbst 2008 als erstesLand in Europa alle Spareinlagen garantiert hat, glaubt man das nun nicht mehr. Die Kapitalflucht hat eingesetzt. Allein in der letzten Woche wurden ca. 10 Milliarden Euro aus dem Land abgezogen.

Wer etwa 200.000 Euro von der Bank in Irland abheben möchte, dem werden inzwischen sieben Häuser statt dem Geld angeboten. Ein von der Bank eingezogenes Haus kostet also unter 30.000 Euro, noch vor zwei Jahren lag der Preis dafür über 500.000 Euro – auf Subprime-Kredit. Das Land steht kurz vor der Totalpleite, die Regierung wankt nach Massendemonstrationen. Inzwischen wird auf EU-Ebene hektisch überlegt, wie man diesen ersten untergehenden Euro-Staat retten könnte – mit Geld der deutschen Steuerzahler natürlich. Hier verläuft denn auch eine Bruchstelle für den Euro.

Sinking Britain

Weiter zur größten Insel (und einem Stück Irland). In Großbritannien ist die Lage nicht viel besser. Das Land steckt nach Angaben der eigenen Regierung in der schlimmsten Krise seit 100 Jahren. Jetzt will man noch einmal 500 Milliarden Pfund in die siechen Banken stecken, das Geld dafür wird jetzt offen gedruckt. Alles nur, um Gordon Brown und seine Labour Party noch etwas an der Macht zu halten. Sonst würden deren Verbrechen herauskommen. Die Arbeitslosigkeit explodiert. Die britische Polizei warnt bereits vor massiven Unruhen – auch Browns Polizeistaat wird dagegen nicht mehr helfen. Denn die Mittelschicht verliert gerade alles: Job, Einkommen, Haus, Auto – es war alles auf Kredit.

Das sagt der britische Wirtschaftsminister (und es stimmt ausnahmsweise): „The banks are fucked, we’re fucked, the country’s fucked.“

Und wir sinken auch

Hier im europäischen Kontinent sollten wir dabei nicht allzu selbstzufrieden zuschauen. Die Probleme sind nicht viel kleiner. Deutschland hat enorme Probleme mit seinen Banken und der untergehenden Industrie. Österreich mit den abzuschreibenden Krediten an das versinkende Osteuropa. Und die Schweiz vertreibt gerade die ausländischen Anleger, indem sie deren Daten an die US-Behörden weiterleitet.

Ach ja, der Preis der Rettungsboote Gold und Silber steigt, und die Nachfrage danach ist enorm.

02. März 2009

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