Walter K. Eichelburg

Ist Betreiber der meistgelesenen deutschsprachigen Gold- und Krisenwebsite hartgeld.com. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Investment- und Geldfragen. Er ist Autor zahlreicher Artikel im Finanz- und IT-Sektor und kann unter info@hartgeld.com erreicht werden. Alle Artikel von Walter K. Eichelburg sind als völlig unverbindliche Information anzusehen und stellen keine Anlageempfehlung dar. Jegliche Haftung irgendwelcher Art für den Inhalt oder daraus abgeleiteter Aktionen der Leser wird ausdrücklich und vollständig ausgeschlossen.

ef-Einkaufspartner

Wenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button:

ef auf Facebook

Besuchen Sie uns auch auf Facebook:
facebook.com/efmagazin

Marktkommentar: Keine „Green Shoots“ zu sehen

von Walter K. Eichelburg

Die Propaganda kann die Realität nicht verbergen

In den letzten zwei Monaten hat man der Welt einen Bären aufgebunden mit den Schlagworten „Bodenbildung“, „Aufschwung kommt“, „Green Shoots“ (neue Triebe kommen aus dem Boden). Das kam primär von den Propagandaministerien der USA und der Wall Street, um zu „beweisen“, dass die Wirtschaftskrise zu Ende sei und es jetzt wieder aufwärts gehe. In Europa wurde das natürlich eifrig übernommen – reine Illusionserzeugung, denn die Realwirtschaft bricht weiter zusammen, in den USA etwa der Einzelhandel und in Exportnationen wie Deutschland die Industrie. Deutscher Maschinenbau: 54 Prozent Auftragseinbruch! Boeing etwa hat einen negativen Auftragseingang (mehr Flugzeug-Abbestellungen als Neubestellungen).

Hier ein paar Depressionsmeldungen im Block von der Deutschland-Seite meines Portals hartgeld.com: IBT: „Rezession in Deutschland verschärft sich doch weiter“, „Sozialleistungen: Arbeitgeberverband rechnet mit Personalabbau“. DW: „Wirtschaft schrumpft, Arbeitslosigkeit steigt“, „Süddeutsche“: „Maschinenbau in Not“, „Welt“: „Deutsche Wirtschaft bricht um 6,4 Prozent ein“. „Handelsblatt“: „Deutsche erleiden erneut Reallohneinbußen“, „Deutsche Exporteure erleben herben Rückschlag“. „Zeit“: „Experten: Aufschwung nicht vor 2011“. MM: „Die Lage ist grottenschlecht“. MVticker: „Konjunkturentwicklung zum Frühsommer 2009: Die Stimmung sinkt weiter - Wende nicht in Sicht“. „BörseGo“: „Erwartungen hui, Lage pfui!“. ARD: „Konjunkturoptimismus wirkt nicht mehr“.  „Handelsblatt“: „Weltbank sieht für Euro-Zone und USA schwarz“. Reuters: „Maschinenbaubranche rechnet mit weiterem Stellenabbau“. „Süddeutsche“: „Bundesbank dämpft Hoffnung auf Ende der Krise“.

Es sind so viele solcher Meldungen, dass man sie nurmehr im Block bringen kann. Die „Green Shoots“ verwelken nicht nur, sie waren nie da – sie waren lediglich eine Propaganda-Erfindung. Inzwischen werden Warnungen gemeldet vor massiven Kreditausfällen bei den Banken im Inland durch Firmenbankrotte. Zwar noch nicht so stark wie in Lettland (Bankrotte plus 150 Prozent), aber mit stark steigender Tendenz. Eine zweite Bankenkrise ist entsteht hier, diesmal nicht durch ABS/MBS/CDO-Mistpapiere aus den USA oder von sonstwo (Konsumkredite), sondern aus dem Zusammenbruch der eigenen Wirtschaft.

Trotzdem steigen die Rohstoffpreise. Eigentlich ist es widersinnig, dass sich in diesem Umfeld etwa der Preis für Rohöl von 33 Dollar pro Barrel auf 72 Dollar verdoppelt hat. Ebenso steigen andere Rohstoffe, etwa Kupfer, das von den Chinesen massiv gekauft wird, um Dollars loszuwerden. Eine Flucht aus dem Geld und auch aus Staatsanleihen ist also angebrochen. Dies deshalb, weil praktisch alle Regierungen für ihre Bankenrettungen und andere Bailouts sowie Konjunkturprogramme mit geborgtem Geld herumwerfen, wie sie es noch nie getan haben. Staatsdefizite von über 10 Prozent des BSP sind inzwischen üblich. Staaten wie die USA oder Großbritannien bekommen so viel Geld nicht mehr von den Kapitalmärkten, also drucken sie es. Das führt über kurz oder lang zum Abverkauf der Währungen und damit zur Hyperinflation. Dann werden auch die derzeit maßlos überteuerten Aktienkurse zusammenbrechen. Alle Vermögenswerte verfallen dann. Und alle essentiellen Güter explodieren im Preis – besonders Gold.

27. Juni 2009

Unterstützen Sie ef-online

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien.
Klicken Sie hier für Informationen zur Fördermitgliedschaft.

Testen Sie eigentümlich frei

Prominente Autoren und kantige Kolumnisten wie Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Frank Schäffler schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht.

Diesen Artikel teilen

Anzeigen